Hilfe für Kroatien: Kristian und Pavle Ramcic.
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Hilfe für Kroatien: Kristian und Pavle Ramcic.

„Hvala, puno Hvala – ich kann nur ,vielen Dank‘ sagen“

Pavle und Kristian Ramcic organisieren spontan einen Hilfstransport ins kroatische Erdbebengebiet

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Die Bilder aus ihrer Heimat Kroatien gingen Pavle Ramcic (24) und seinem Bruder Kristian (25) nicht mehr aus dem Kopf: Nach dem dortigen Erdbeben organisierten die Geretsrieder umgehend einen Hilfstransport. 

Geretsried/Kroatien – Die Bilder aus ihrer Heimat Kroatien gingen Pavle Ramcic (24) und seinem Bruder Kristian (25) nicht mehr aus dem Kopf: zusammenfallende Häuser, dazwischen panisch umherlaufende Menschen, die Erde bebt, die Luft ist gelb vom Staub der einstürzenden Gebäude. Kurz darauf versuchen Männer mit bloßen Händen, ein Auto vom Bauschutt zu befreien, ziehen ein Kind aus dem Fahrzeug. Diese Bilder brachten die beiden Geretsrieder dazu, umgehend einen Hilfstransport zu organisieren.

In einer ersten Bilanz sind sieben Tote zu beklagen, die Seismologen werden später über ein Beben Stärke 4,6 bis 4,8 sprechen. Das Epizentrum liegt in etwa 45 Kilometer südöstlich von Zagreb. Und die Erde gibt keine Ruhe: Das Gebiet wird von Nachbeben erschüttert. Große Teile der Städte Sisak und Petrinja sind zerstört.

Spenden: Freiwillige verladen die Sachen in den Lkw.

„Die Menschen haben Angst, in die Häuser zurückzukehren“, sagt Pavle Ramcic. „Sie campieren in Zelten auf den Feldern.“ Es fehle an allem, besonders Decken und warme Kleidung werden benötigt. Sofort stand für die beiden Geretsrieder fest: „Wir wollen helfen – und das so schnell wie möglich.“ Ein Rundruf unter Freunden und Bekannten folgte. Die Firma Avdo Mrkic & Nevana Nadarevic MAS Trans GbR aus Garching stellte einen Lkw zur Verfügung, die Nachricht von der Einsetzung des Hilfstransports verbreitete sich in Windeseile in den sozialen Medien.

Keine 24 Stunden nach dem schweren Beben stand der Truck hinter dem Kaufland, freiwillige Helfer nahmen die gespendeten Sachen entgegen. Ein junger Mann beklebte eine Seite des Lasters mit großen Buchstaben: „Pomoc za Hrvatsku – Hilfe für Kroatien“.

„Eine Pension in Bad Tölz hat Kissen und Betten gespendet“, sagte Monika Misic, die zwischendurch immer wieder als Dolmetscherin fungierte und die Ankommenden mit ihren Kisten und Säcken koordinierte. „Decken, Wintersachen, haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel“, zählte eine junge Frau auf und deutete auf das Mitgebrachte. Misic dankte ihr herzlich. „Genau das, was am dringendsten gebraucht wird.“

Pavle Ramcic schüttelte angesichts der enormen Hilfsbereitschaft nur ungläubig den Kopf. „Das hätte ich nicht erwartet. Ich kann nur Danke sagen“, betonte er bewegt. „Egal wer uns geholfen hat – Hvala, puno Hvala, vielen Dank.“

Noch am Silvesterabend machte sich der Transporter mit den Brüdern auf die Reise ins knapp 600 Kilometer entfernte Sisak. Die mitgebrachten Waren werden in eine Kirche gebracht und hier an die Bedürftigen verteilt. sh

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