Tote und Verletzte in den USA: Zug stürzt auf Autobahn

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Ungewöhnlich: Ein Mehrfamilienhaus mit Walmdach ersetzt das ehemalige Pförtnerhaus an der Adalbert-Stifter-Straße.

Bauboom hält an 

Niedrige Zinsen beflügeln den Wohnungsmarkt

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In Geretsried schießen die Neubauten aus dem Boden. Etwa 100 Wohnungen sind aktuell auf dem Markt und verkaufen sich gut – trotz eines Quadratmeterpreises von durchschnittlichzirka 4500 Euro.

Geretsried – Im ruhigen Musikerviertel entstehen gerade zwei Mehrfamilienhäuser mit 16 Wohnungen. Bezugsfertig sind sie Ende des Jahres. „Acht bleiben im Bestand des Bauherren, acht sind für den Verkauf bestimmt“, erklärt Bürokauffrau Sabine Grad von der Raiffeisenimmobilien im Landkreis auf Nachfrage. Relativ zügig seien die „hochwertig gebauten“ Einheiten am Haydnweg verkauft worden – an Geretsrieder und Interessenten aus der Region. „Vor allem die Wohnungen im Erdgeschoss waren schnell weg“, sagt Grad. Noch zu haben ist eine Dachgeschosswohnung mit 106 Quadratmetern. Kostenpunkt: knapp 520 000 Euro.

Ein Penthouse für 835 000 Euro

Insgesamt 34 Wohnungen und zwölf Reihenhäuser baut die Firma Krämmel in ihrer Anlage „Ecoleben“ im Blumenviertel nahe den Isarauen. Laut Exposé zeichnen sich die Häuser am Isardamm 133 durch ihre Energieeffizienz und Nachhaltigkeit aus. Das scheint bei den Interessenten anzukommen: Bis auf zwei Wohnungen ist schon alles weg. „Wir haben noch eine Penthouse-Wohnung mit 160 Quadratmetern und eine Maisonette-Wohnung mit 134 Quadratmetern“, sagt Vertriebsmitarbeiter Andreas Kruck im Gespräch mit unserer Zeitung. Käufer müssen dafür ziemlich tief in die Tasche greifen: Die Penthouse-Wohnung kostet 835 000 Euro, die kleinere 625 000 Euro.

Naturnah: Die Krämmel-Unternehmensgruppe errichtet am Isardamm 34 Wohnungen und zwölf Reihenhäuser.

In die größeren Wohnungen würden die Käufer oft selbst einziehen, so Krucks Erfahrung. Kleinere Einheiten seien bei Kapitalanlegern beliebt. Viele Wohnungskäufer kämen aus Geretsried, Wolfratshausen, einige aus der Region. „Bei den Häusern ist es gemischt, da kommen auch welche aus München“, sagt der Vertriebsmitarbeiter. Nächstes Jahr im August könnten die Käufer ihre eigenen vier Wände beziehen. Mit dem bisherigen Verkauf sei man „auf jeden Fall“ zufrieden. Kruck: „Jeder will sein Geld anlegen.“

Drei Projekte an der Stifter-Straße

Gleich drei große Projekte betreut das Wolfratshauser Immobilienbüro Bartsch in Geretsried. An einer der Hauptverkehrsachsen, der Adalbert-Stifer-Straße, baut die Keval-Gruppe 26 Wohnungen. Mitte Juni war Richtfest für das „Bucheneck“, im Herbst nächsten Jahres soll die Anlage bezugsfertig sein. „Der Vertrieb ist ganz gut gelaufen“, sagt Makler Carlheinz Bartsch zufrieden. „Eine Wohnung ist noch übrig.“ Die rege Nachfrage erklärt sich der Experte auch damit, dass das Immobilienangebot in der Nachbarstadt „extrem überschaubar“ sei. „Auch Wolfratshauser kaufen in Geretsried gerne was zur Kapitalanlage“, sagt Bartsch.

Zentral: An der Adalbert-Stifter-Straße baut Keval zwei Wohnanlagen. Das „Bucheneck“ ist 2018 bezugsfertig.

Gegenüber arbeiten die Handwerker ebenfalls fleißig. Auf dem ehemaligen Grund der Neuapostolischen Kirche entsteht ein Haus mit 16 Wohnungen – ebenfalls ein Projekt von Keval. Für das „Waldviertel“ wird gerade die Tiefgarage erstellt. Die schnörkellose Architektur wird dem gegenüberliegenden Neubau sehr ähnlich werden. Eine Verglasung der Balkone soll die Seite zur Adalbert-Stifter-Straße vor Schall schützen. Bisher sind zwei Einheiten verkauft.

Weiter südlich an der Adalbert-Stifter-Straße weisen Schilder auf eine weitere Baustelle hin. Dort, wo einst das Pförtnerhaus des Rüstungsbetriebs Dynamit Aktiengesellschaft (DAG) stand, ist ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus mit 17 Wohnungen und Tiefgarage geplant. „Es ist relativ ungewöhnlich, weil es ein Walmdach hat“, erklärt Markus Schweiger vom Immo-Center der Sparkasse. 30 Prozent seien bisher verkauft. „Aber es ist noch für jeden Interessenten etwas dabei.“ Die Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen sind zwischen 60 und 120 Quadratmeter groß. Interessant: „An jedem Stellplatz in der Tiefgarage wird es möglich sein, eine Ladestation für Elektro-Autos nachzurüsten.“

Mittendrin: Im Stadtzentrum baut die KLP Projekt UG zwölf Wohnungen und zwei sogenannte Town-Houses.

Auch für das „Centrum 20“ der KLP Projekt UG am Karl-Lederer-Platz hat die Sparkasse den Vertrieb übernommen. Geplant sind zehn Wohnungen und zwei sogenannte Town-Houses. Das sind Vier-Zimmer-Maisonettewohnungen, die einem Reihenhaus ähneln. Acht Einheiten sind laut Schweiger bereits für Käufer reserviert. Zwei Wohnungen sowie die beiden Town-Houses sind noch frei. Letztere gebe es in Geretsried nicht so häufig. „Das hat seinen Reiz“, meint der Immobilienfachwirt. Hier liegen die Quadratmeterpreise bei etwa 4600 Euro im Durchschnitt.

Auch im Ortsteil Stein ragen Baukräne in die Höhe: Am Steiner Ring werden gerade vier Mehrfamilienhäuser gebaut. 100 Wohnungen entstehen – 30 davon im sozialen Wohnungsbau. Fertig sein sollen sie Mitte 2019. Den Vertrieb der Eigentumswohnungen hatte ursprünglich das Immobilienbüro Schneider & Prell aus Wolfratshausen übernommen. Jetzt ist das die Aufgabe von Carlheinz Bartsch. „Das war eine unternehmerische  Entscheidung des Bauträgers“, erklärt der Makler. Näher möchte er sich dazu nicht äußern.

Roche-Mitarbeiter vermehrt interessiert

Bauträger ist wie berichtet die GIEAG Immobilien AG, ein börsenorientiertes Familienunternehmen mit Sitz in München. Bislang sind drei Wohnungen der Anlage „Kirschgarten“ am Steiner Ring verkauft. 16 sind reserviert. Unter den Interessenten sind laut Bartsch viele junge Leute aus Geretsried, die einen gewissen Bezug zum Ortsteil haben und einige, die schon auf die Verlängerung der S-Bahn spekulieren – die S 7 wird nach aktuellem Stand frühestens Ende 2028 in die größte Stadt im Landkreis rollen.

Für alle drei Projekte „lässt sich fast pauschal sagen, dass unter den Käufern zwei Drittel Einheimische, ein Drittel Auswärtige sind“, berichtet der Wolfratshauser Makler. Neben Münchnern interessieren sich auch vermehrt Angestellte der Firma Roche in Penzberg für die Stadt Geretsried. Das Biotechnologiezentrum beschäftigt inzwischen fast 6000 Mitarbeiter. Bartsch: „Das merken wir enorm. Und die niedrigen Zinsen beflügeln den Immobilienmarkt.“

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