Geothermie-Bohrplatz der Firma Enex am Hofgut Breitenbach in Gelting
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Bleibt und wird erweitert: Der Bohrplatz am Breitenbach in Gelting soll Standort für ein neues Geothermieprojekt von Enex in Zusammenarbeit mit der kanadischen Firma Eavor werden.

Bürgermeister: „Stadt steht hinter diesem Projekt“

Neuer Anlauf in Sachen Geothermie: Enex und Eavor passen Standort an

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Am „Buchberger Zipfel“ gegenüber des Tierheims wird es kein Tiefengeothermie-Projekt geben. Stadtrat und Betreiber haben sich auf einen Alternativstandort geeinigt.

  • Enex und die kanadische Firma Eavor wollten mit einem Modellprojekt auf die Fläche gegenüber des Tierheims
  • Der Standort ist nun vom Tisch, ein Alternativstandort ist möglich
  • Der Bohrplatz am Hofgut Breitenbach soll für das Tiefengeothermie-Projekt verlängert werden

Geretsried – Der sogenannte „Buchberger Zipfel“ gegenüber dem Geltinger Tierheim als Standort für ein Tiefengeothermie-Projekt ist vom Tisch. Die Firma Enex und ihr kanadischer Partner Eavor haben eine Alternative erarbeitet, für die nun der bestehende Bohrplatz am Hofgut Breitenbach erweitert werden soll. Der Geretsrieder Stadtrat befürwortete die Standortwahl in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig. Bürgermeister Michael Müller erklärte: „Wir begrüßen dieses Engagement ausdrücklich. Die Stadt steht hinter diesem Projekt.“

Noch im Juli waren Enex-Geschäftsführer Dr. Robert Straubinger andere Töne entgegengeschlagen. Nach zwei gescheiterten Bohrversuchen hatte er den Plan vorgestellt, auf der Fläche gegenüber dem Tierheim viermal schlangenartig 4,5 Kilometer in die Tiefe und je 2,5 Kilometer in die Breite zu bohren. Diese sogenannten Loops habe die Firma Eavor in Calgary erprobt. Es handle sich um eine „innovative geothermische Wärmeerschließung“.

Breitenbach als Alternativstandort

Ähnlich einer Fußbodenheizung wird Wasser in die Loops gebracht, das sich durch die Wärme im Untergrund erhitzt und dadurch Energie erzeugt. Das würde das Problem lösen, dass Enex bei seinen Bohrungen in Gelting bislang zwar auf Hitze, aber nicht auf ausreichend Wasser für ein herkömmliches Geothermiekraftwerk gestoßen war.

Prinzipiell stand der Stadtrat dem neuen Projekt aufgeschlossen gegenüber, nicht aber dem Standort am Tierheim. Zum einen wegen der durch die Bohrung entstehenden Lärmbelastung. Zum anderen hätten am „Buchberger Zipfel“ 9000 Quadratmeter Wald gerodet werden müssen. Der Arbeitskreis Klima hatte Enex aufgefordert, Alternativstandorte zu prüfen, etwa am Breitenbach, wo die Firma bereits in der Vergangenheit gearbeitet hat.

Bohrplatz wird nächstes Jahr umgebaut

Im Sommer hatte Straubinger erklärt, dass dies nicht möglich sei. Am Breitenbach laufe das Forschungsprojekt „Zokrates“ des Bundeswirtschaftsministeriums. Doch da der Standort am Tierheim nicht zum Tragen kam, „haben wir uns Gedanken mit unserem Partner aus Kanada gemacht“, berichtete Straubinger am Dienstag. In Betracht gekommen sei ein Privatgrundstück. „Das ist aber aus diversen Gründen nicht machbar“, so der Enex-Geschäftsführer. Straubingers Lösung, auf die er nach eigenen Worten „recht stolz“ ist, ist nun, das am Breitenbach laufende Forschungsprojekt bis Mitte nächsten Jahres abzuschließen, um dort im Anschluss das Modellprojekt mit Eavor durchführen zu können. Der Bohrplatz musste dazu umgeplant werden, so Straubinger. „Es war keine einfache Diskussion mit den Kanadiern.“ Sie müssten laut der neuen Planung 200 Meter tiefer bohren, wodurch teurere Messgeräte nötig seien.

Für das Vorhaben muss der Flächennutzungsplan am Breitenbach geändert werden. Dessen Aufstellung brachte der Stadtrat auf den Weg. Der bestehende Bohrplatz soll erweitert und nach Norden hin verlängert werden, wo ein zweiter Bohrplatz entstehen würde. Dazwischen wäre Platz für temporäre Flüssigkeitsbecken, erklärte Straubinger. Sie seien nötig für die Bohrungen. Danach sollen dort zwei kleine Kraftwerke gebaut werden.

sw

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