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Nicht von Pappe: Anhand von bunten Illustrationen erzählte Beate Speck-Kafkoulas (im Hintergrund) den Besuchern im Hinterhalt einen amüsanten Krimi.

Finale mit Illustratorin Beate Speck-Kafkoulas

Pipapo-Festival: Originelles Finale mit Papiertheater

Gelting – Es war die letzte Veranstaltung der mittlerweile fünften PiPaPo-Kulturtage und mit Sicherheit eine der ungewöhnlichsten. Die Münchner Illustratorin Beate Speck-Kafkoulas präsentierte ein aus Kartonagen gebautes Tischtheater mit handgezeichneten Protagonisten.

Eine Kunstform, die vor 200 Jahren in Deutschland und England entstanden war. „Ich habe einen Krimi für Kinder verfasst, der in Gelting zum ersten Mal aufgeführt wird“, versprach sie unmittelbar vor der Premiere.

Die Künstlerin hatte in den Jahren zuvor zahlreiche Kinder-und Jugendbücher mit ihren Bildern aufgewertet. Ihre Original-Illustrationen wurden im In- und Ausland, unter anderem in Bologna, Bratislava, in Tokio, Taipeh und Tallinn ausgestellt. 2003 bekam sie den Internationalen Illustrations-Preis „Power of Pictures“ in Estland. 2009 gründete Speck-Kafkoulas die Kreativschule Pegasus in München, in der sie auch die nun in der Kulturbühne aufgeführten Stücke ausarbeitete.

Der erste, etwa halbstündige Krimi „Die verschwundene Oma“ begeisterte vor allem die jungen Hinterhalt-Besucher – einige waren noch nicht einmal zwei Jahre alt. Aber auch deren Eltern lachten über die Geschichte einer alten Frau, die von einem Polizisten und mehreren Kindern in der „Neon-Bar“ aufgestöbert wird. Dort legt sie mit dem „total verknallten Opa“ eine heiße Sohle aufs Parkett. Begleitet von Claus-Peter-Schmid am Akkordeon und drei weiteren Helfern schob die Illustratorin immer wieder neue Folien und Figuren in das kleine schwarze Papptheater. „Den Text dazu habe ich davor auf Band mit Kindern und anderen Helfern eingesprochen“, erklärte Speck-Kafkoulas unserer Zeitung.

Nach einer kurzen Pause zeigte die Münchnerin drei Ministücke: Angefangen vom Frühstücksei über die amüsanten Auseinandersetzungen zwischen Frau und Mann bis hin zu einer 50-jährigen Dame, die darüber klagt, dass ihre Krankenkasse keine Botox-Spritzen und Silikon-Füllungen zahlen möchte. Da freilich lachten dann vor allem die Erwachsenen, die ihren Kindern diese Worte erst erklären mussten.

Stilvoll umrahmt wurde die Abschlussveranstaltung des Festivals von einem Atelier-Café im Nebenraum der Kulturbühne. Mit Schürzen ausgestattet servierten Isabel Heß und Nuray Kalkan vom Kulturverein Isar-Loisach dort den rund 50 Gästen Spezialitäten vom Kuchenbuffet und Kaffee.

Am Ende zeigten sich drei aus München angereiste Besucherinnen vor allem über das Ambiente der Geltinger Kulturbühne begeistert. „Schade, dass es so etwas nicht bei uns in der Stadt gibt“, seufzte eine Mittvierzigerin – und ließ sich noch ein Stück Torte zum Mitnehmen einpacken.

von Peter Herrmann

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