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Die Geretsrieder Mittelschulturnhalle soll nach den Osterferien wieder für Sport zur Verfügung stehen. Die Asylbewerber haben die Halle in tadellosem Zustand hinterlassen. Jetzt laufen die Aufräumarbeiten.

Mittelschulturnhalle Geretsried

Notunterkunft in Geretsried aufgelöst

Geretsried - Allen Gerüchten zum Trotz: Die Asylbewerber haben die Geretsrieder Mittelschulhalle in tadellosem Zustand hinterlassen. Die Mitarbeiter des Landratsamts können sich daher ganz aufs Aufräumen konzentrieren. Nach den Osterferien soll die Turnhalle wieder für Sport zur Verfügung stehen.

„Nur Notausgang“ steht auf Deutsch und Arabisch auf einem der Informationszettel, die vereinzelt noch an der Wand kleben. Ein Mitarbeiter des Landratsamts entfernt den Aushang. In der Turnhalle an der Stifter-Straße herrscht eine Stimmung wie beim Frühjahrsputz. Seit Montag bauen Mitarbeiter der Kreisbehörde die Betten, Trennwände, Spinde und Mülleimer ab. Die Möbelstücke und Holzverschläge werden in einem großen Container auf dem Schulgelände gelagert, damit man im Notfall schnell wieder darauf zugreifen kann. 

Wie berichtet ist es dank der derzeit geringen Zugangszahlen an Flüchtlingen möglich, die Halle zu räumen. Seit November fanden hier etwa 600 Personen eine kurzfristige Bleibe. An die vielen Bewohner erinnern heute nur noch ein Paar Socken und ein Schal, den die Besitzer vergessen haben. Alle anderen Hinterlassenschaften haben die Mitarbeiter des Landratsamts entfernt. 

Nach den Osterferien soll die Halle wieder für den Schulsport zur Verfügung stehen. Das Ziel scheint realistisch: „Es gibt keine schwerwiegenden Schäden an unserer Halle“, sagt Markus Dirigl bei einem Ortstermin. Der Gebäudetechniker des Landratsamts ist davon nicht überrascht. „Wir haben die Halle gelegentlich besucht, während sie belegt war.“ Der Eindruck, den er dabei gewonnen hat, bestätigt sich jetzt: „Die Bewohner haben sich gut verhalten und Rücksicht genommen“, attestiert Dirigl den Asylbewerbern ein tadelloses Benehmen. 

Trotz anders lautender Gerüchte ist zum Beispiel auch der sensible Boden in bestem Zustand. „Wir haben die gesamte Fläche mit einem Spezialbelag ausgelegt“, zeigt Dirigl bei einem Rundgang. Auch an den Stellen, wo die Betten standen, sind keine Abdrücke im Belag zu sehen – der darunter liegende Boden ist gut in Schuss. 

Ein Gutachter hatte vor der Belegung der Turnhalle alle bestehenden Mängel schriftlich festgehalten. Die wenigen neuen Schäden werden ausgebessert, noch bevor die Osterferien enden. Besonders umfangreich dürfte das nicht werden. Lediglich an den Sanitäranlagen stehen einzelne Reparaturen an, sagt der Experte. 

Durch die intensive Nutzung in den vergangenen Wochen – in Spitzenzeiten waren 150 Bewohner täglich hier – haben sich Kalkeinlagerungen gebildet. „Damit war aber zu rechnen. Was viel benutzt wird nutzt sich ab“, sagt Markus Dirigl. Ein größeres Problem sei das nicht. „Das wird entfernt, außerdem werden ein paar Dichtungen ausgewechselt“, kündigt der Gebäudetechniker an. Mit viel mehr Arbeit rechnet er nicht: „Wir müssen nur noch abräumen und putzen, dann ist die Halle wieder in Schuss für den Schulsport.“

Dominik Stallein

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