Symbolkraft: Einige Städte hissen Regenbogenflaggen. Hier hängt eine am Hamburger Rathaus.
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Symbolkraft: Einige Städte hissen Regenbogenflaggen. Hier hängt eine am Hamburger Rathaus.

Antrag von Felix Leipold und Peter Curtius

„Pride Week“ in Geretsried: Stadt will Zeichen setzen

Einige Regenbögen werden in Geretsried von 3. bis 11. Juli zu sehen sein. Die Stadt beteiligt sich an der „Pride Week“ - ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung .

Geretsried – Am Rathaus wird heuer von 3. bis 11. Juli eine Regenbogenflagge im Wind wehen. Darüber hinaus werden einige Gehwege in den entsprechenden Farben bemalt und ein Aufklärungsprogramm an Schulen initiiert. Das hat der Stadtrat mehrheitlich entschieden.

Der Regenbogen dient in diesem Fall als Symbol für die LGBTQIA+-Community, zu der alle Menschen zählen, die nicht der Hetero-Normativität entsprechen, also zum Beispiel Schwule und Lesben. Der Regenbogen wird anlässlich der Münchner „Pride Week“, die den Christopher-Street-Day umrahmt, in Geretsried gezeigt und soll ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung setzen.

Die Idee dazu hatten Felix Leipold (Freie Wähler) und Peter Curtius (Grüne). Wie berichtet brachten sie einen entsprechenden Antrag in den Stadtrat ein. In dessen jüngster Sitzung wurde er diskutiert. Leipold und Curtius schlugen vor, eine Regenbogenflagge am städtischen Fahnenmast aufzuhängen und ausgewählte Zebrastreifen mit abwaschbarer Farbe zu bemalen.

„Es ist schade, dass wir es im Jahr 2021 immer noch nicht als selbstverständlich ansehen, dass jeder sein kann, wie er will“, so Leipold. Das Suizidrisiko von Lesben und Schwulen zwischen 12 und 25 Jahren sei vier- bis siebenmal höher als das von Jugendlichen im Allgemeinen. Das betreffe auch Heranwachsende in Geretsrieder Schulen und Haushalten. „Die Stadt Geretsried ist eine bunte Stadt“, so der FW-Stadtrat. Hier würden unzählige Nationalitäten und viele Landsmannschaften leben, „die unser gesellschaftliches Miteinander bereichern, sofern nicht gerade eine Pandemie herrscht. Das sind Kulturen – und zu diesen zählen auch Menschen, die queer sind. Also gleichgeschlechtlich lieben oder der Bewegung angehören.“

Für Stadträtin Heidi Dodenhöft (Freie Wähler) gehört es zu so einer Aktion, darüber aufzuklären, was das Ganze soll. Sie regte daher an, mit Schulen zu sprechen und ein Begleitprogramm zu initiieren. Andreas Rottmüller (CSU) pflichtete ihr bei: „Wenn es erklärt wird, sehe ich einen Sinn dahinter.“

Das Begleitprogramm und die Regenbogenflagge befürworteten die Stadträte. Christos Saridis (CSU) und Dr. Detlev Ringer (Grüne) stimmten dagegen. Auch wenn er sich damit nicht beliebt mache, erklärte Ringer, „aber ich habe ein Alter erreicht, in dem ich nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen muss. Wir sind doch nicht im Glockenbachviertel in München.“ Das Toleranzgebot nehme er ernst, so Ringer, jedoch gehe ihm die Angelegenheit zu sehr in den persönlichen Bereich. Hier ein Zeichen zu setzen, sei nicht Aufgabe der Stadt.

Über das Thema Bodenbemalung stimmte das Gremium gesondert ab. Bürgermeister Michael Müller erachtete es als verkehrsrechtlich problematisch, Zebrastreifen zu bemalen. Deswegen schlug Kerstin Halba (SPD) vor, auf Gehsteige auszuweichen. Mit dieser Änderung konnten Curtius und Leipold leben. Müller bat darum, nicht den Bauhof damit zu beauftragen, sondern hofft auf die Unterstützung des Jugendrats.

Mangels Sitzung konnten die Jugendräte vorher nicht danach gefragt werden, was offenbar für Gegenstimmen sorgte. Neben Christos Saridis waren Sabine Lorenz und Franz Wirtensohn (alle CSU) gegen den Einsatz von Straßenkreide. Arthur Wolfseher (SPD) und Gerhard Meinl (CSU) waren nicht im Saal, als der Tagesordnungspunkt behandelt wurde.  sw

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