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Freut sich über Besuch: Sandra Mader im neuen Quartierstreffpunkt in Stein.

Quartiersmanagement 

„Wir sind Stein“: Neuer Treffpunkt für Geretsrieder Ortsteil

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Reichlich Platz für Ideen und Vorschläge gibt es im neuen Quartiersbüro von Sandra Mader. Die 27-Jährige freut sich über Besuch von Bürgern, die den Ortsteil Stein mit seinen 2500 Bewohnern aktiv gestalten wollen.

Geretsried – Ein Sofa, zwei Tische, einige Stühle, ein paar Banner und Bücher. Zugegeben, noch schaut das Quartiersbüro am Steiner Ring 10 recht spartanisch aus. Aber viel vorgeben will Mader den Steinern auch gar nicht. „Ich will das hier den Leuten als Aktionsraum überlassen“, sagt die 27-Jährige und lässt ihren Blick durch den ehemaligen Getränkemarkt schweifen. „Ich will schauen, was entsteht.“

Zwei Kisten sollen zu Bücherschrank werden

Obwohl: Vorgegeben hat sie den Steinern schon etwas. Nämlich zwei Obstkisten mit Büchern. Die stehen draußen vor einem der großen Schaufenster, daneben zwei Klappstühle. Wer will, nimmt sich ein Buch mit oder sorgt für Nachschub. „Das geht wirklich super“, sagt Mader. „Das hat mich echt überrascht.“ Mader wünscht sich, dass aus den zwei Kisten einmal ein großer, offener Bücherschrank wird.

Nach dem Johannisplatz und dem Neuen Platz ist der Stadtteil Stein das dritte Quartier in Geretsried, das in das Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen wurde. Einerseits geht es darum, mit baulichen Maßnahmen den öffentlichen Raum besser zu strukturieren und schöner zu gestalten. Die Steiner wünschen sich wie berichtet ein freundlicheres Entrée mit Kreisverkehr beim Supermarkt, breite, abgesenkten Gehwege und Fußgängerüberwege. Zum anderen sollen gemeinsam mit den Bürgern niederschwellige Strukturen aufgebaut werden. Ganz konkret ist an ein Bürgerhaus in Stein gedacht, das allen offen stehen soll. Denn an einem Treffpunkt in dem Ortsteil mit seinen 2500 Bewohnern fehlt es noch.

Programm „Soziale Stadt“

Begleitet wird das Programm „Soziale Stadt“ von einem Quartiersmanagement. Diese Aufgabe hat in Geretsried der Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit übernommen – im Ortsteil Stein in Form von Sandra Mader, die außerdem für das vereinseigene Projekt „Integration aktiv“ zuständig ist. Geretsried kennt die 27-Jährige bereits: Die Münchnerin kam über ihr Studium (Kulturwissenschaft und Geografie) zum Trägerverein und begleitete das Programm „Actors of Urban Change“. Außerdem beschäftigte sie sich in ihrer Masterarbeit mit Geretsried.

Obwohl Stein mit seinen Geschosswohnungen und Einfamilienhäusern durchaus städtischen Charakter hat, ist er für Mader eher dörflich. „Ich finde es sehr nachbarschaftlich“, sagt die Quartiersmanagerin. „Man grüßt sich auf der Straße.“ Einige Bürger haben sich unter ihrer Federführung zur Gruppe „Wir sind Stein“ zusammengeschlossen. Gerade ist man damit beschäftigt, den Stadtteil zu verschönern – mit Bänken und Blumen. Unter dem Motto „Stein blüht auf“ will Mader zusammen mit Bürgern eine insektenfreundliche Blumenwiese anlegen. Weitere Projekte sollen folgen.

Ort der Begegnung 

Früher traf man Mader nur in ihrem Büro von „Integration aktiv“ in einer Wohnung am Steiner Ring 24 an. „An einer Wohnungstür zu klingeln, ist für viele schon eine Hemmschwelle“, spricht die Münchnerin aus Erfahrung. Das fällt nun mit dem neuen Quartiersbüro in zentraler Lage weg.

Manch ein neugieriger Passant schaute auch schon rein, studierte die Banner und die kleine Fotoausstellung im hinteren Bereich. „Vielleicht möchten sich ja hier ein paar Leute regelmäßig zum Kartenspielen treffen?“, meint Mader. Alles sei möglich. Das Quartiersbüro soll zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs im Stadtteil Stein werden.

Bürgersprechstunde

Sandra Mader freut sich über spontanen Besuch in ihrer offenen Bürgersprechstunde. Diese findet jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr im Quartiersbüro am Steiner Ring 10 statt.

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