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Neue Sprecher im Eisstadion: „In der Tradition von Edi und Magnus“

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Von: Thomas Wenzel

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Sorgen für Stimmung und Fairplay: Die ehemaligen Eishockeyspieler Andreas Hölzl (li.) und Michael Helfrich sind seit dieser Saison in Geretsried als Stadionsprecher und Zeitnehmer aktiv.
Sorgen für Stimmung und Fairplay: Die ehemaligen Eishockeyspieler Andreas Hölzl (li.) und Michael Helfrich sind seit dieser Saison in Geretsried als Stadionsprecher und Zeitnehmer aktiv. © hans lippert

Im „Interview der Woche“ berichten der neue Sprecher im Geretsrieder Eisstadion, Andreas Hölzl, und Zeitnehmer Michael Helfrich, wie sie zu ihrem Job gekommen sind und wie sie für Stimmung bei den Fans sorgen.

Geretsried – Tore und Vorlagen durchsagen, Spieler zur Strafbank beordern und auf der Anzeigetafel neben der korrekten Zeit auch Resultate, Strafminuten und Auszeiten richtig eingeben, dazu das Online-Spielprotokoll minutiös führen – auch im Heinz-Schneider-Eisstadion gibt es bei den Heimspielen der Geretsrieder River Rats für das Personal an Mikrofon und Zeitnahme einiges zu tun. Seit dieser Saison ist dort in Person von Andreas Hölzl und Michael Helfrich – dazu noch der langjährige Torhüter Rudi Summ (43) als Punktrichter – geballte Eishockeykompetenz anzutreffen.

Der 45-jährige Helfrich ist einer der Geretsrieder Rekordspieler, hat 648 Partien (114 Tore, 154 Vorlagen, 376 Strafminuten) im Trikot des TuS und des ESC absolviert; dazu stürmte er drei Jahre für den EV Fürstenfeldbruck in der Bayernliga. Hölzl, 37 Jahre alt, verteidigte in 270 Begegnungen (63 Tore, 92 Beihilfen, 589 Strafminuten) für Geretsried und war zudem in der Bayernliga für Fürstenfeldbruck, Germering und Peißenberg am Puck. Sportredakteur Thomas Wenzel bat die beiden engagierten ESC-Helfer zu ihrem ersten Interview.

Herr Hölzl, Herr Helfrich, wie sind Sie eigentlich zu Ihrem neuen Job im Eisstadion gekommen?

Hölzl: Lustigerweise haben wir beide schon zu aktiven Zeiten als Eishockeyspieler ausgemacht, dass wir nach unserer Karriere Stadionsprecher und Zeitnehmer werden wollen. Ganz in der Tradition von Edi Hien und Magnus Klier, die das ja viele Jahre lang hier in Geretsried gemacht haben.

Helfrich: Das Thema stand wie gesagt schon lange im Raum. Und irgendwann hat uns Markus Janka (Vorsitzender des ESC, Anm. d. Red.) dann gefragt, wie es jetzt aussieht. Und bei irgendeiner Geburtstagsfeier haben wir das dann klar gemacht.

Weil Sie die frühen Stadionsprecher erwähnt haben – haben Sie denn den Edi und den Magnus in den 1990er-Jahren noch selbst erlebt?

Hölzl: Nein, da war ich noch zu klein. Aber die Geschichten über die beiden sind uns erzählt worden. Das waren halt zwei echte Typen.

Helfrich: Ich habe als Spieler die beiden noch in der Sprecherkabine erlebt. Da ging es immer recht lustig zu.

Wie sind Sie Ihre neue Aufgabe dann angegangen? Gab es eine Einweisung oder einen Lehrgang?

Helfrich: Ich hatte schon beim ESC-Nachwuchs als Zeitnehmer ausgeholfen, als mein Sohn gespielt hat. Für die Bayernliga gab es dann noch mal eine Einweisung, das war’s.

Und wie lief’s zu Beginn?

Helfrich: (lacht) Na ja, am Anfang habe ich mich schon mal verdrückt bei der Zeitnahme oder den Eingaben für die Anzeigetafel. Aber das hat dann schnell gut geklappt.

Und bei Ihnen, Herr Hölzl? Ich habe mir sagen lassen, dass Sie schon als Aktiver für die gute Stimmung in der Kabine zuständig waren ...

Hölzl: (lacht) Für das allererste Spiel am Mikrofon hatte ich mir tatsächlich ein paar Sätze oder Sprüche überlegt. Aber dann war ich so nervös, dass ich alles wieder vergessen habe.

Sie machen auch richtig Stimmung, animieren das Publikum ...

Hölzl: Ja, das ist wichtig und macht auch Spaß. Und die Leute steigen auch darauf ein. Und wir bekommen auch Rückmeldungen, was den Fans gut gefallen hat und was weniger.

Mir persönlich gefällt es, wenn Sie vor den Geretsrieder Überzahlsituationen immer „P-P-P-Powerplay“ rufen ....

Hölzl: (lacht) Das hat sich der Helle ausgedacht. Er ist auch mein Souffleur während des Spiels.

Helfrich: Ich finde das gut, wenn wir für Stimmung sorgen können. Hinter uns auf der Tribüne gibt es mittlerweile eine Gruppe, die macht sehr gut mit.

Und wie ist Ihr Verhältnis zu den Schiedsrichtern? Sie selbst als langjährige Eishockeyspieler beurteilen doch sicherlich die eine oder andere Szene anders als die Referees?

Hölzl: Klar regen wir uns darüber auf, wenn es unserer Ansicht nach eine Fehlentscheidung gibt. Aber natürlich nur intern – wir sind ja ebenso wie die Unparteiischen nur dazu da, das Spiel zu dokumentieren. Und wir wollen auch, dass alles fair bleibt beim Eishockey.

Helfrich: Es gibt auch den einen oder anderen Schiedsrichter, gegen den wir damals noch selbst gespielt haben.

Hölzl: Die meisten sind sehr kommunikativ. +

Helfrich: Ja, mit den meisten kann man wirklich gut reden.

Was sagen Sie zum bisherigen Saisonverlauf bei den River Rats?

Hölzl: Das ist wirklich sehr schade. Die Mannschaft hatte so eine mega Vorbereitung absolviert, und dann im weiteren Verlauf kamen die ganzen Verletzungen und Erkrankungen dazu.

Helfrich: Aber trotz der ganzen Misere muss man sagen, dass die Jungs viele gute Spiele gemacht haben.

Hölzl: Schade finde ich auch, dass der Rudi Sternkopf aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste. Diese Kombination Trainer/Mannschaft war wirklich super. Das hat absolut gut gepasst. Da hatte ich richtig Bock, auch noch mal selbst die Schlittschuhe zu schnüren (lacht).

Und wie lautet Ihre Prognose für die Abstiegsrunde?

Helfrich: Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft die Klasse halten wird.

Der ESC also nächstes Jahr wieder in der Bayernliga – und Sie beide?

Hölzl: Wir sind natürlich auch dabei. Helfrich: Vorausgesetzt, der Verein will, dass wir weitermachen. Das würde uns natürlich freuen.

Noch ein Schlusswort – ohne Stadion-Mikrofon?

Hölzl: Wir wünschen dem gesamten ESC Geretsried, allen Spielern und Funktionären sowie allen Fans ein gutes neues Jahr.

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