Auf Höhe des Breslauer Wegs quert der Isarradweg die Staatsstraße 2369.
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Gefahrenstelle: Auf Höhe des Breslauer Wegs quert der Isarradweg die Staatsstraße 2369. Für den Bau einer Unterführung sieht die Stadt derzeit keine Chance.

Ergebnis einer Umfrage

Note 3,8 für den Radverkehr: ADFC stellt Geretsried ein eher schlechtes Zeugnis aus

Erstmals beteiligten sich so viele Geretsrieder am Fahrradklimatest, dass es für eine Auswertung reichte. 88 Frauen und Männer stellten ihrer Heimatstadt ein Zeugnis aus. Das Ergebnis der Gesamtbewertung: 3,83.

Geretsried – In der niederländischen Hauptstadt Amsterdam gehören Radfahrer zum Stadtbild. Teilweise transportieren sie sogar kleine Möbelstücke mit ihrem Velo. Kein Wunder, denn auf zwei Reifen kommt man dort bestens voran, die Radwege sind zahlreich und breit. Hierzulande kann davon keine Rede sein, wie aus dem Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) hervorgeht. Die Teilnehmer der Umfrage, die alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt wird, gaben Bayern die Schulnote ausreichend.

Die größte Stadt des Landkreises liegt in diesem Notendurchschnitt. Erstmals beteiligten sich so viele Geretsrieder am Fahrradklimatest, dass es für eine Auswertung reichte. 88 Frauen und Männer stellten ihrer Heimatstadt ein Zeugnis aus. Das Ergebnis der Gesamtbewertung: 3,83. Damit belegt Geretsried deutschlandweit Platz 165 von 415 Städten in der Kategorie 20 000 bis 50 000 Einwohner.

Erreichbarkeit des Zentrums wird überwiegend positiv bewertet

Die Teilnehmer der Umfrage beantworten die 27 Fragen recht unterschiedlich. Tendenziell finden sie aber eher, dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr gemacht wurde. Die Mehrheit kritisiert, dass nichts unternommen wird, wenn Autos auf Radwegen parken, und beurteilt diese als zu schmal. Auch der Mangel an Leihrädern und die Mitnahme von Rädern im öffentlichen Nahverkehr wird angemahnt. Die Verkehrsführung für Radler durch Baustellen ist den Bewertungen zufolge ausbaufähig. Insgesamt fühlen sich viele Radfahrer als Verkehrsteilnehmer in Geretsried nicht so sicher. Überwiegend positiv wird jedoch die Erreichbarkeit des Zentrums bewertet. Und die meisten finden, dass man in Geretsried sein Ziel zügig und direkt erreichen kann.

Der Vorstand des ADFC-Kreisverbands bedankt sich in einer Pressemitteilung bei allen Bürgern, die sich zwischen September und November zur Fahrradsituation geäußert haben. Für die Vorsitzende Josefine Hopfes, im Verein zuständig für den Radverkehr in Geretsried, waren die selbst geschriebenen Texte besonders aufschlussreich, die die Teilnehmer am Ende ihrer Fragebögen ergänzen konnten. Die Äußerungen würden zeigen, „was den Bürgern in Bezug auf Rad fahren unter den Nägeln brennt“, so Hopfes.

ADFC weist auf Gefahrenstellen hin

Der ADFC selbst weist immer wieder auf drei Gefahrenstellen für Radfahrer hin: die B11-Einmündungen an der Blumenstraße (Geretsried Nord) und am Karl-Lederer-Platz (Geretsried Mitte) sowie die Überquerung der Tattenkofener Straße/Staatsstraße 2369 auf Höhe des Breslauer Wegs. Das sahen viele der Teilnehmer ähnlich. Häufig kritisiert wird das Provisorium im Stadtzentrum. Dort wird der Radweg derzeit unterbrochen und um das Rathaus herumgeleitet, damit Radler nicht mit dem Verkehr an der dortigen Tiefgaragenrampe kollidieren. Ein Geretsrieder bezeichnet das als „absolute Katastrophe“. Zur Kreuzung des Radwegs mit der Tattenkofener Straße schreibt ein anderer: „Dass da nicht mehr passiert – ein Wunder.“ Ein weiterer nennt die Querung der Blumenstraße als „lebensbedrohend“.

Häufig geäußert wird der Wunsch nach einem durchgängigen Radweg nach Bad Tölz. Einige kritisieren, dass nichts passiert ist, seit der Stadtrat sich vor einem Jahr entschieden hat, „Fahrradfreundliche Kommune“ werden zu wollen. Zwischen all der Kritik findet sich aber auch ein Lob: „Insgesamt ist die Situation – im Vergleich zu anderen Städten in der Umgebung – ganz gut.“

sw

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