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Baubeginn erst im nächsten Sommer

Neue Turnhalle: Projekt wird deutlich teurer

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Geretsried – Der Bau der neuen Turnhalle am Geretsrieder Schulzentrum verzögert sich um mindestens ein Jahr. Zudem wird das Projekt deutlich teurer als gedacht. Der TuS Geretsried reagiert enttäuscht auf die Ankündigung.

Es ist dem Verfahren geschuldet, sagt Wolfgang Krause, Abteilungsleiter für Zentrale Angelegenheiten im Landratsamt. „Vor Mitte 2017 werden wir nicht mit dem Bau der DIN-Zweifach-Halle am Schulzentrum in Geretsried beginnen.“ Der ursprüngliche Zeitplan ist damit vom Tisch: Ursprünglich sollten die Bauarbeiten wie berichtet im Sommer starten.

Die Verzögerung hängt laut Krause mit der Generalsanierung des Schulzentrums zusammen. Dort muss mehr saniert werden als gedacht, zudem sind die Kosten des Gesamtprojekts auf rund 50 Millionen Euro gestiegen. Das sorgte im Kreistag für zeitintensive Diskussionen. „Und die Turnhalle hängt an der Generalsanierung dran.“

Wolfgang Krause vom Landratsamt

In den nächsten Wochen läuft das so genannte VOF-Verfahren, in dem unter anderem ein Architekt für die konkrete Bauplanung gesucht wird. Das hat der Kreisbauausschuss in seiner Juni-Sitzung mehrheitlich beschlossen.

Bislang liegen den Kreisräten die Vorplanungen vor. Fest steht: Der Hallen-Neubau wird deutlich teurer als ursprünglich angenommen. Im Juli 2015 war von 5,6 Millionen Euro die Rede gewesen. Laut den Sitzungsprotokollen belaufen sich die Kosten für die Grundvariante nun auf knapp 6,6 Millionen Euro. Hinzu kommen mehrere Optionen, die die Gesamtkosten auf acht Millionen Euro erhöhen.

Wünsche der Kreisräte hatten Einfluss auf die Kostenschätzung. So muss zum Beispiel die Kubatur des Gebäudes erweitert werden, um das Dach wie gewünscht durch einen Massivholz-Träger zu stützen, sagt Krause. Zudem habe sich die DIN-Norm für Zweifachhallen geändert: Das Spielfeld wird um einen Meter verlängert, die Sportfläche beträgt nun 45 mal 22 Meter. Eine Dreifachhalle, die einmal zur Diskussion stand, hätte die Maße 47 mal 27 Meter. Als Optionen haben die Kreisräte in der Juni-Sitzung zudem unter anderem über eine Behindertenrampe (120 000 Euro), einen Verbindungsbau zwischen der jetzigen und der neuen Turnhalle (218 000 Euro) und einen Pausenraum (225 000 Euro) gesprochen.

TuS-Vorsitzender Mirko Naumann

Der Kreis baut die Turnhalle, weil es derzeit zu wenige Hallenflächen für den Sportunterricht am Schulzentrum gibt. Abends und am Wochenende können Vereine die Halle nutzen. Dort kommt die Meldung über den späteren Baustart nicht gut an. „Für uns ist die weitere Verzögerung unerträglich“, sagt Mirko Naumann, Vorsitzender des TuS Geretsried. Man habe das Drängen auf den Bau einer Dreifachhalle vor rund zwei Jahren aufgegeben, weil ein zeitnaher Baubeginn der Zweifach-Halle in Aussicht stand. Nun würden zwei Chancen vertan: Erstens der Bau der Dreifach-Halle, zweitens der schnelle Baubeginn für eine Entspannung der Hallensituation. Naumann: „Der Sportablauf ist von vielen Einschränkungen geprägt.“

Der Hallenbedarf in Geretsried sei größer als die Kapazität, sagt der TuS-Chef. Abteilungen könnten Mannschaften nicht anmelden oder müssten auf Hallen außerhalb der Stadt ausweichen. „Das ist natürlich sehr schade für die Sportstadt Geretsried.“ Auch die DIN-Zweifachhalle werde den Bedarf nicht decken, mahnt er. „Trotzdem darf es zu keiner weiteren Verzögerung kommen.“ Sonst könne man den Weggang von Talenten im Sport nicht mehr verhindern.

dor

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