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Im Umgang mit dem Smartphone ist Vorsicht geboten. Das Gymnasium organisierte dazu eine Vortragsveranstaltung für die achten Klassen.

Vortrag über Cyber-Kriminalität

Polizei sensibilisiert Geretsrieder Gymnasiasten für die Gefahren des Internets

Das Internet ist nützlich, birgt aber auch Gefahren. Das verdeutlichte ein Spezialist der bayerischen Polizei in einem Vortrag am Geretsrieder Gymnasium. 

Geretsried– Kein Jugendlicher kann sich heute ein Leben ohne Smartphone mehr vorstellen. Die meisten wissen, dass sie als Nutzer von WhatsApp, Instagram, Google und Facebook zahllose Daten über sich verraten, die die Betreiber für ihre Zwecke verwenden – zum Beispiel, um gezielt Werbung zu platzieren. Durch die neuen Medien machen wir uns zum „gläsernen Menschen“, was in Kauf genommen wird. Manchmal aber kann es auch gefährlich sein, zu viel über sich preiszugeben.

Die Gefahren des Internets verdeutlichte Tom Weinert den Achtklässlern des Geretsrieder Gymnasiums in einem Vortrag. Der 31-Jährige ist seit 2014 hauptberuflicher Sachbearbeiter für neue Medien und Internetkriminalität bei der bayerischen Polizei. Nebenberuflich arbeitet er zusammen mit Cem Karakaya, einem ehemaligen Interpol-Agenten, und dem restlichen Team von „Blackstone432“ in ganz Bayern als Referent für Schulklassen, Eltern und Firmen.

Die Schüler mussten so manches Mal schlucken, wenn der Experte ihnen vor Augen führte, wo sie überall beobachtet werden. Schalten sie etwa bei einem Konzert die Taschenlampe ihres Handys an, erfahren Samsung, Apple und Co den Aufenthaltsort. Nicht ausgeschaltete Kameras in PCs und Smartphones sind auf sie gerichtet, beim Spielespielen werden Informationen gesammelt.

„Google, Siri und Alexa wissen alles über Euch“, sagte Weinert. Man müsse bei Google nur probehalber den Halbsatz „Wie bringe ich...“ eingeben, schon würden Vorschläge gemacht, die zu den eigenen Gewohnheiten und Hobbys passten, wie die Ergänzung „...meinem Hund Platz bei“. Weinert wies auf neutrale Suchmaschinen hin und auf Alternativen zu WhatsApp wie Telegram, Threema oder SMSme.

Eine schlimme Begleiterscheinung der neuen Medien ist Cybermobbing. Weinert, selbst Vater, warnte eindringlich davor, im Freundeskreis Nacktbilder zu versenden. Freunde könnten schließlich zu Feinden werden und die Bilder dann aus Rache überall verbreiten. Auch sollten das Computer-Passwort und das Entsperrmuster fürs Handy nicht weitergegeben werden. Merke man, dass ein Mitschüler im Netz gemobbt werde, müsse man dies dem Lehrer, den Eltern oder einer anderen Vertrauensperson unbedingt mitteilen. Weinert: „Ihr macht Euch dadurch nicht zu Verrätern, sondern zu Helfern des Opfers“.

Wer glaubt, das Verbreiten von Fotos anderer Personen oder das illegale Herunterladen von Filmen seien Kavaliersdelikte, den belehrte Weinert eines Besseren. Die Strafen dafür seien hoch. Poste man zum Beispiel ein Selfie von sich und seiner Freundin bei Instagram, ohne die Freundin um Erlaubnis zu fragen, könne dies mit bis zu einem Jahr Gefängnis geahndet werden.“

Der Referent spickte seinen Vortrag mit viel Humor und kriminalpolizeilichen Anekdoten, sodass die zwei Schulstunden wie im Flug vergingen. Trotz seiner unterhaltsamen Art hat Weinert die Jugendlichen sicher zum Nachdenken angeregt.

Mit dem Projekt „Digitale Zukunft, die wir wollen“ widmet sich das Gymnasium Geretsried dem komplexen Thema der digitalen Medien und deren Nutzung im Alltag. Mit Veranstaltungen unterschiedlicher Formate möchten die Mitglieder der Projektgruppe – Lehrer, Eltern und Schüler – Akzente zu diesem gesellschaftlichen Thema setzen und den jüngeren Schülern „ein Handwerkszeug“ für den Umgang mit den Medien auf den Weg geben, wie Projekt-Sprecherin Sabine Dobler sagt.

tal

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