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Eine lange Geschichte hat dieses Gebäude an der Adalbert-Stifter-Straße. Jetzt soll der Bunker einem dreigeschossigen Mehrfamilienhaus weichen.

Bauausschuss befürwortet Antrag auf Vorbescheid

Pförtnerhaus soll Wohnbebauung weichen

Geretsried - Das Pförtnerhaus an der Adalbert-Stifter-Straße stammt noch aus der Zeit der Rüstungswerke. Jetzt soll der Bunker abgerissen werden.

In der Zeit der Rüstungswerke diente es als Pförtnerhaus, später wohnte dort einer der ersten Polizisten von Geretsried. Jetzt soll das Gebäude an der Adalbert-Stifter-Straße 46 abgebrochen werden. An seiner Stelle ist ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus geplant. Einem entsprechenden Antrag auf Vorbescheid des Grundstückseigentümers stimmte der Bauausschuss am Dienstagabend zu.

Das Haus hat eine baurechtlich „etwas schwierige Lage“, erklärte in der Sitzung Raimund Stumpfhauser vom Bauamt. „Es liegt augenscheinlich im Außenbereich“, befindet sich aber an einer Hauptverkehrsachse. Gegenüber besteht bereits eine Wohnbebauung. „Deshalb kann unserer Meinung nach ein Baurecht abgeleitet werden“, so Stumpfhauser. Nicht alle Ausschussmitglieder waren von den Ausmaßen der neuen Bebauung begeistert. Dennoch fiel der Beschluss einstimmig.

Das alte Gebäude ist ein Relikt aus der Zeit der Rüstungswerke. Es diente als Pförtnerhaus für das Tor 7 der Dynamit Aktiengesellschaft (DAG). Der bewaffnete Werkschutz führte dort strenge Kontrollen durch. Weiter südlich, im heutigen Herglotz-Haus, befand sich das Pförtnerhaus der Deutschen Sprengchemie (DSC). Beide Munitionsfabriken waren voneinander getrennt. Erst 1954 wurde mit dem Bau der Adalbert-Stifter-Straße eine Verbindung geschaffen. Auf diese Weise wuchs auch Geretsried zusammen.

Das ehemalige Pförtnerhaus wurde zu einem Wohnhaus umgebaut und befindet sich im Besitz der Familie Stößel. Rudolf Stößel war einer der ersten Polizisten von Geretsried. 1949 trat er seinen Dienst in einem Bunker an der Schlesischen Straße an. Auf Fahrrädern gingen er und seine Kollegen damals auf Streife. 26 Jahre war Stößel Gendarm in Geretsried. 1975 übernahm er die Leitung der Inspektion in Bad Tölz und blieb dort bis zu seiner Pensionierung. 2009 ist Stößel im Alter von 84 Jahren gestorben.

Sabine Schörner

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