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Paten-Aktion für Nikolauskapelle: Weitere Spender gesucht

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Von: Susanne Weiß

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Im Herbst feiert die katholische Gemeinde in Geretsried das Weihejubiläum der Nikolauskapelle vor 300 Jahren.
Im Herbst feiert die katholische Gemeinde in Geretsried das Weihejubiläum der Nikolauskapelle vor 300 Jahren. © HL/Archiv

Für die Dachrenovierung der Nikolauskapelle haben sich bereits einige Schindelpaten gefunden. Aber die Spenden reichen noch lange nicht aus.

Geretsried – Die Interessengemeinschaft zur Erhaltung der St. Nikolauskapelle hat sich etwas Originelles einfallen lassen, um das älteste Gebäude in der Stadt sanieren zu können. Der Verein sucht Dachschindel-Paten. 220 Spenderinnen und Spender haben das Großprojekt seit dem Aufruf im Juni unterstützt. „Wir haben bislang 37 000 Euro einsammeln können“, sagt Kirchenpfleger Josef Urso. Eine beachtliche Summe – allerdings reicht sie noch nicht. „Wir haben etwa ein Viertel der nötigen Spendensumme erreicht.“

Das Holzschindeldach muss erneuert und Fäulnisschäden am Dachstuhl ausgebessert werden. Auch Witterungsfolgen an der vergoldeten Dachbekrönung gilt es zu beheben und die Fassade zu renovieren. Mit etwa einer halben Million Euro rechnet der Verein für die Maßnahme. Der Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport des Stadtrats hat für einen Zuschuss in Höhe von 200 000 Euro gestimmt. „Es bleibt spannend, ob das abgesegnet wird“, so der Kirchenpfleger.

Das Ordinariat hat signalisiert, 80 000 Euro beizutragen – obwohl der pastorale Nutzen nicht mehr gegeben sei. „Es gibt ja zwei Kirchen in der Stadt“, erklärt Urso. Dennoch könne die Nikolauskapelle nicht sich selbst überlassen werden. Der Kirchenpfleger nennt sie ein „Kleinod“. Für Taufen und kleine Hochzeiten wird sie noch gerne genutzt. Die Interessengemeinschaft hofft, dass viele Geretsriederinnen und Geretsrieder das Wahrzeichen bewahren wollen. „Jeder, der spendet, trägt dazu bei, dass das Kulturgut für die kommenden Generationen erhalten bleibt.“

IG muss Deckungslücke von 150 000 Euro schließen

Die Interessengemeinschaft muss die Deckungslücke von etwa 150 000 Euro aufbringen. Drei Großspenden hat sie bislang erhalten. Über 20 000 Euro sind schon durch die Dachschindelpatenschaften zusammengekommen. Urso hatte seinen Sohn in Zürich besucht. Dort konnte man sich ein Stück vom Klostervorplatz sichern, einen Granitstein mit Gravur, um das Kloster Einsiedeln zu unterstützen. „Eine tolle Spendenaktion“, dachte sich Urso und überlegte, wie sich das auf die Nikolauskapelle übertragen lassen würde. „Wir haben ja keinen üppigen Vorhof.“

Also rechnete er und kam auf circa 1077 Dachschindel, die auf der Kapelle liegen. Für eine Patenschaft ganz oben am Turm hat die Interessengemeinschaft eine Spende von 300 Euro veranschlagt. In den unteren Reihen sind 30 Euro angesetzt. „Besonders für den oberen Bereich haben wir einen relativ starken Zulauf erlebt“, sagt Urso erfreut. Dort sind alle Patenschaften vergeben, eigentlich sogar überbucht. „Aber wir haben diejenigen gebeten, die Patenschaft mit anderen Schindeln zusammensetzen zu dürfen, und das war absolut in Ordnung.“ Beim Start der Aktion an Fronleichnam hätten Bürgermeister und Pfarrer spontan ihre Unterstützung zugesagt. „Insgesamt ist es sehr erfreulich angelaufen, aber jetzt müssen wir noch ein Brikett zulegen.“

Das Kloster Benediktbeuern ließ die Nikolauskapelle anno 1722 errichten. Am 18. September vor 300 Jahren wurde das Kirchlein im Grünen geweiht. Wer einen Blick hinein und mehr erfahren möchte, kann am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, an einer der Führungen teilnehmen. Zum Weihejubiläum am Sonntag, 18. September, ist ein Feldgottesdienst geplant.

Infos

Weitere Infos zur Spendenaktion auf der Internetseite www.stadtkirche-geretsried.de/nk. Das Spendenkonto der Interessengemeinschaft Nikolauskapelle hat die IBAN DE 05 70 05 43 06 00 00 07 30 49.

sw

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