+
Au Revoir: Karin Schlich verabschiedet sich aus dem Vorstand des Partnerschaftsvereins. Das Foto entstand bei einem Arbeitsessen mit Bürgermeister Michael Müller (li.) und seinem französischen Amtskollegen Louis Giscard d’ Estaing.  

Partnerschaftsverein Geretsried-Chamalières

Karin Schlich sagt Au Revoir

  • schließen

Vier Jahre sind genug, findet Karin Schlich. Die Geschäftsführerin des Partnerschaftsverein Geretsried-Chamalières wird sich bei der Jahresversammlung nicht mehr zur Wahl stellen.

Geretsried – An diesem Freitagabend treffen sich die Mitglieder des Partnerschaftsvereins Geretsried-Chamalières (PSV) zu ihrer turnusgemäßen Jahresversammlung. Auf der Tagesordnung stehen auch Vorstandswahlen. Nicht mehr zur Wahl stellt sich Schriftführerin Karin Schlich, die gleichzeitig als Geschäftsführerin fungierte. In einem Gespräch mit unserer Zeitung zieht die 51-jährige Apothekerin aus Geretsried Bilanz.

Frau Schlich, Sie haben den Posten der Geschäftsführerin von Yvette Sauer vor vier Jahren übernommen. Was hat sich für den Verein dadurch verändert?

Ich wollte den Verein auf eine breitere Grundlage stellen und junge Menschen für die Idee der Partnerschaft begeistern.

Viel Arbeit für eine Person

Was gehörte alles zu Ihren Aufgaben?

In den vergangenen vier Jahren habe ich zweimal die Fahrt der Geretsrieder nach Chamalières organisiert und war vor Ort rund um die Uhr im Einsatz. Den mehrtägigen Gegenbesuch der französischen Freunde durfte ich auch zweimal organisieren. Ich habe mich sozusagen um das Komplettpaket gekümmert. Auch die Organisation und Betreuung des PSV-Standes am Geretsrieder Christkindlmarkt war eine meiner Aufgaben.

Puh, das klingt nach viel Arbeit für eine Person.

Ja, ich habe sehr viel Zeit in den Verein investiert und ich habe es sehr gerne gemacht.

Haben Sie zu wenig Unterstützung aus dem Vorstand bekommen?

Es gibt die Komitee-Sitzungen, die drei- bis fünfmal im Jahr stattfinden. Da werden sehr gute Ideen eingebracht. Bei der Umsetzung bin ich allerdings viel auf mich allein gestellt gewesen.

„Jetzt können gern mal andere ran“

Ist das der Grund, warum Sie sich aus dem Vorstand zurückziehen?

Mein Rückzug hat private Gründe. Meine Eltern sind krank geworden, und ich möchte mich mehr um sie kümmern. Außerdem habe ich eine Zusatzqualifikation zur Apothekerin für Senioren gemacht. Da möchte ich mich mehr in meinem Beruf einbringen. In Summe habe ich mich jetzt sechs Jahre für den Verein engagiert. Jetzt können gern mal andere ran. Ich wünsche meinem Nachfolger alles Gute.

Hat Ihnen die Arbeit als Geschäftsführerin Spaß gemacht?

Sehr, mit Leib und Seele. Ich durfte viel lernen und kam mit tollen Menschen in Kontakt – in Geretsried und in Frankreich. Meine Französischkenntnisse haben sich natürlich auch stark verbessert. Ich bin für die Erfahrungen, die ich machen durfte, und für die Zeit sehr dankbar. Ich möchte sie keinesfalls missen. Mein Engagement fand viel Anerkennung und Respekt in Chamalières.

Welche Ziele hatten Sie bei Amtsantritt?

Ich fand es traurig, dass der Verein so wenige Mitglieder hatte. Damals waren es gut 60. Während meiner Amtszeit hat sich die Anzahl verdoppelt, heute sind es gut 120. Außerdem lag es mir am Herzen, den offiziellen Schüleraustausch zu intensivieren. Ich bin in die Schulen gegangen, habe mit den betreuenden Lehrern geredet und Brücken gebaut. Neben dem Gymnasium beteiligt sich jetzt auch die Realschule am offiziellen Schüleraustausch. Sensationell war der Austausch im vorletzten Jahr. 96 Schüler aus Geretsried und Chamalières plus Lehrkräfte waren daran beteiligt. Das war gigantisch. Mittlerweile sind auch die Musikschule und die École de musique de Chamalières an einem Austausch interessiert.

„Für meinen Nachfolger ist alles vorbereitet“

Haben sich daraus tiefere Verbindungen ergeben?

Die 13 und 14 Jahre alten Schüler nutzen den offiziellen Schüleraustausch, der jeweils eine Woche dauert, um ihren Austauschpartner kennen zu lernen. Anschließend organisieren einige der Jugendlichen in Eigeninitiative einen längeren Aufenthalt an einer Schule in der Partnerstadt. Das Ganze läuft über eine Internetplattform. Wenn alles passt, Eltern und Schulen einverstanden sind, kann es los gehen. Im vergangenen Schuljahr waren sieben Schüler aus Chamalières da und sieben Schüler gingen einen bis drei Monate nach Chamalières. Dieses Jahr dürften es auch wieder sieben oder acht Schüler sein. Dieses Jahr wurde das „Orchestre Jumelage“ gegründet. Es hat bereits bei unserem diesjährigen Besuch in Chamalières gemeinsame Konzerte gegeben und wird neue Impulse setzen.

Im nächsten Jahr kommt mit der Feier des 35-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft viel Arbeit auf den Verein zu.

Das entsprechende Programm steht im Großen und Ganzen. Für meinen Nachfolger ist alles vorbereitet. Ich kann guten Gewissens sagen, dass ich ein bestelltes Feld hinterlasse.

Gibt es für Sie einen Nachfolger?

Als Schriftführerin wird sich Edith Peter zur Wahl stellen. Sie war bisher die Vertreterin des Stadtrats im Komitee. Wer Geschäftsführer wird, weiß ich nicht.

Bleiben Sie weiterhin Mitglied im Partnerschaftsverein?

Auf jeden Fall. Ich werde im nächsten Jahr bei den Feierlichkeiten dabei sein und einen Gast aus Frankreich aufnehmen. Ich möchte allen Mitgliedern des PSV für ihre Unterstützung und wertvolle Mitarbeit in den vergangenen vier Jahren danken.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Darum kritisieren die Jusos die Razzia in der Asylbewerber-Unterkunft
150 Polizisten waren vergangene Woche im Einsatz, um präventiv zu verhindern, dass sich aus der Asylbewerber-Unterkunft an der Jahnstraße ein „Brennpunkt“ entwickelt. …
Darum kritisieren die Jusos die Razzia in der Asylbewerber-Unterkunft
„Silverfish Surfers“ rocken für die Surfwelle in Wolfratshausen
Der Verein „Surfing Wolfratshausen“ träumt von einer Surfwelle in der Loisachstadt. Ein Benefizkonzert brachte die Initiatoren ein Stück näher zum Ziel.
„Silverfish Surfers“ rocken für die Surfwelle in Wolfratshausen
Großeinsatz in Wolfratshausen: Mann eröffnet Grillsaison – Nachbar vermutet Brand
Großalarm in Wolfratshausen: Mehr als 100 Einsatzkräfte rückten aus, doch vor Ort entpuppte sich der vermeintliche Großbrand als etwas ganz anderes.
Großeinsatz in Wolfratshausen: Mann eröffnet Grillsaison – Nachbar vermutet Brand
Polizisten beleidigt: Geretsrieder liefert originelle Erklärung vor Gericht
Ein Geretsrieder hat gleich drei Polizisten mit Schimpfworten beleidigt. Nun musste er sich vor Gericht verantworten – und lieferte eine interessante Erklärung.
Polizisten beleidigt: Geretsrieder liefert originelle Erklärung vor Gericht

Kommentare