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Insgesamt sind 23 Autos in Geretsried betroffen. Ein Schema gibt es wohl nicht.

Erste Erkenntnisse der Polizei

Welches Schema hatte der Geretsrieder Reifenstecher?

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Geretsried - Der Täter beschädigt 23 Autos, der Schaden ist immens: Die Polizei hat nach der massiven Reifenstecherei in Geretsried erste Erkenntnisse. In der Stadt gab es zwei Schwerpunkte.

Eines muss man dem Täter lassen: Die Tatzeit hat er exzellent gewählt. In der Nacht auf den Ersten Weihnachtsfeiertag waren nur wenige Leute auf den Straßen unterwegs. Zwischen 21 Uhr und kurz nach Mitternacht, als viele Gläubige in der Christmette feierten, zerstach der bislang unbekannte Täter in Geretsried die Reifen an 23 Autos (wir berichteten). Warum? Darüber macht sich die Polizei intensiv Gedanken.

Tat-Schwerpunkte liegen im Norden Geretsrieds

Insgesamt gab es zwei Tat-Schwerpunkte, sagt Johann Brandhuber, stellvertretender Leiter der Geretsrieder Polizei, auf Nachfrage. Besonders viele Autos seien im Bereich Isardamm und Blumenstraße sowie im Bereich Graslitzer Straße und Geltinger Weg beschädigt worden. Insgesamt trieb der Unbekannte an acht Straßenzügen sein Unwesen: Im nördlichen Stadtgebiet noch am Karlsbader Weg, der Böhmerwaldstraße und der Elbestraße. Der Süden blieb vom Reifenstecher dagegen weitgehend verschont. Hier schlug er nach bisherigen Erkenntnissen nur am Carl-Maria-von-Weber-Weg zu.

Hat der Täter eine Persönlichkeitsstörung?

Die hohe Zahl der Delikte könnte auf eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung hindeuten. „Reifenstecherei kommt im Normalfall etwa ein bis zwei Mal im Jahr vor“, sagt Brandhuber. Meist werde der Frust über eine gescheiterte Beziehung am Auto des Ex-Partners ausgelassen. „Eine Häufung wie jetzt an Weihnachten gab es in jüngerer Zeit überhaupt nicht.“

Aufgrund des Tathergangs geht die Polizei von einem Einzeltäter aus. Der wählte die Fahrzeuge offenbar willkürlich aus – ein Schema sei nicht erkennbar. Betroffen waren sechs VW, je drei Audi, Ford und Fiat, zwei BMW, zwei Toyota sowie jeweils ein Kia, Hyundai, Dacia und Peugeot. „Der Täter hat immer dann gleich mehrere Reifen zerstochen, wenn er sich ungestört gefühlt hat“, vermutet Brandhuber. An manchen Autos verkratzte er zudem den Lack. Der Gesamtschaden liegt nach ersten Schätzungen im fünfstelligen Bereich.

Erste Schadensmeldungen gingen noch in der Nacht bei der Polizei ein. Auch Streifenbeamte bemerkten laut Brandhuber kaputte Reifen an einigen Autos. „Deswegen können wir den Tatzeitraum auf 21 Uhr bis Mitternacht recht genau eingrenzen.“

Die Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung

Die Polizei hofft nun auf die Mithilfe der Bevölkerung:

  • Wer hat in der Nacht auf den Ersten Weihnachtstag verdächtige Beobachtungen gemacht, beispielsweise beim Gassigehen oder Rauchen?
  • Wer hat möglicherweise Videoaufzeichnungen?

Hinweise nehmen die Beamten unter Ruf 0 81 71/9 35 10 entgegen. Die Polizei fragt auch, ob in der Nacht auf 25. Dezember noch andere Autos in Geretsried zerkratzt worden sind. Für solche Schäden könnte ebenfalls der Reifenstecher verantwortlich sein. Für die Geschädigten ist die Ermittlung des Täters sehr wichtig, sonst könnten sie auf ihren Kosten sitzenbleiben. Die Kasko-Versicherung kommt für Schäden an Reifen nämlich meist nicht auf.

von Sebastian Dorn

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