+
Die letzte große Freifläche im Ortsteil Stein wird bebaut. Südlich des Jugendtreffs Ein-Stein, am Steiner Ring 30 bis 36, sollen 98 Wohnungen entstehen.

Geretsrieder Ausschuss segnet Bauantrag ab

100 neue Wohnungen in Stein

  • schließen

Geretsried - Im Stadtteil Stein schließt sich die letzte große Baulücke. Die GIEAG Immobilien AG will südlich des Jugendtreffs Ein-Stein fast 100 Wohnungen errichten, ein Drittel davon im sozialen Wohnungsbau. So hat es die Stadt zur Auflage gemacht.

Das Projekt wurde erstmals im Februar 2014 vorgestellt. Zu dieser Zeit gehörte das knapp 8600 Quadratmeter große Grundstück noch dem Freistaat Bayern. Die GIEAG Immobilien AG, ein börsenorientiertes Familienunternehmen aus dem Landkreis, war an einem Kauf interessiert. Deren Vorsitzende Philipp Pferschy aus Dietramszell und Christoph Klotz schlugen damals persönlich im Entwicklungs- und Planungsausschuss auf, um ihr Konzept einer „Gartenstadt“ mit vier Wohnhäusern vorzustellen. Die Stadt machte damals zur Auflage, dass ein Drittel der Wohnungen im sozialen Wohnungsbau errichtet werden muss.

Kurz darauf erwarb die GIEAG das Grundstück. Dennoch vergingen mehr als zwei Jahre, bis das Bebauungsplanverfahren in diesem Jahr wieder aufgenommen wurde. Mit ein Grund dürfte sein, dass sich die Rahmenbedingungen für den sozialen Wohnungsbau verbessert haben.

Vor der Sommerpause wurde der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt. Am Montag befasste sich der Entwicklungs- und Planungsausschuss mit den eingegangenen Stellungnahmen. „Erhebliche Bedenken“ hatte das Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA) geäußert. Weil das Vorhaben in der Schutzzone der Trinkwasserbrunnen in Königsdorf-Wiesen liegt, riet die Behörde der Stadt dringend, eine Ausnahmegenehmigung von der Wasserschutzgebietsverordnung zu beantragen. Andernfalls könnte eine Schadensersatz- oder Normenkontrollklage drohen. „Das klingt dramatischer, als es ist“, erklärte dazu Michael Schlenz vom Bauamt. „Fast der komplette Stadtteil Stein liegt in der Schutzzone.“ Unter dem Vorbehalt, dass das WWA der Ausnahmegenehmigung zustimmt, beschloss der Ausschuss die zweite Auslegung des Bebauungsplans.

Tags darauf stand im Bauausschuss bereits der Bauantrag der GIEAG auf der Tagesordnung. Und Bauamtsleiter Jochen Sternkopf hatte gute Neuigkeiten. Es habe ein Gespräch des Planers mit dem WWA gegeben. Darin habe die Behörde signalisiert, „eine Ausnahmegenehmigung mit Auflagen zu erteilen“. Vor diesem Hintergrund fiel es dem Ausschuss leicht, dem Bauantrag zuzustimmen. Geplant sind vier Stadthäuser mit insgesamt 98 Wohnungen. Drei davon werden viergeschossig, eines fünfgeschossig. In diesem Gebäude werden auch die 30 Sozialwohnungen untergebracht. Unter den Häusern ist eine Tiefgarage mit 124 Plätzen geplant. Dazu kommen 22 Senkrechtparkplätze am Steiner Ring. 16 werden von der GIEAG abgelöst, sechs sind als Besucherparkplätze gedacht.

Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl (CSU), der in Vertretung von Michael Müller die Sitzung leitete, begrüßte das Vorhaben: „Für uns ist es positiv, wenn die Brache entwickelt und neuer Wohnraum geschaffen wird.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bürgermeister kann Urteil des Amtsgerichts nicht nachvollziehen 
Auf den Märkten in Wolfratshausen haben Wurstspezialitäten unentgeltlich den Besitzer gewechselt. Das Amtsgericht wertete das als „Anschein der Käuflichkeit“. Nun …
Bürgermeister kann Urteil des Amtsgerichts nicht nachvollziehen 
Interkommunales Hallenbad: Dietramszell sagt Ja – Egling zögert noch
Dietramszell ist dabei. In Egling zögern die Gemeinderäte aber noch. Sie wundern sich über die Kosten für das interkommunale Hallenbad. 
Interkommunales Hallenbad: Dietramszell sagt Ja – Egling zögert noch
Königsdorfer Bürgermeister wechselt die Partei
Nach 16 Jahren kehrt der Königsdorfer Bürgermeister Anton Demmel den Freien Wählern den Rücken.Er geht zur CSU. Im Interview übt er deutliche Kritik am Landrat.
Königsdorfer Bürgermeister wechselt die Partei
Feuerwehr Münsing hat jetzt Trommlerzug
Das haben nur wenige Feuerwehren im Landkreis: In Münsing gibt es jetzt einen Trommlerzug. „Es macht einfach einen tollen Eindruck“, sagt der Tambourmajor.
Feuerwehr Münsing hat jetzt Trommlerzug

Kommentare