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Moderne Architektur: An dem geplanten Neubau auf dem Karl-Lederer-Platz scheiden sich die Geister. Auch im Jugendrat waren die Meinungen geteilt.

Geretsrieder Jugendrat sammelt Ideen für den Karl-Lederer-Platz und das Lorenz-Areal

„Nicht in den 60er Jahren stecken bleiben“

Geretsried - Ein jugendfreundliches Café am Karl-Lederer-Platz und ein Bolzplatz auf dem Lorenz-Areal. Das sind die Wünsche des Geretsrieder Jugendrats für die beiden Bauprojekte.

Was soll auf dem Karl-Lederer-Platz und auf dem Lorenz-Areal für Jugendliche entstehen? Die Stadt möchte die jungen Leute bei ihren Planungen berücksichtigen. Vorschläge sammelte die Jugendreferentin des Stadtrats, Heidi Dodenhöft (Freie Wähler), am Mittwoch in der Jugendrats-Sitzung. Die beiden Sprecher des Rats, Laura Diebl und Felix Leipold, sind am kommenden Montagabend sogar auf das Lorenz-Areal eingeladen, um vor Ort mit dem Architekten Klaus Kehrbaum und dem Bauunternehmer Reinhold Krämmel zu sprechen.

„Ihr habt die Chance, dass Eure Wünsche berücksichtigt werden“, sagte Heidi Dödenhöft in der Sitzung. Laura Diebl hatte einen Wunsch: „Ein Café oder eine Kneipe im Stil des Landhaus-Cafés in Wolfratshausen wäre schön“, sagte sie. Dort sollte es auch günstige alkoholfreie Getränke geben, damit sich jüngere Besucher auf eine Cola treffen können. Felix Leipold ergänzte, der Schnellimbiss Subway sei zwar cool, aber die Getränke seien dort recht teuer. Simon Vielreicher meinte, seine Klassenkameraden würden sich ein „Starbucks“-Café in Geretsried wünschen.

Entstehen könnte das jugendfreundliche Lokal (Nicola Heucke: „Der Betreiber muss Jugendliche mögen“) im neuen Krämmel-Gebäude am Karl-Lederer-Platz. Eine Sitzgruppe als Treffpunkt für Jugendliche im Freien fänden die Jugendräte nur gut, wenn insgesamt mehr los wäre im Zentrum, sodass sich niemand über die jungen Leute beschweren würde.

Zur Architektur des neuen Krämmel-Baus hatten die Jugendräte unterschiedliche Meinungen. Das Gebäude soll wie berichtet weiter in den Platz ragen als das bisherige Haus, in dem zuletzt der Schlecker-Markt untergebracht war, und bis zu sieben Geschosse hoch werden. Nicola Heucke meinte, vom obersten Stockwerk hätte man sicher einen tollen Ausblick über die Stadt. Ihr würde ein Hochhaus im Zentrum gefallen. Auch Kerstin Meier fände den geplanten „Turm“ interessant.

Laura Diebl dagegen kann sich ein so hohes Gebäude auf dem Karl-Lederer-Platz nicht vorstellen: „In meinem Freundeskreis sagen sie, man sollte nicht alles so modern bauen und lieber die Architektur des Rathauses aufgreifen.“ Dennis Bock sorgt sich wegen der Verschattung des Platzes. Simon Vielreicher glaubt, das Gebäude würde zu viel Raum einnehmen, so dass der Platz für Veranstaltungen zu klein werden könnte. Birk Tomsu meint, der „Turm von Geretsried“ könnte ähnliche Berühmtheit wie die Hollywood-Kurve erlangen, er könnte zum „Markenzeichen“ werden. Felix Leipold findet, Geretsried dürfe als größte Stadt im Landkreis ruhig einige hohe Häuser haben: „Wir müssen auch mal Gas geben und sollten nicht in den 60er Jahren stecken bleiben.“

Für das geplante Wohnviertel auf dem Lorenz-Grundstück regt der Jugendrat einen Bolzplatz für Ältere an, nicht nur einen Kleinkinderspielplatz. Birk Tomsu: „Ein Platz wie an der Jeschkenstraße mit Basketballkörben wäre gut.“

von Tanja Lühr

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