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Der Widerstand wächst: Vor allem Anwohner aus dem Haus Karl-Lederer-Platz 22 bis 24 wehren sich gegen den geplanten Krämmel-Bau gegenüber. 

„Platz wird erschlagen“

Neue Interessengemeinschaft protestiert gegen Krämmel-Bau

Um gegen die Pläne zur Neugestaltung des Karl-Lederer-Platzes zu protestieren, haben sich Anwohner zur „Interessengemeinschaft KLP 22 bis 24“ zusammengeschlossen. Ihre Bedenken haben sie öffentlich auf dem Platz ausgehängt.

Geretsried – Zudem hat sich die Sprecherin Eva Eberhardt an unsere Zeitung gewandt. Die Anwohner, die sich gemeinsam einen Rechtsanwalt genommen haben, beklagen, dass ihre bisherigen, schriftlichen Einwendungen zur Optik und Höhe des geplanten Wohn- und Geschäftshauses des Investors Krämmel von der Stadt „als lächerlich abgetan und erst gar nicht bearbeitet“ worden seien. Von Bürgermeister Michael Müller müssten sie sich als „Neider“ oder „althergebracht“ titulieren lassen.

Anwohner widersprechen Müllers Aussage

Die Anwohner widersprechen Müllers Aussage, ihre Wohnungen würden durch die Neugestaltung an Wert gewinnen. Sie würden vielmehr an Wert verlieren, weil der Krämmel-Bau ihnen die Sonne und den freien Blick auf die Böhmwiese nehme. Auch würden potenzielle Käufer wegen der durch die Tiefgarage entstehenden Grundwasserproblematik abwinken.

Kritik an nicht geklärter Grundwassersituation und Lärmbelästigung

„Nicht nur für die Anlieger entsteht der Eindruck, dass hier auf Biegen und Brechen ein Vorhaben zu Gunsten eines/einiger Weniger entstehen soll“, heißt es in dem Papier. Diesem hat Eva Eberhardt ein Anwaltsschreiben von Dr. Franz Sußner beigefügt. Der Jurist bezweifelt, dass die Stadt, wie von ihr behauptet, Wohnraum benötige. Schließlich plane sie parallel auf dem Lorenz-Areal rund 600 neue Wohnungen. Auch sieht Sußner keinen Bedarf an weiteren Ladenflächen. Sonst gäbe es keine leer stehenden Geschäfte im Zentrum. Er äußert die Sorge, dass das denkmalgeschützte Rathaus durch den Neubau an Bedeutung verlieren könnte, er kritisiert die nicht geklärte Grundwassersituation und die entstehende Lärmbelästigung für seine Mandanten.

Neue Gebäude müssten sich normalerweise dem Umfeld anpassen 

„Der siebenstöckige Wohn- und Geschäftsblock wird den Platz durch seinen massiven Körper erschlagen, die wenigen verbleibenden Freiflächen und auch die umliegenden Gebäude massiv und unzumutbar verschatten“, sind die Anwohner überzeugt. Überall müssten sich neue Gebäude dem Umfeld anpassen, argumentieren sie, nur in diesem speziellen Fall sei es umgekehrt. Sie kritisieren, dass für die Stadtentwicklung und den Krämmel-Neubau mit Klaus Kehrbaum ein und derselbe Architekt tätig sei und behaupten, dass Gutachten bezüglich Schallschutz, Verschattung und Verkehr vom Bauwerber, der Krämmel Familien GbR, in Auftrag gegeben und bezahlt würden.

„Das Wohnzimmer von Geretsried geht jeden Bürger etwas an“

Die Anwohner erinnern daran, dass sie beim ersten Umbau des Platzes vor zehn Jahren anteilig zur Kasse gebeten wurden. Sie wollen wissen, wer diesmal die Kosten für die Verlegung von Rohren trägt. Sie monieren, dass es für das Bauvorhaben kein plastisches Modell gibt und dass die Stadt öffentlichen Grund verkauft, ohne dies vorab bekannt zu geben. „Das Wohnzimmer von Geretsried geht jeden Bürger etwas an, also auch ob und welchen Gewinn die Stadt mit dem Verkauf erzielt“, findet die Interessengemeinschaft, die „viele Geretsrieder Bürger“ auf ihrer Seite zu wissen glaubt.

Von Tanja Lühr

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