Lagebesprechung: Der Gestaltungsbeirat und einige Stadträte begutachteten in der ersten Sitzung die Gegebenheiten am Karl-Lederer-Platz und der Egerlandstraße. Links im Bild Bürgermeister Michael Müller.
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Lagebesprechung: Der Gestaltungsbeirat und einige Stadträte begutachteten in der ersten Sitzung die Gegebenheiten am Karl-Lederer-Platz und der Egerlandstraße. Links im Bild Bürgermeister Michael Müller.

„Alle sind herzlich eingeladen, teilzunehmen und sich auch einzubringen.“

„Neuen Mitte“ Geretsried: Eine Frau und drei Männer beraten Stadtrat

Höhe, Architektur und Städtebau: Ein temporärer Gestaltungsbeirat unterstützt den Geretsrieder Stadtrat bei der Entwicklung der „Neuen Mitte“.

Geretsried – Der Stadtrat bekommt erneut professionelle Hilfe bei der Gestaltung der „Neuen Mitte“. Am Dienstag hat ein temporär eingesetzter Gestaltungsbeirat getagt, der sich am späten Nachmittag in der Sitzung des Stadtrats vorstellte. Aufgabe des Beirats ist es, geplante Bauvorhaben hinsichtlich ihrer städtebaulichen, architektonischen und gestalterischen Qualität zu bewerten. Ziel ist laut Bürgermeister Michael Müller eine „ansprechende Innenstadt, in der wir uns alle wohlfühlen“.

Konkret befasste sich der Gestaltungsbeirat am Dienstag mit drei Themen. An der Egerlandstraße will die Sparkasse ihr Gebäude wie berichtet abreißen und neu bauen. Am Karl-Lederer-Platz besteht seitens der Eigentümer der Gebäude 7 und 7a Interesse, sich der Zentrumsentwicklung anzuschließen, deswegen soll der Umgriff zwischen Museum und Schnellimbiss überplant werden. Darüber hinaus versucht der Gestaltungsbeirat eine grundsätzliche Leitidee für die Böhmwiese zu entwickeln.

„Wir sind ein beratendes Gremium“, stellte Florian Fischer in der Sitzung klar. Der Professor der Technischen Hochschule Nürnberg fungiert als Sprecher des Gestaltungsbeirats. Man wolle den Umbruch in der Innenstadt begleiten und auch die Auswirkungen auf die gesamte Stadt betrachten, so Fischer. Die Sitzungen des Gestaltungsbeirats seien öffentlich. „Alle sind herzlich eingeladen, teilzunehmen und sich auch einzubringen.“

Neben Florian Fischer gehört Katrin Hootz dem Gestaltungsbeirat an. Die Architektin aus München ist unter anderem bekannt durch das Jugendzentrum in Starnberg und ist seit 2015 Mitglied im temporären Gestaltungsbeirat der Bayerischen Architektenkammer. „Ich bin bisher noch nie in Geretsried drin gewesen und ganz begeistert, mit welchem Elan und welchen Ideen Sie hier versuchen, etwas Neues zu machen“, stellte sich Hootz vor.

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Mario Flammann aus Baden-Württemberg hat Geretsried durch die Bürgerbeteiligung zur Gestaltung der „Neuen Mitte“ kennengelernt. Er lobte die Dynamik und Offenheit im Diskurs. Das vierte Mitglied des Gestaltungsbeirats ist Alexander Wetzig. Der langjährige Baubürgermeister von Ulm war bereits Teil des Gestaltungsbeirats, der sich im Jahr 2015 in Geretsried mit der Zentrumsgestaltung auseinandergesetzt hat. Damals arbeitete er mit Prof. Winfried Nerdinger, Architekturhistoriker und Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums in München, zusammen.

„Damals war es eher die Vorstufe zu einem Gestaltungsbeirat, in Schwaben würden wir Gestaltungsbeirätle sagen“, scherzte Wetzig. Er freue sich, dass die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werde. „Qualität entsteht durch unterschiedliche Vorschläge.“ Temporär ist der Gestaltungsbeirat diesmal, weil die Besetzung laut Stadtbaurat Rainer Goldstein wechseln soll. „So können wir auf mögliche Veränderungen reagieren und entsprechend der Aufgaben zusammensetzen.“  sw

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