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Wohin soll sich Geretsried in den kommenden Jahren entwickeln? 

Neuaufstellung des Flächennutzungsplans

Geretsried soll maßvoll wachsen

Wohin soll sich Geretsried in den kommenden Jahren entwickeln? Eine Antwort auf diese Frage soll der Flächennutzungsplan (FNP) liefern, den der Stadtrat gerade neu aufstellt. Die Bürger sollen bei dieser wichtigen Entscheidung mitreden dürfen.

Geretsried – Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) erstellt den Flächennutzungsplan, der den alten aus dem Jahr 1994 ersetzt, für die Stadt. Am Wochenende wurden den Stadträten in einer Klausur erste Ergebnisse vorgestellt. Bürgermeister Michael Müller fasste sie am Dienstag im Stadtrat zusammen.

Müller: „Nur wenn wir einen Zaun bauen, werden wir langfristig schrumpfen“

Michael Müller „Uns ist wichtig, dass wir die Stadt im Grünen bleiben“, so der Bürgermeister.  

Bedacht werden muss bei allen Plänen, dass Geretsried wachsen wird. „Nur wenn wir einen Zaun um unser Gebiet bauen, werden wir langfristig schrumpfen“, sagt Müller. Studien zufolge werde die Bevölkerung in der gesamten Metropolregion München zunehmen und somit auch automatisch in Geretsried. Würde man exorbitant Baugebiete ausweisen, hätte man in einigen Jahren doppelt so viele Einwohner wie bisher. Es gelte jedoch, maßvoll zu wachsen, betonte der Bürgermeister. Er berichtete aber auch, dass in seine Sprechstunde „jede Woche drei bis fünf Leute kommen, die eine bezahlbare Wohnung suchen“. Deshalb wolle er das „Geretsrieder Modell“ nach dem Vorbild des Münchner Modells möglichst oft realisieren: In Neubaugebieten sollen jeweils 30 Prozent Sozialwohnungen geschaffen werden. Gleichzeitig mit der Bevölkerung wird die Anzahl der Arbeitsplätze in der Metropolregion steigen. Momentan gebe es mehr Auspendler aus Geretsried als Einpendler in die Stadt, berichtete Müller. Dies gelte es bei der Verkehrsplanung zu berücksichtigen.

S 7-Verlängerung spielt wichtige Rolle

Stichwort Verkehr: Eine entscheidende Rolle im neuen FNP werden die Verlegung der B 11 an den Schwaigwaller Hang und die geplante S 7-Verlängerung spielen. Müller will die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen Wolfratshausen und Königsdorf verstärken. „Wir brauchen Flächen für die Verkehrsanbindung von Waldram und Königsdorf. Das Radwegenetz bis Königsdorf soll ausgebaut werden.“ Erhalten möchten die Stadträte das Dorfbild Geltings mit seiner ländlichen Prägung.

Bürgermeister: Geretsried soll „die Stadt im Grünen bleiben“

Deutlich verändern wird sich Gartenberg durch die Zentrumsneugestaltung. Die Landschaftsfachleute des Planungsverbands empfehlen, den westlichen Bereich des Stadtteils für Erholung freizuhalten. Ideen aus der Bewerbung Geretsrieds für die Kleine Gartenschau könnten umgesetzt werden. „Uns ist wichtig, dass wir die Stadt im Grünen bleiben“, erklärte der Rathauschef. Aus diesem Grund schlägt die Kommune beim neuen FNP einen besonderen Weg ein, den „Geretsrieder Weg“. Ein Wunsch der an der Erstellung des Stadtleitbilds 2025 beteiligten Bürger war, dass die Demografie und das Stadtklima bei der Entwicklung einen Schwerpunkt bilden. Für die Einbeziehung dieser Themen in einem nächsten Schritt gibt es Zuschüsse von der obersten Baubehörde. Die Stadt wartet noch auf das Ergebnis eines Stadtklimagutachtens. In einem dritten Schritt werden die Bürger einbezogen.

Freie-Wähler-Stadtrat Dominik Irmer gab zu bedenken, dass sie vorab auf denselben Informationsstand wie die Stadträte gebracht werden müssten. Das soll bei Veranstaltungen in den einzelnen Stadtteilen erfolgen.

Von Tanja Lühr

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