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Ein Blick in die neue Asylbewerberunterkunft: Im Innenhof gibt es einen kleinen Spielplatz.

Voraussichtlich Ende nächster Woche 

Neues Asylbewerberheim wird bezogen

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Geretsried – Der Landkreis hat die neue Asylbewerberunterkunft am Geretsrieder Schulzentrum an die Regierung von Oberbayern übergeben. Voraussichtlich Ende nächster Woche werden die ersten Flüchtlinge einziehen. Ausgelegt sind die beiden Häuser auf 250 Menschen.

Zehn Asylbewerber pro Woche werden aktuell dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zugewiesen. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise waren es fast 60 Menschen am Tag. Damals entschied der Landkreis, mit finanzieller Unterstützung der Regierung von Oberbayern eine weitere Asylbewerberunterkunft zu bauen. Der Standort neben dem Geretsrieder Schulzentrum bot sich an, weil das Grundstück dem Landkreis gehört. Die Preise für Container waren zu dieser Zeit fast unerschwinglich. Also entschied man sich für einen Holzmodulbau. Diese Woche wurde die Unterkunft an die Regierung von Oberbayern übergeben. Unsere Zeitung durfte vorher einen Blick in die Einrichtung werfen. 

Kein Vergleich mit einem Containerbau

Die Zimmer sind zweckmäßig eingerichtet.

Zwei dreigeschossige Häuser, in der Mitte ein Innenhof mit Fahrradständern, Sitzbänken und einem kleinen Spielplatz. Schon von außen sieht die Unterkunft ansprechend aus. Drinnen riecht es nach frischem Holz, alles ist sehr hell und freundlich – kein Vergleich mit einem Containerbau. Von einem langen Gang gehen die Zimmer weg, alle sind zweckmäßig eingerichtet: Betten, Spinde, ein Tisch mit Stühlen und ein Kühlschrank. Das war’s aber auch. Alles andere müssen sich die Bewohner teilen: Auf jeder Etage gibt es nach Geschlechtern getrennte Sanitäranlagen, eine Gemeinschaftsküche mit Kochherden und Spülbecken sowie einen Aufenthaltsraum mit Tischen und Stühlen. In einem Waschraum reihen sich mehrere Waschmaschinen und Trockner aneinander „Mit allgemeinem Wohnraum ist das natürlich nicht vergleichbar“, erklärt Karsten Ludwig, Sachgebietsleiter Asyl am Landratsamt. Das zeigen allein schon die unverkleideten Holzwände. Aber man hat sich bemüht, eine angenehme Wohnatmosphäre zu schaffen. Viele, die das Haus besichtigt haben, seien begeistert gewesen, berichtet Ludwig. Die Unterkunft besteht überwiegend aus Zwei-Bett-Zimmern, es gibt aber auch Familienzimmer mit bis zu fünf Betten. „Unsere Erfahrung zeigt, dass eine gute Mischung an Bewohnern am besten funktioniert“, erklärt Ludwig. „Sie erziehen sich gegenseitig.“ Beispielsweise ist es in der Nacht ruhiger, wenn Kinder mit im Haus wohnen.

Dritte und größte Unterkunft in Geretsried

Die Küchen wie auch die Sanitäranlagen werden gemeinschaftlich genutzt.

Die Asylbewerberunterkunft (ABU) am Schulzentrum ist die dritte und größte in Geretsried. In der ABU I am Robert-Schumann-Weg stehen 80 Plätze zur Verfügung. Diesen Containerbau will der Landkreis laut Ludwig behalten. Bei der Unterkunft in der Filigranhalle an der Blumenstraße mit 145 Plätzen wird überlegt, diese ebenfalls in die Hände der Regierung zu legen. Ein Umzug von den Containern in den neuen Holzbau am Schulzentrum kommt „nur zur Not“ infrage, erklärt Ludwig.

Dass die Nähe der neuen Unterkunft zum Schulzentrum von manchen kritisch gesehen wird, dessen ist man sich im Landratsamt bewusst. „Um eine gewisse Grenze zu ziehen“, so Ludwig, wurde die gesamte Unterkunft mit einem 1,20 Meter hohen Zaun eingefriedet. Die Zufahrt erfolgt über die Jahnstraße, der Zugang über den Fuß- und Radweg an der B 11. Man habe sich bewusst dagegen entschieden, um das Gelände einen zwei oder 2,50 Meter hohen Zaun zu ziehen, erklärt Ludwig. „Es soll für beide Seiten nicht der Eindruck entstehen, dass hier jemand gefangen ist. Bei allen Sicherheitsbedenken – es wäre auch für die Schüler nicht angebracht, würde das Gebäude nebenan wie eine Vollzugsanstalt aussehen.“

sas

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