Nur wenige Meter trennen die neue Asylbewerberunterkunft vom Schulzentrum. Eltern fordern deshalb einen 24-Stunden-Sicherheitsdienst. foto: sh

Asylbewerberunterkunft am Geretsrieder Schulzentrum

Abgeordneter Bachhuber: „Sicherheitsdienst ist unabdingbar“

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Geretsried – Hinter den Kulissen laufen die Drähte heiß. Nicht nur Schulleiter und Elternvertreter, auch Politiker fordern einen 24-Stunden-Sicherheitsdienst für die neue Asylbewerberunterkunft am Geretsrieder Schulzentrum.

Wie berichtet wird die Einrichtung – anders als zunächst geplant – nicht vom Landkreis, sondern von der Regierung von Oberbayern betrieben. Damit sind auch die vom Landkreis gemachten Zusagen zum Betreuungsschlüssel hinfällig: Es gibt keinen Sicherheitsdienst und auch keine hauptamtliche Betreuung am Wochenende sowie außerhalb der täglichen Arbeitszeit. Die Flüchtlinge – derzeit etwa 25, später bis zu 250 – sind in dieser Zeit auf sich allein gestellt.

Im Gespräch mit unserer Zeitung stellt Bürgermeister Müller klar, dass die Stadt für die Asylbewerberunterkunft nicht zuständig ist. „Wir haben sie nicht gebaut und wir betreiben sie auch nicht.“ Als Bürgermeister schließe er sich der Forderung nach einem Sicherheitsdienst an. Das habe er auch gegenüber der Regierungsvizepräsidentin Maria Els bereits deutlich gemacht. „Wir wissen aus Erfahrung, dass so etwas notwendig ist“, sagt Müller.

Dabei gehe es nicht darum, die Menschen, die dort wohnen, „zu stigmatisieren oder zu kriminalisieren“, betont der Rathauschef. Es gehe darum, ein geordnetes Zusammenleben sicherzustellen. „Es kann mir niemand erzählen, dass es keine Konflikte gibt, wenn 250 Menschen auf engstem Raum zusammenleben.“ Solche Konflikte könnte ein Sicherheitsdienst schon im Keim ersticken. Sollte man sich diesen sparen und etwas passieren, „wäre das ein Flurschaden, der nicht mehr zu beseitigen ist“, fürchtet der Bürgermeister. Ähnlich äußert sich der Stimmkreisabgeordnete Martin Bachhuber (CSU). Geretsried leiste gute Arbeit bei der Integration von Flüchtlingen, auch dank der vielen ehrenamtlichen Helfer. „Das Vertrauen und das gute Miteinander sollten nicht aufs Spiel gesetzt werden“, warnt Bachhuber.

Auch er fordert einen Sicherheitsdienst und hat sich deshalb nach ganz oben gewandt: das Sozialministerium, das Finanzministerium und das Innenministerium. Auf der CSU-Klausurtagung, die seit Montag, im Kloster Banz läuft, will der Abgeordnete das Thema ebenfalls ansprechen. Das Problem: Geretsried könnte zum Präzedenzfall werden. Sollte dort eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung genehmigt werden, müsste dies auch für die anderen fast 70 Gemeinschaftsunterkünfte der Regierung gelten. Bachhuber ist sich dessen bewusst, sagt aber ganz deutlich. „Ich halte einen Sicherheitsdienst für unabdingbar“ – gerade in der Nähe eines Schulzentrums. Oder wie der Bürgermeister sagt: „Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen.“

An diesem Dienstag findet bei der Regierung ein Gespräch mit Schulleitern und Elternvertretern von Gymnasium, Realschule und Mittelschule statt. Ein zunächst geplanter Info-Abend wurde deshalb verschoben.

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