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Die Gesichter des diesjährigen Festivals: (v. li.) Günter Wagner, Volker Witte, Erwin Reisinger, Anita Zwicknagl, Gewinner Peter Fischer, Hans Ketelhut, Bürgermeister Michael Müller, Martin Herrmann, Oliver Gehrung und Frank Bayer.

6. Geretsrieder Liedermacher-Festival

Und der Gewinner heißt Peter Fischer

Geretsried - Das 6. Liedermacher-Festival in Geretsried ist zu Ende. Als besten Interpreten hat das Publikum Peter Fischer gewählt. Der Münchner bekommt 1000 Euro Preisgeld. Der Jury-Preis (200 Euro) ging an Martin Herrmann aus Heidelberg.

Das Liedermacher-Festival der Stadt Geretsried war heuer nicht ganz so gut besucht wie sonst. Bei den heißen Temperaturen blieben denn doch einige Stuhlreihen unbesetzt.

Die fünfköpfige Jury mit dem früheren Festivalleiter des Kulturherbsts, Günter Wagner, Kulturreferent und Musiker Hans Ketelhut, Grünen-Stadtrat und Künstler Volker Witte, Kulturamts-Chefin Anita Zwicknagl und Journalistin Claudia Koestler hatte aus 61 Bewerbungen die fünf Finalisten ausgewählt. „Es gibt bei uns keine Verlierer“, begrüßte Bürgermeister Michael Müller das Publikum, das am Ende per Stimmzettel seinen Favoriten und damit den Sieger wählte.

Der Gewinner: Peter Fischer aus München.

Auf den fünften, mit 100 Euro Preisgeld dotierten Platz, kam der junge Musiker Erwin Reisinger. Der Grazer besingt Unterhaltsames und Sozialkritisches „von Mensch zu Mensch“ im Dialekt, begleitet sich auf der Gitarre und gibt in seinen handgemachten Songs auch einer „Zwiederwurzn“ ihre Daseinsberechtigung. Überraschend wählte das Publikum den gewitzten Musikkabarettisten Martin Herrmann aus Heidelberg nur auf Platz vier (dotiert mit 200 Euro). Der selbsternannte „Frauenflüsterer“ überprüft mit knackigem Zynismus in seinen musikalischen Volksweisheiten „den IQ seiner Mitmenschen“.

Auf Platz drei kam der 42-jährige Oliver Gehrung aus Schwäbisch Hall. In seinem Alter wird auch einem Liedermacher klar: „Mensch ich werde alt.“ Mit gehöriger Selbstironie besingt er Haarausfall und Treppenlift. Mit seiner ruhigen sympathischen Art bekam der 21-jährige Deutsch-Mexikaner Frank Bayer („Fränk“ ausgesprochen) Bonuspunkte vom Publikum für seine gefühlvollen englischen Poplieder. Für Platz zwei heimste der 21-Jährige 500 Euro Preisgeld ein.

Verdient gewonnen aber hat der 28-jährige Münchner Peter Fischer, der am Klavier auf herausragende Weise bewies, wie „ein falscher Ton zum Jazz wird“. „Ich bin begeistert, dass meine Musik ankommt“, sagte er im Anschluss im Gespräch mit unserer Zeitung. Erst seit zwei Jahren kreiert der Autodidakt seine eigenen Lieder. Und hätte es am Ende eines langen Liedermacherabends noch ein Gläschen Sekt für alle zum Wohl auf die Künstler gegeben, dann hätte das Festival auch einen gebührenden Abschluss gehabt.

Andrea Weber

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