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Vhs Geretsried bangt um Zukunft - Verbund die Lösung ?

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Die Vhs in Geretsried wird bislang von der Stadt betrieben.
Die Vhs in Geretsried wird bislang von der Stadt betrieben. © dpa

Der VHS Geretsried könnten Fördermittel wegbrechen, der Stadt dadurch ein höheres Defizit entstehen. Die Lösung könnte ein Verbund mit den Vhs Wolfratshausen und Bad Tölz sein.

Geretsried – Um leistungsfähiger zu sein, schließen sich kleinere Volkshochschulen (Vhs) zusammen. Im Landkreis Miesbach arbeiten sieben Einrichtungen unter dem Dach Vhs Oberland zusammen. In Weilheim-Schongau gibt es ebenfalls einen Verbund, und auch Herrsching möchte mit Starnberg gemeinsame Sache machen. Dass die Stadt Geretsried geneigt ist, die Kräfte ihrer Vhs mit denen in Wolfratshausen und Bad Tölz zu bündeln, wurde in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport am Montagabend in den Ratsstuben bekannt.

„Die Formen der Zusammenarbeit sind zu suchen“, betonte Bürgermeister Michael Müller, dass man in dieser Frage noch am Anfang stehe. Bisher habe es nur ein vorsichtiges Vorfühlen gegeben, erläuterte Thomas Schmid, im Rathaus zuständig für Controlling. „Beide Städte sind interessiert an einer Zusammenarbeit.“ Anders als in Geretsried, wo die Vhs kommunal betrieben wird, stehen in Bad Tölz und Wolfratshausen Vereine dahinter. Aber das „muss nicht das Problem sein. Es gibt Wege“, so Schmid. Welche das sind, soll die Arbeitsgemeinschaft für interkommunale Zusammenarbeit aufzeigen. Sie ist Teil des Stadtrats-Arbeitskreises für Haushaltskonsolidierung, den Schmid leitet.

„Es ist eine gewisse Art Zwang entstanden“

Hinter dem Vorstoß steckt ein wachsendes Defizit, das der Stadt jedes Jahr durch den Betrieb der Vhs entsteht. „Es ist eine gewisse Art Zwang entstanden, dass sich kleinere Volkshochschulen zu Verbunden zusammenschließen“, berichtete Vhs-Leiterin Beate Ruda. Das hänge mit den Hürden zusammen, die es gibt, um Fördermittel zu bekommen.

Als die Geretsrieder Vhs vor elf Jahren dem Bayerischen Volkshochschulverband (BVV) beigetreten ist, seien 10 000 Teilnehmerdoppelstunden nötig gewesen, erklärte Ruda. Nun seien es 30 000. Davon war Geretsried auch im Jahr 2019, dem bislang „allerbesten“ Jahr der Vhs, mit 20 050 weit entfernt. Die anderen Voraussetzungen, mindestens 140 Kurse und 2400 Teilnehmer im Jahr, „schaffen wir“, so Ruda.

2019 war das bislang beste Jahr - dann kam Corona

2019 habe die Vhs sogar die 3000-Teilnehmer-Marke geknackt. „Darauf haben wir lange hingearbeitet“, berichtete die Leiterin. Überhaupt hätte es in den vergangenen Jahren deutliche Steigerungen in allen Bereichen gegeben. Durch Corona sei es jedoch zu einem „totalen Einbruch“ gekommen. Manche Dozenten hätten die Gelegenheit genutzt, um in Rente zu gehen. Andere mussten sich mangels Einnahmen einen festen Job suchen. „Wir suchen über eine Anzeige neue Dozenten“, berichtete Ruda. Die Stammkunden seien der Vhs lange treu geblieben, allerdings könnten viele nun nicht mehr kommen, weil sie die 2G-Regel nicht erfüllten. Positiv an der Corona-Pandemie sei aber, dass die Vhs Zeit für ein Qualitätsmanagement gehabt habe und sich nun „Institut mit herausragenden Leistungen“ nennen dürfe. Auch in Sachen Digitalisierung sei man weiter gekommen.

Die Frage von Dr. Elmar Immertreu (Geretsrieder Liste), ob die Vhs eine relativ große im Vergleich zu den benachbarten ist, verneinte Ruda. Hans Ketelhut (CSU) sprach sich dafür aus, alles dranzusetzen, dass die Vhs bestehen bleibt: „Ich halte es für eine ganz, ganz wichtige Einrichtung in Geretsried.“

sw

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