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Treue Genossen: Für langjährige Mitgliedschaft ehrte SPD-Ortsvorsitzenderf Martin Bruckner (re.) seine Parteifreunde (v. li.) Wolfgang Kohler (30 Jahre), Marianne Kohler (20), Kerstin Halba (30), Michael Lasidis (10).

"Ohne sie wäre die Gesellschaft ärmer"

60 Jahre SPD Geretsried: So wurde gefeiert

Geretsried - Mit einer harmonischen Feier beging der SPD-Ortsverein am Samstagabend sein 60-jähriges Bestehen im Gasthaus Geiger. Der Ehrengast Florian Pronold würdigte das Engagement der Genossen mit einer schönen, persönlichen Rede.

Rote Tischdecken, Häppchen und Sekt, Stellwände, auf denen die Historie des Ortsvereins von der Gründung am 16. Juni 1956 bis zur aktuellen Stadtratsarbeit abgebildet ist. Ortsvorsitzender Martin Bruckner und sein Vorstandsteam haben sich alle Mühe gegeben für die 60-Jahr-Feier der SPD Geretsried. Zwischen den durchweg netten Ansprachen singt die Wolfratshauser Künstlerin Claudia Sommer.

„As time goes by“ darf nicht fehlen bei einem solchen Anlass. Aber auch weniger Melancholisches hat die Sängerin und Komponistin für die Genossen ausgewählt. Unter ihnen sind Frauen und Männer der ersten Stunde wie Edith Boxberger, seinerzeit erste Umweltbeauftragte des Stadtrats, Urgestein Herbert Mieseler sowie Mitglieder der traditionell roten Familien Hopfner und Halba. Auch Mitglieder des Kreisverbands und des Wolfratshauser Ortsvereins erweisen den Jubilaren die Ehre.

Unter Bürgermeister Schneider wurden Glanzlichter gesetzt

Martin Bruckner erinnert in seiner Begrüßung an die Glanzlichter der 60-jährigen SPD-Ära, die vor allem unter Bürgermeister Heinz Schneider gesetzt wurden. Vize-Bürgermeister Hans Hopfner, der Michael Müller vertritt, versucht, den Spagat zwischen Lobesworten für seine Partei und Glückwünschen der Stadt hinzubekommen. Es gelingt ihm, schließlich sind die Verdienste der einst stärksten Fraktion im Stadtrat nicht wegzuleugnen: der soziale Wohnungsbau, die Errichtung von Schulen, Sportstätten, Senioren- und Jugendtreffpunkten sowie die Gründung der Partnerschaft mit dem französischen Stadt Chamalières.

Heute wie damals würden sich die Sozialdemokraten in Geretsried für die Werte Gerechtigkeit, Freiheit, Menschenwürde und Solidarität einsetzen, sagt Hopfner. So gehe die Forderung, beim Neubauprojekt auf dem Lorenz-Areal ein Drittel Sozialwohnungen und ein Drittel bezahlbare Mietwohnungen zu schaffen, auf die SPD-Fraktion zurück. Der Vize-Bürgermeister bedankt sich bei allen Anwesenden für „60 Jahre gelebte und geleistete Arbeit für unsere Stadt Geretsried“.

Die Sozialdemokratie habe die Stadt „ganz wesentlich geprägt“, weiß auch der in Kochel lebende Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel aus langjähriger, politischer Begleitung. Der Landtagsabgeordnete Florian von Brunn verspricht, sich für einen S-Bahn-Anschluss für die größte Kommune im Landkreis einzusetzen. Er lobt die Geretsrieder, dass sie bei der AfD-Kundgebung im Frühling parteiübergreifend gegen Rechts Flagge gezeigt hätten.

Lobende Worte des Landesvorsitzenden Florian Pronold

Der Festredner Florian Pronold, Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender der bayerischen SPD, erzählt von seinem Lieblingsfilm „Ist das Leben nicht schön?“ mit James Stewart in der Hauptrolle. Darin geht es um den sozial engagierten Bürger George Bailey, der in der Weihnachtsnacht wegen eines Missgeschicks seinen Lebensmut verliert und sich von einer Brücke stürzen will – bis er von einem Engel gerettet und ihm gezeigt wird, wie seine Heimatstadt aussehen würde, wenn er nie geboren wäre.

Ohne die engagierten Sozialdemokraten, die sich stundenlang in den Ortsverbänden und in Stadtratssitzungen um das Wohl der Bürger sorgen würden, wäre „die Gesellschaft ärmer und kälter“, sagt Pronold. „Es ist noch keiner in die SPD eingetreten, um Karriere zu machen“, meint er mit einem Seitenhieb auf andere Parteien. Angenehm kurz streift der Ehrengast die Errungenschaften und Ziele der Sozialdemokraten auf Bundesebene. Sein Fazit: In der großen wie in der kleinen Politik dürften die Genossen „ruhig ein wenig mehr über das reden, was wir gut machen“.

Von Tanja Lühr

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