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Der Architekt Klaus Kehrbaum ist von der Stadt mit der Zentrumsplanung beauftragt.

Architekt Klaus Kehrbaum stellt Pläne für den Karl-Lederer-Platz vor

Jugendrat soll beim Stadtzentrum mitreden

Geretsried - Auch die Jugend soll bei der Zentrumsgestaltung mitreden. Die aktuellen Pläne stellte der Architekt Klaus Kehrbaum jetzt dem Jugendrat vor.

Vor gut einer Woche hatte der Fachmann bereits dem Entwicklungs- und Planungsausschuss seine Ideen vorgestellt. Diesen Vortrag wiederholte Kehrbaum vor dem Jugendrat – gut verständlich und in verkürzter Form. Er erläuterte, warum des Stadtzentrum derzeit überplant wird. „Für großflächigen Handel brauchen wir große Flächen“, sagte Kehrbaum. Diese wollen Investoren in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Baugenossenschaft am Karl-Lederer-Platz und an der Egerlandstraße schaffen. „60 bis 80 Millionen Euro werden dort von privaten Leuten in den nächsten Jahren verbaut“, verdeutlichte Kehrbaum die Dimensionen.

Markthalle am Karl-Lederer-Platz

Eine „Initialzündung“ könnte von dem Gebäudekomplex ausgehen, den die Familie Krämmel am Karl-Lederer-Platz bauen möchte. Das Erdgeschoss ist für eine Art Markthalle vorgesehen. In den darüber liegenden Stockwerken könnten Dienstleister unterkommen und Wohnungen entstehen. „In eine Etage könnte man Hotelzimmer machen.“ Für das letzte – das sechste – Obergeschoss des Hauses schwebt dem Architekten Gastronomie vor. „Noch ein Traum wäre ein runder Konferenzraum mit einem 360-Grad-Blick“, sagte Kehrbaum.

Auf die Frage, ob dort bezahlbarer Wohnraum oder „nur Luxus-Appartements“ gebaut werden, gab der Experte eine diplomatische Antwort: „Dort entstehen keine klassischen Familien-Wohnungen.“ Was die Fassadengestaltung angeht, will man der Tradition der 1960er Jahre treu bleiben – aus dieser Zeit stammen die meisten Gebäude rund um den Karl-Lederer-Platz. Davon war Heidi Dodenhöft wenig begeistert. „Ich wünsche mir, dass das nicht so ein quadratischer Bau wird, sondern irgendwas Liebevolles für eine schöne Innenstadtgestaltung“, meinte die Jugendreferentin des Stadtrats.

Jugendrat Felix Leipold lag besonders das Thema Parken am Herzen. „Das muss funktionieren“, forderte er. Wie Kehrbaum eingangs erwähnt hatte, könnten insgesamt fast 500 Stellplätze in einer Tiefgarage unter dem Karl-Lederer-Platz und in einem Parkdeck an der Egerlandstraße entstehen. „Die Parkgarage muss öffentlich sein“, gab Leipold dem Architekten mit auf den Weg.

Grüne Dächer auf dem Lorenz-Areal

Zum Schluss griff Kehrbaum noch einmal das Thema bezahlbarer Wohnraum auf. Dieser soll wie berichtet auf dem ehemaligen Lorenz-Areal entstehen. Bis zu 600 Wohnungen sieht Kehrbaums Plan vor. „Was heißt bezahlbar?“, hakte Jugendrat Leipold nach. „Bezahlbar heißt auf dem Niveau der Baugenossenschaft“, antwortete der Architekt. Das soll auch für die dort geplanten Eigentumswohnungen gelten. Darüberhinaus soll das Projekt „netzneutral“, sprich energieautark sein. Das bedeute neben einer günstigen Miete auch geringe Nebenkosten. „Grüne Dächer wären cool“, ergänzte Leipold. Das sei vorgesehen, sagte Kehrbaum.

Nach seinem Vortrag appellierte er an die Jugendlichen, sich in den Prozess zur Neugestaltung des Geretsrieder Zentrums aktiv einzubringen. „Wir wünschen uns pfiffige Ideen von Leuten, die quer denken.“ Jugendrätin Kerstin Meier sprach dem Architekten ein Lob aus: „Ich find’ die Visionen richtig gut.“

Von Doris Schmid

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