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Echte Handarbeit: An den Ständen gab es hübsche Sachen zu entdecken.

Handwerk statt Fressalien

Neuer Platz: Kein Weihnachtsmarkt wie jeder andere

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Geretsried – Es gab ihn zum ersten Mal, und er kam bei den Besuchern richtig gut an: der Weihnachtsmarkt auf dem Neuen Platz. Nicht die Fressalien, sondern das Handwerk in vielen Facetten stand im Mittelpunkt.

Oftmals ist der Besuch von Christkindlmärkten schrecklich langweilig. Glühweinbuden und Crêpes-Stände reihen sich aneinander, und nebenher drehen einem die Händler reichlich Schund an. Der handwerkliche Weihnachtsmarkt am Neuen Platz war zum Glück ganz anders. Er fand am Sonntagnachmittag zum allerersten Mal statt, war richtig gut besucht und in mehrerlei Hinsicht ungewöhnlich – von der Größe über das Ambiente bis zum Angebot.

Ein großer Pluspunkt: Der ganze Trubel spielte sich auf kleinem Raum ab. Acht Holzbuden und vier Zelte waren um den Brunnen herum im Rechteck angeordnet. Dekoriert war der Neue Platz mit Tannenzweigen und bunten Weihnachtspaketen. Glühwein und Bratwurst gab es jeweils genau einmal – und zwar vom Café Ole und der Metzgerei Knöbl. In den anderen Buden standen ebenfalls nur Verkäufer aus Geretsried und Umgebung. Keine Profis, sondern Hobbykünstler boten allerlei hochwertige Weihnachtsdeko an, dazu Strickmützen, Schalen und Keramik. Der Kinderchor der Pfarrei Maria Hilf sang Lieder, und der Nikolaus verteilte Obst und Süßigkeiten an die Kinder – ein Familienfest.

Premiere am Neuen Platz: Der Handwerkliche Weihnachtsmarkt am Sonntagnachmittag.

„Wir wollen die Geschäftsleute vor Ort fördern“, sagte Marktsprecherin Gerda Paul. Zusammen mit Quartiersmanager Christian Lotz und den ansässigen Ladenbesitzern hatte sie den Markt auf die Beine gestellt. Die Idee dazu kam im Sommer auf, nachdem das Stadtteilfest gut angekommen war. Der Bauhof stellte die Buden auf, die angefallenen Kosten teilten sich die Händler. Um Gewinnmaximierung geht es nicht: Manche Standbetreiber spenden ihre Gewinne zum Beispiel für einen guten Zweck. Es ging darum, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Dafür machten alle fleißig Werbung, hängten Plakate auf und verteilten Flyer. Dass dann aber so viele Besucher kamen, überraschte Gerda Paul. Zeitweise herrschte enges Gedränge zwischen den Buden, an manchen Ständen musste man anstehen. „Ich bin rumgegangen, und alle zeigen mir ihren Daumen nach oben. Ich glaube, das läuft ganz gut“, “, sagte Gerda Paul bescheiden.

Katharina Großebüter (25) drehte mit zwei Freundinnen mehrere Runden über den Markt. Die drei haben sich Dirndlringe gekauft – das passt zwar nicht zur Weihnachtszeit, aber die Ringe aus Filz waren einfach schön. „So wie der ganze Markt“, sagte Großebüter. „Hier gibt es andere Stände als sonst überall.“

dor

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