Bauausschuss 

Pension – ja, Boarding-Haus – nein

Im südlichen Gewerbegebiet suchen Arbeiter immer wieder befristete Unterkünfte. Zwei Bauwerber wollen dem Rechnung tragen.

Geretsried – Klare Vorstellungen hat der Bauausschuss des Stadtrats, wenn es um wohnähnliche Unterkünfte im südlichen Gewerbegebiet geht. So erteilte das Gremium dem Antrag für eine Pension mit maximal sechs Betten das gemeindliche Einvernehmen, einem sogenannten Boarding-House mit maximal neun Betten aber eine Absage. Knackpunkt ist die Qualität des Wohnens.

An der Lausitzer Straße hatte ein Bauwerber bereits 2003 beantragt, ein bestehendes Geschäftsgebäude in eine Pension umbauen zu dürfen. „Der Grundeigentümer hat das dann aber nicht so durchgeführt, sondern erst heuer den Nutzungsbescheid abgegeben“, erläuterte Raimund Stumpfhauser in der Sitzung. Aufgrund der großen Zeitspanne musste über den Antrag neuerlich beraten werden.

Bauausschuss fürchtet dauerhaftes Wohnen

In fünf Zimmern sollen Arbeiter unterkommen. „Sie haben keine eigene Küche und kein eigenes Bad“, so Stumpfhauser. Aus diesem Grund bestehe nicht die Gefahr eines dauerhaften Aufenthalts. Es handle sich „nur“ um eine Unterkunft für Arbeiter. Unter diesen Umständen ist eine Pension im Gewerbegebiet laut Stumpfhauser zulässig.

Anders stellte es sich bei dem Antrag eines Grundstückseigentümers dar, der ein Bürogebäude am Keplerweg in einen Beherbergungsbetrieb umbauen wollte. Auch hier sollten Arbeiter unterkommen, allerdings in Form eines „Boarding-House“. Der Bauwerber sah fünf Zimmer vor, drei große und zwei kleine. Ein eigenes WC und eine eigene Küche sei ein „häufig geforderter Standard“, hieß es im Bauantrag. Daher wären die Räume so eingerichtet worden, dass sich jeder Bewohner hätte selbst versorgen können. „In den drei größeren Räumen kann dauerhaftes Wohnen entstehen“, erläuterte Stumpfhauser das Problem. Der Bauausschuss folgte seiner Empfehlung, dem Antrag nicht das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. sw

Rubriklistenbild: © dpa

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