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Neuer Leiter der Polizeiinspektion Geretsried: Daniel Kießling. 

Daniel Kießling im Porträt

Polizeichef auf Zeit

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Geretsried - Der Nachfolger von Walter Siegmund als Chef der Polizeiinspektion heißt Daniel Kießling. Nach Lage der Dinge wird er nicht allzu lange vor Ort bleiben - nur ein halbes Jahr.

Geretsried – Auf seine erste Amtshandlung musste der neue Leiter der Polizeiinspektion Geretsried nicht lange warten. Sein Dienstantritt war am Montag, 1. Januar. Als sein Telefon daheim das erste Mal dienstlich klingelte, war es zwei Uhr in der Nacht. „Ich wurde darüber informiert, dass es brennt“, berichtet Daniel Kießling. Es war der Großbrand an der Sudetenstraße.

Der Polizeihauptkommissar ist der Nachfolger von Walter Siegmund, der Ende vergangenen Jahres in den Ruhestand gegangen ist. Im Büro seines Vorgängers hat der 35-Jährige, der mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Bruckmühl (Kreis Rosenheim) lebt, nichts geändert. „Alles was ich brauche, sind mein Laptop, zwei Bildschirme, Tastatur und Telefon“, sagt er. Kießling hat sich direkt an die Arbeit gemacht – und schnell in Geretsried eingefunden.

„Die Dienststelle ist sehr jung und motiviert. Ich wurde herzlich aufgenommen“, berichtet der Polizeihauptkommissar. Zu häuslich kann er sich nicht einrichten: Kießling bleibt nur ein halbes Jahr in Geretsried. Er befindet sich in der Führungsbewährung für die vierte Qualifikationsebene.

Wer nach dem 30. Juni die Polizeiinspektion leiten wird, steht noch nicht fest. Auch wie es für Kießling danach weitergeht, ist noch offen. Im Anschluss an seine Bewährung durchläuft er einen Auswahltest für die Polizeihochschule in Münster.

Auch wenn seine Zeit in der größten Stadt im Landkreis begrenzt ist, hat sich Kießling einiges vorgenommen. „Ich möchte vom Papier zur papierlosen Bearbeitung übergehen“, so der 35-Jährige. Außerdem stehen leichte Personalumstrukturierungen an, um Kapazitäten für den Ernstfall zu schaffen. Eigentlich, so sagt Kießling mit Blick auf die Kriminalstatistik von 2016, ist Geretsried ein ruhiges Pflaster. „Nichtsdestotrotz gibt es Ereignisse wie Höfen, die zeigen, dass immer wieder etwas passieren kann“, erinnert Kießling an den Doppelmord von 2017. Aber auch ohne solche Großeinsätze habe die Geretsrieder Polizei genug Arbeit.

Wirtschaftsmathematik war nicht das Richtige für ihn 

Kießling hatte bereits Einblick in fast jeden Bereich der Verbrechensbekämpfung. Er ist sogenannter Direkteinsteiger in der dritten Qualifikationsebene, also dem gehobenen Dienst. Als solcher hat er in Fürstenfeldbruck studiert, arbeitete als Lehrer an der Polizeischule in Dachau, war Verkehrssachbearbeiter bei der Polizieiinspektion Rosenheim, Dienstgruppenleiter in Miesbach und befasste sich mit der Rauschgiftkriminalität bei der Kripo. „Jede dieser Aufgaben hat Spaß gemacht und ich bin froh, so viel gesehen zu haben.“

Nun steht Kießling wieder vor einer Herausforderung. „Eine große Führungsverantwortung zu übernehmen, ist neu für mich“, sagt der 35-Jährige. Er freue sich auf diese Aufgabe. Sein Antrieb, sich der Bewährung zu stellen, ist, dass er gerne eigene Ideen einbringen möchte. „Ich arbeite sehr gerne für die bayerische Polizei, es gibt aber auch Sachen, die ich verändern würde.“

Ursprünglich hat Kießling Wirtschaftsmathematik studiert, merkte aber mit 25 Jahren an der Uni, dass das nicht das Richtige für ihn war. Die Entscheidung für seine Zukunft wurde ihm quasi im Elternhaus mitgegeben: Sein Vater und sein Onkel arbeiten beide bei der Bundespolizei. „Ich bin ein gerechtigkeitsliebender Mensch“, sagt Kießling. „Die Polizei ist mehr als ein Beruf. Diese Eigenschaft hilft, diese Berufung auszuführen.“

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