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Voll besetztes Gotteshaus: Das Vokalensemble „Mixed Voices“, das Vokalensemble der „Groove Academy“, der Gospelchor St. Lukas und die „SJE Big Band“ bescherten den Besuchern des „Sacred Concert“ in der Kirche Heilige Familie in Geretsried einen ganz besonderen Konzertabend.

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"Kultur im Herbst": Tolles Programm, super besucht

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Geretsried - Für die Kürze der Zeit, die zum Umorganisieren blieb, hat der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) ein tolles „Kultur im Herbst“-Programm auf die Beine gestellt. Das findet nicht nur KIL-Vorstandsmitglied Assunta Tammelleo.

Die Schatzmeisterin des Vereins mag sich nicht selber loben. Doch Assunta Tammelleo meint, dass es ihr und ihrer Vorstandskollegin Andrea Weber gelungen ist, den Kulturherbst gut zu retten. Die in andere Lokalitäten verlegten Konzerte mit Claudia Koreck und Konstantin Wecker sowie der Kabarettabend mit Wolfgang Krebs seien „super“ besucht gewesen. Allerdings hätten einige wenige Fans abgewiesen werden müssen.

Konkret: Beim Koreck-Konzert im Hinterhalt habe man zwei Personen wieder nach Hause schicken müssen, bei Wolfgang Krebs in den Ratsstuben „nicht mehr als zehn Leute“, so Tammelleo. Die Brandschutzvorschriften würden eben nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern erlauben. Wer im Vorverkauf Tickets für eine der beiden Veranstaltungen gekauft habe und nicht zum Zug gekommen sei, solle sich beim Kulturverein melden. Dieser könne eventuell Ersatzveranstaltungen anbieten. Ins „Sacred Concert“ am Sonntagabend in der Kirche Heilige Familie (siehe Seite 4) sei man zum Beispiel auch mit anderen Kulturherbst-Karten gekommen.

Dass Einlass, Ablauf und Rahmenprogramm bei allen Terminen so gut funktioniert hätten, sei gut 40 ehrenamtlichen Helfern aus Geretsried und dem übrigen Nordlandkreis, dem Kulturforum, den Gastwirten und Saalbetreibern zu verdanken, betont Tammelleo: „Der TuS Geretsried und der Wirt der Vereinsgaststätte sowie das Personal von den Ratsstuben haben uns toll unterstützt.“ Im Namen des KIL bedankt sie sich auch bei den Künstlern und Agenturen für deren Entgegenkommen.

Voll des Lobes für den nach der Insolvenz von Kulturherbst-Veranstalter Florian Zwipf-Zaharia eingesprungenen KIL ist Bürgermeister Michael Müller: „Ich bin sehr zufrieden, dass es gelungen ist, die Veranstaltung doch noch zu stemmen.“ Der Rathauschef selbst war so gut wie bei allen Terminen dabei. „Es war ein buntes Programm, das für jeden etwas bot“, bilanziert er. Zusammen mit dem Stadtrat hatte der Bürgermeister dem gemeinnützigen Verein 80 000 Euro aus dem Kulturbudget für die Durchführung der „Geretsrieder Kultur im Herbst“ zur Verfügung gestellt (wir berichteten). Das Geld ist laut Tammelleo noch nicht aufgebraucht. Es würden aber noch Rechnungen ausstehen. Vom Restbetrag wolle man die ehrenamtlichen Helfer zum Essen einladen. Auch beim Bürgermeister, den Kulturamtsmitarbeitern und dem Kulturreferenten wolle man sich auf diesem Weg für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Der KIL hat bewiesen, dass er die Organisation eines so großen, einwöchigen Festivals im Kreuz hat. Es gab viele Besucher, die sagten: „Übernehmt Ihr doch den nächsten Kulturherbst.“ Tammelleo ist nicht abgeneigt. Der seit vier Jahren bestehende, rund 40 Mitglieder zählende, gemeinnützige Verein könne sich allerdings schon rein rechtlich nicht an einer bayernweiten Ausschreibung beteiligen. „Aber wenn die Stadt unsere Unterstützung wünscht, stehen wir selbstverständlich jederzeit bereit.“ Mit ein bis zwei Jahren Vorbereitungszeit traue sich der KIL zu, ein professionelles Event auf die Beine zu stellen, sagt Tammelleo – dann auch gerne wieder im atmosphärisch schönen Zirkuszelt.

Bürgermeister Müller sendet ein positives Signal in dieser Richtung aus. „Kultur im Herbst“ 2016 habe deutlich gemacht, „dass wir das Potenzial in der Region stärker nutzen sollten“. Die Idee, den KIL mit dem Kulturherbst 2018 zu betrauen, würde auf jeden Fall im Stadtrat besprochen.

Tickets aufbewahren

Im Rahmen der „Geretsrieder Kultur im Herbst“ findet am 26. November im Hinterhalt noch der Kabarettabend mit Christian Springer statt. Der Termin für die „Young Music Night“ wird noch bekannt gegeben. Assunta Tammelleo weist darauf hin, dass alle Eintrittskarten für den Kulturherbst aufbewahrt werden sollen, da verschiedene entfallene Programmpunkte eventuell 2017 nachgeholt werden. An den Insolvenzverwalter (E-Mail: cultus@ sorg-inso.de) sollten nur gescannte Tickets geschickt werden.

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Das Unmögliche möglich gemacht

Respekt an den Kulturverein Isar-Loisach (KIL) und seine vielen ehrenamtlichen Helfer. Nach der Pleite des Kulturherbst-Veranstalters Florian Zwipf-Zaharia und seiner Agentur Cultus-Production haben sie das Unmögliche möglich gemacht. Immerhin sechs Events konnten gerettet werden.

Die Ticketbesitzer, die sonst auf ihrem Geld sitzen geblieben wären, werden es ihnen danken. Auch der Stadt gebührt ein Dank, dass sie auf die Schnelle 80 000 Euro locker gemacht hat. Eine Summe, die übrigens nicht der Verein einsackt, wie erste Neider behaupten. Das Geld dient allein zur Deckung der Ausgaben, jeder Cent wird genau abgerechnet. Insofern ist es Assunta Tammelleo und ihren Mitstreitern hoch anzurechnen, dass sie als Veranstalter eingesprungen sind. Sie haben damit nicht nur den Imageschaden für Geretsried begrenzt. Sie haben auch eindrucksvoll gezeigt, welch großer Zusammenhalt in der Stadt herrscht.

Als Festival „von Bürgern für Bürger“ wurde der Kulturherbst einst ins Leben gerufen. Vielleicht sollte man zu dieser Idee zurückkehren. Als Festivalleiter hat sich KIL schon mal wärmstens empfohlen.


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