Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Der ehemalige Bohrtumr der Firma Enex am Hofgut Breitenbach aus der Vogelperspektive.
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Nach dem Scheitern des Geothermie-Projekts: Für den Bohrplatz am Breitenbach hat neue Pläne.

Enex stellt Pläne vor

Ehemaliger Geothermie-Bohrplatz: Photovoltaik am Breitenbach?

Das Geothermie-Projekt auf dem Hofgut Breitenbach in Gelting ist gescheitert. Für Enex geht es dort trotzdem weiter.

Geretsried – Bis zum Jahr 2035 will die Stadt unabhängig von fossilen Brennstoffträgern werden. Um dieses Ziel zu erreichen, schlägt das Energiewende Oberland Kompetenzzentrum in einem Teil-Energienutzungsplan verschiedene Maßnahmen vor. Eine davon ist eine Photovoltaik-Freiflächenanlage nördlich des Bohrplatzes am Breitenbach.

Welcher Bereich sich dafür eignen würde, hat die Enex Power Germany, Teil der Hörmann-Gruppe, ermittelt. Enex hat bekanntlich 2013 und 2017 Geothermiebohrungen in Gelting durchgeführt, stieß auf hohe Temperaturen, aber nicht auf die nötige Menge an Thermalwasser. Seitdem sucht die Firma nach anderen Wegen, um vor Ort nachhaltige Energie zu fördern.

Auf einem 15 Hektar großen Grundstück ließe sich eine Freiflächenanlage mit 1,5 Megawatt Leistung realisieren, erklärte Andreas Gahr, Projektmanager für erneuerbare Energien bei Hörmann, jüngst in der Stadtratssitzung vor der Sommerpause. „Der erste Schritt wäre, das bestehende Sondernutzungsgebiet zu erweitern“, so Gahr. Ob das Gremium dieses Projekt verfolgen möchte, wurde nicht entschieden.

Am Bohrplatz selbst läuft das Forschungsprojekt „Zokrates“ des Bundeswirtschaftsministeriums. Ende vergangenen Jahres haben Gahr und Enex-Geschäftsführer Dr. Robert Straubinger die Zusage dazu erhalten. Die Forscher wollen einen Weg finden, die sogenannten Felsklüfte in dem 5700 Meter tiefen Bohrloch offenzuhalten, so Straubinger. Diese verschließen sich aufgrund des hohen Drucks beim Abpumpen und verhindern, dass ausreichend heißes Wasser nach oben gefördert werden kann.

Die Idee der Forscher ist, Wasser und Sandkörner als Stützmittel in die Tiefe zu befördern, um die Klüfte offenzuhalten. Dazu wird im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres wieder ein Bohrgerät am Hofgut Breitenbach aufgestellt. „Wir werden auswerten, ob die Klüfte dauerhaft offenbleiben“, erklärte Straubinger. Wenn dem so ist, wird eine zweite Bohrung in 150 Meter Entfernung vorgenommen, um die Klüfte miteinander zu verbinden. „Das ist bisher nie gemacht worden in dieser Kalkschicht.“ Falls es funktioniert, könnte man dort doch noch Energie gewinnen, allerdings nur sechs Megawatt. „Das rentiert sich nicht, es dient rein der Forschung.“

Der Bohrplatz am Breitenbach ist einer von zweien, beide hätte Enex benötigt, um ein Geothermiekraftwerk in Gelting betreiben zu können. Den zweiten hatte Enex gegenüber des Tierheims eingerichtet. Auch für diesen gibt es Pläne. Wie berichtet eignet sich die Fläche zusammen mit einem angrenzenden privaten sowie weiteren kommunalen Grundstücken für ein kanadisches Modellprojekt zur tiefengeothermischen Erschließung. Zur Bohrung der sogenannten vier Eavor-Loops, die Straubinger zu Folge zirka 18 Monate dauern würde, müssten 9000 Quadratmeter gerodet werden. Während der Bohrphase würde ein Sickerbecken benötigt, das später in ein Biotop umgewandelt werden würde. Mit dem Projekt verbunden sind zudem eine Wärmeübergabestation sowie zwei kleine ORC-Kraftwerke. Mit dem Konzept der Projektgesellschaft Eavor Erdwärme Geretsried GmbH befasst sich nun der Arbeitskreis Klima des Stadtrats.

sw

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