Bürger- und Jugendhaus in Geretsried Stein
+
So soll es aussehen: das Bürger- und Jugendhaus in Stein. 

„Kaufen uns da massiven Ärger ein“

Neues Bürger- und Jugendhaus in Stein: Sorge um Ruhestörung

Braucht es eine Lärmschutzwand am geplanten Bürger- und Jugendhaus in Stein? Das Thema kam jüngst im Stadtratsausschuss auf.

Geretsried – Im Stadtteil Stein soll ein Bürger- und Jugendhaus entstehen. Jüngst diskutierte der Stadtrat über den Vorentwurf für das sieben Millionen Euro teure Projekt (wir berichteten). In der Sitzung des Entwicklungs- und Planungsausschusses am Dienstag ging es um die Billigung der dafür erforderlichen Bebauungsplanänderung. Das Bürger- und Jugendhaus soll dorthin kommen, wo jetzt noch der Jugendtreff Ein-Stein steht.

Im Wesentlichen müssen für den Neubau das festgeschriebene Baufeld, die Wandhöhen und die Dachform geändert werden, um den Entwurf von Nova-Architekten umsetzen zu können, erläuterte Hilke Jäger vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München. Auch solle die Nutzung für soziale und kulturelle Zwecke im Bebauungsplan festgeschrieben werden.

Patrik Kohlert (Geretsrieder Liste) störte sich am Punkt Immissionsschutz. Dieser sei „über die Betriebsabläufe möglich“, sagte Jäger. In den Hinweisen zum Bebauungsplan ist unter anderem die Rede davon, dass der Streetball-Platz am Gebäude maximal sechs Stunden an Werktagen genutzt werden dürfe. Lkw-Be- und Entladung müsse außerhalb der Ruhezeiten stattfinden und seltene, lärmintensive Veranstaltungen seien auf maximal 18 pro Jahr zu begrenzen. Kohlert bezeichnete dies als „weltfremd“. „Wir kaufen uns da massiven Ärger ein“, sagte der Stadtrat. Lieber solle man jetzt Festsetzungen zum Schallschutz treffen, auch wenn es Geld koste.

Kerstin Halba (SPD) wehrte sich gegen die Idee, eine Schallschutzmauer zu bauen. „Das ist nicht im Interesse der Sozialpädagogen, Jugendlichen und Steiner Bürger“, betonte sie. Das Gelände solle ein öffentlicher Treffpunkt bleiben, auch wenn das Bürger- und Jugendhaus geschlossen ist. Dem widerspreche ein Zaun oder die Begrenzung von Nutzungszeiten. Stadtbaurat Rainer Goldstein versprach, das Thema Schallschutz noch einmal mit dem zuständigen Ingenieurbüro zu klären und beizeiten im Stadtrat zu erläutern.

In der Bebauungsplanänderung sind keine schützenswerten Bäume eingezeichnet. Das regle die Baumschutzverordnung der Stadt, argumentierte Jäger. Martina Raschke (Grüne) sorgte sich daher um die für das Grundstück prägende Baumgruppe. Die bleibe erhalten, versicherte Goldstein aber.  sw

Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare