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Patronatsfest der Griechischen Gemeinde: Souflaki unterm Sonnenschirm

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 Hand in Hand: Tanzgruppen in ihren prächtigen Trachten bereicherten das Patronatsfest mit Darbietungen.
Hand in Hand: Tanzgruppen in ihren prächtigen Trachten bereicherten das Patronatsfest mit Darbietungen. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause fand am Samstag wieder das Patronatsfests der Griechischen Gemeinde auf dem Karl-Lederer-Platz statt.

Geretsried – Schon am späten Nachmittag waren alle Biertische, zumindest jene im Schatten, belegt. Ab 19 Uhr war dann kaum noch ein Platz zu bekommen. Es gab ein großes „Ya sou“ und „Hallo“, denn längst ist das Patronatsfest der Griechischen Gemeinde um Peter und Paul ein Fest der Nationen. Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause fand es am Samstag erstmals auf dem neuen und komplett fertig gestalteten Karl-Lederer-Platz in Geretsried statt.

Große Platzfläche von Vorteil

Die große Fläche vor dem Supermarkt erwies sich als ideal angesichts der Menschenmenge, auch wenn der Vorsitzende der Griechischen Gemeinde, Evangelos Karassakalidis, zunächst befürchtet hatte, es könnte zu heiß werden in der Sonne. Wie multikulturell das Griechenfest, wie es im Volksmund nur genannt wird, ist, zeigte sich schon bei der Eröffnung. Vor der kleinen Musikbühne standen Archimandrit Georgios Siomos von der Griechisch-Orthodoxen Allerheiligenkirche München im schwarzen Talar neben Bürgermeister Michael Müller in der Lederhose, Evangelos Karassakalidis, dem evangelischen Pfarrer Christian Moosauer und dem stellvertretenden Dienststellenleiter der Geretsrieder Polizeiinspektion, Lorenz Lunghamer. Nach den Grußworten traten die Folkloretänzer von den Ägäischen Inseln aus München in ihren farbenprächtigen Trachten auf.

Die drei Männer vom Grill: Marten Potrus, Antonios Grolgouras und Anastasios Stogiannidis.
Die drei Männer vom Grill: Marten Potrus, Antonios Grolgouras und Anastasios Stogiannidis. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Weil am selben Tag eine große Parade anlässlich 50 Jahre Olympische Spiele in der Landeshauptstadt stattfand, für die mehrere griechische Tanzgruppen gebucht waren, hatte Karassakalidis für den späteren Abend lateinamerikanische Tänzer engagiert. Sie sorgten für ausgelassene Stimmung. Doch am liebsten, so hatte man den Eindruck, tanzten die Besucher aus Geretsried und Umgebung Hand in Hand mit den Griechen zur Livemusik der Gruppe „Musikwege“ Sirtaki. Auch hier erwies sich der großzügige Platz als Vorteil.

300 Kilo Souflaki auf dem Grill

Auf den Holzkohlegrills brieten derweil die jungen Männer rund 300 Kilogramm Schweinefleisch in Form von Souflaki. Ilias Stampolis war einer von ihnen. Unermüdlich wendete er die Spieße, würzte sie mit Salz, Pfeffer und Oregano. Die Frauen hatten das Tsatsiki – 110 Kilogramm – und den Salat vorbereitet. Christina Kiriazidou richtete im Akkord alles zusammen mit einer Semmel auf Tellern an. „Später komme ich schon auch noch zum Feiern“, meinte sie lachend. Von den rund 400 Mitgliedern der Griechischen Gemeinde wechselten sich etwa 50 bei der Essenszubereitung und -ausgabe, beim Getränkeausschank und am Kuchenstand ab. Bis in die Nacht hinein verkaufte Petros Mastoridis köstliche Spezialitäten wie Baklava, Galaktoboureko, Nuss- und Orangenkuchen. Die fleißigen Bäckerinnen lieferten ständig Nachschub.

Gut gefüllte Reihen am frühen Abend: Auch auf den Plätzen in der Sonne genossen die Besucher das Fest. Manche hatten ihren eigenen Sonnenschirm dabei.
Gut gefüllte Reihen am frühen Abend: Auch auf den Plätzen in der Sonne genossen die Besucher das Fest. Manche hatten ihren eigenen Sonnenschirm dabei. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Bürgermeister Müller bezeichnete das Fest der Griechischen Gemeinde in seiner Rede als „festen Bestandteil des kulturellen Kalenders unserer Stadt“. Die Geretsrieder freuten sich Jahr für Jahr auf diesen wunderbaren Tag der Begegnung, sagte er. Archimandrit Siomos erinnerte an den Namenstag der Schutzpatrone der Gemeinde, Peter und Paul. 1961 kamen die ersten griechischen Einwanderer in die Stadt. Dank eines Abkommens mit der evangelisch-lutherischen Kirche dürfen sie seit 1971 griechisch-orthodoxe Messen in der Petruskirche an der Egerlandstraße feiern.

Sirtaki zu späterer Stunde

Die Gründung der Griechischen Gemeinde erfolgte 1984. Die Gäste waren aus dem gesamten Landkreis und bis aus München angereist. Jasmin Camdzic, gebürtiger Bosnier aus Penzberg, kennt das Fest von früheren Besuchen her. Die Getränkepreise fand er diesmal etwas hoch. „Aber man muss auch verstehen, dass die Gemeindemitglieder, die alle ehrenamtlich arbeiten, ein wenig an dem Fest verdienen wollen“, meinte er. Der Grieche David Hrissafinis aus München erzählte, er habe auf Facebook von der Veranstaltung gelesen: „Ich bin wegen der Musik, den Tänzen und dem Essen hier.“

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Nina Boyd aus Geretsried machte sich mit der Familie einen netten Abend inklusive Sirtaki zu späterer Stunde. Sie sagte: „Wir sind jedes Jahr da und nach zwei Jahren Pause freuen wir uns umso mehr, dass das Griechenfest in gewohnter Form, ohne Einschränkungen wieder stattfindet.“

tal

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