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Freiwilliges Versuchsobjekt: Roland Hammerschmied probierte den Erdbeben-Simulator aus und ließ sich danach von den Schülern interviewen. 

Über Erdbeben und eine Eiserne Lady

Projektpräsentationen an der Realschule

Geretsried – Die Fähigkeit, etwas vortragen zu können, zählt im beruflichen wie auch gesellschaftlichen Leben zu den wichtigsten Schlüsselqualifikationen. Um die Jugendlichen darauf vorzubereiten, erarbeiten die Neuntklässler der Realschule zu einem vorher festgelegten Thema eine umfassende Präsentation. Heuer lautete das Rahmenthema „Back to the ’90s“. Die besten Projektpräsentationen stellten die Schüler in der Aula des Schulzentrums Eltern, Mitschülern und anderen Interessierten vor.

Alina Gies, Lisa Muchow, Sarah Schubert und Veronika Spiegl haben sich in den vergangenen zehn Wochen intensiv mit dem Phänomen Erdbeben auseinandergesetzt. Die Mädchen besuchten das Museum Mensch und Natur im Schloss Nymphenburg in München, in dem es einen Erdbebensimulator gibt. Sie testeten, wie sich ein Erdstoß physikalisch auf den eigenen Körper auswirkt und filmten das Erlebnis. Einen Mini-Simulator stellten sie in der Aula auf. Zuschauer Roland Hammerschmied probierte ihn aus und ließ sich von den Schülerinnen über seine Eindrücke befragen. Darüber hinaus lieferten die Neuntklässlerinnen Informationen über die Entstehung der verschiedenen Erdbebenarten und über erdbebensichere Bauwerke.

Witzig gemacht war die Präsentation über die Mode der 1990er Jahre mit einer Modenschau, interessant der Vortrag über die Entwicklung der Mobiltelefone seit der Zulassung des ersten Modells Anfang der 1980er Jahre. Der Projektgruppe war es sogar gelungen, den Erfinder des Handys, den US-Amerikaner Martin Cooper (87), über das soziale Netzwerk Twitter zu kontaktieren und ihm einen kurzen Kommentar zu entlocken.

Konrektorin Christine Venus-Michl lobte das Engagement der Schüler und ihre souveräne Art des Vortragens. Sie habe kürzlich ein Referat eines Professors gehört. Ohne Blickkontakt zum Publikum und mit monotoner Stimme habe dieser seinen Text heruntergespult. Die Schüler dagegen ließen sich alle etwas Besonderes einfallen. Anna Lauterbacher, Lena Zitzelsberger, Sophia Knall und Anna Kilimann verteilten vor ihrer Präsentation Wurst- und Käsehäppchen. Anschließend berichteten sie, wie viel Plastik in unseren Lebensmitteln steckt – aufgenommen von Fischen und anderen Meerestieren oder herausgelöst aus Verpackungen. Die größten Mengen an Kunststoffmüll seien in den ’90ern entstanden, heute finde allmählich ein Umdenken statt, sagte Lena Zitzelsberger.

Andere Schüler haben sich mit der Frage beschäftigt, wie man sich in 400 Kilometern Höhe über der Erde in der internationalen Raumstation ISS fühlt, wie die Sonnenfinsternis 1999 zustande kam und wie sich Großbritannien unter der Eisernen Lady Margaret Thatcher verändert hat. Sie bewiesen Kreativität, indem sie Interviews einbauten, Musik einspielten oder die Zuschauer einbezogen. Das so genannte Methodentraining durch einen Experten hat die Raiffeisenbank gesponsert. 

Tanja Lühr

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