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So sehen sie also aus: Die Radiomoderatoren Matthias Matuschik und Susanne Rohrer am Freitag im Hinterhalt. 

Das Duo nahm kein Blatt vor den Mund

Provokant und politisch unkorrekt: Bayern3-Moderatoren im Hinterhalt

„Wir müssen reden, Hasi!“ Diesen niedlichen Kosenamen hat Sanne Rohrer ihrem Bühnenpartner Matthias Matuschik alias Matuschke verpasst. Die beiden sind „nur gute Kollegen“, wie sie sagen, benehmen sich auf der Bühne eher wie ein alterndes Ehepaar. So war es auch am Freitagabend im Geltinger Hinterhalt.

Geretsried – Sie debattieren über geschlechterspezifische Meinungsverschiedenheiten zu Histamin-Unverträglichkeiten und Lactose-Intoleranzen, über Atheisten und Agnostiker und über den heutigen Kevinismus, der „krankhaften Unfähigkeit, menschlichem Nachwuchs einen menschlichen Namen zu geben“. Und sie stellen immer wieder fest, dass Mann und Frau doch recht unterschiedliche Weltanschauungen haben.

Was der Mensch noch tun und sagen darf 

Dass die beiden Moderatoren ein loses Mundwerk besitzen, ist aus dem Bayerischen Rundfunk hinlänglich bekannt. Im vollbesetzten Hinterhalt am Freitagabend zeigen sie endlich auch mal Gesicht und vor allem Meinungsstärke in Bezug auf: Was der Mensch noch tun und sagen darf – und wo man’s auch übertreiben kann. Rohrer und Matuschke nehmen einen Abend lang kein Blatt vor den Mund, was die „Political Correctness“ in Deutschland angeht. Live auf der Bühne sind die beiden schlagfertigen Moderatoren noch ein Quantum schärfer als über den Sender. Es ist in der Tat kein harmloser Unterhaltungsabend mit „drei Hits am Stück“. „Auf der Bühne dürfen wir sagen, was wir denken. Dafür machen wir es“ sagt Sanne Rohrer nach der Vorstellung im Gespräch. Seit eineinhalb Jahren halten die beiden der Gesellschaft den Spiegel vor, provokant, politisch und böse. Man kann’s wirklich übertreiben, so ihr Fazit, wenn Veganer nur noch veganes Wasser trinken oder sie im Limburger Rathaus-Glockenspiel das Lied „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ verbieten lassen wollen, weil darin ein Jäger mit Schießgewehr vorkommt.

Getreu dem Motto: Jetzt erst recht

Wenn man „im Biergarten Cola-Weizen bestellen muss, weil man sonst möglicherweise den Kellner diskriminiert“, dann denkt sich das Duo: Jetzt erst recht. Rohrer streckt die Arme in die Höhe und schreit befreiend „Neger“ ins Publikum, nur um das Wort einfach mal provokant in den Mund zu nehmen. So hat sie natürlich auch das passende Synonym für den aus der deutschen Verwaltungssprache verbannten Begriff „Zigeuner“ parat: „Dann nennen wir sie halt Experten für Caravan-Rundreisen nicht niederländischer Herkunft.“

Rohrer und Matuschke mahnen vor „Rechtsabbiegern“

Rohrer und Matuschke mahnen vor den „Rechtsabbiegern“ und den vermeintlich harmlosen Zahlenspielen mit der berüchtigten „88“. Der Code, der für „HH“ (Heil Hitler) steht und auf keinem Autokennzeichen stehen darf, taucht zunehmend auf, während sich die Menschheit den Kopf über politische Korrektheit zermartert. Rohrer und Matuschke haben ausgeteilt – überspitzt und provozierend. 

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