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Vor zehn Jahren erweitert, doch mittlerweile zu klein: die Karl-Lederer-Grundschule in Geretsried.

Zuzug fordert seinen Tribut

Raumnot: Karl-Lederer-Grundschule wird aufgestockt

Geretsried - In der Karl-Lederer-Grundschule herrscht akute Raumnot. Jetzt soll die Schule aufgestockt werden. Rektorin Brigitte Leick hat die Raumnot vorausgesehen.

Die Karl-Lederer-Grundschule in Geretsried platzt aus allen Nähten. Die Stadt will sie deshalb so bald wie möglich aufstocken. Der Anstieg der Schülerzahlen liege am Zuzug, nicht an den Asylbewerbern, betont Rektorin Brigitte Leick. An der Isardamm-Schule dagegen ist die Raumnot noch nicht so akut.

Vor zehn Jahren saniert, jetzt wieder zu eng

Manchen mag es verwundern, dass die vor zehn Jahren komplett sanierte und erweiterte Karl-Lederer-Grundschule schon wieder zu eng wird. Zumal im vergangenen Jahr wie berichtet zwei Klassenzimmer durch den Umzug der beiden Caritas-Kindergartengruppen in den ehemaligen Temenos-Kindergarten an der Tattenkofener Straße frei wurden. Rektorin Leick wundert sich nicht: Die Schulleiterin hat die Entwicklung schon länger vorausgesehen.

Zahl der Asylbewerber spielt keine Rolle

Brigitte Leick, Rektorin der Karl-Lederer-Grundschule

Heuer ist die Karl-Lederer-Grundschule mit fünf statt bisher vier ersten Klassen gestartet. Auch nächstes Schuljahr und in den kommenden Jahren rechnet Leick mit der Fünfzügigkeit. Sie nennt zwei Ursachen für den Anstieg der Schülerzahlen: Erstens wächst Geretsried. Allein an der Jeschkenstraße ist eine komplett neue Siedlung entstanden, in die viele Familien mit Kindern gezogen sind. Zweitens würden die Schulklassen kleiner. „Ein neues Gesetz regelt, dass die Klassen an Schulen mit über 50 Prozent Migrantenkindern höchstens 25 Schüler haben dürfen. Bei uns liegt der Migrantenanteil bei 60 Prozent“, erklärt Leick im Gespräch mit unserer Zeitung.
 
Die Zahl der Asylbewerber an der Lederer-Grundschule sei dagegen im Moment verschwindend gering. Nur vier Flüchtlingskinder würden derzeit unterrichtet. Doch das könne sich natürlich rasch ändern. Mittelfristig benötigt die Lederer-Grundschule laut Leick mindestens sechs zusätzliche Räume: vier Klassenzimmer und zwei Fachräume für Musik und Religion. Für die Einführung eines Ganztagszuges, in dem für die Schulleiterin „eindeutig die Zukunft liegt“, müssten erst die räumlichen Voraussetzungen geschaffen werden, betont Leick.

Aufstockung um ein Geschoss?

Wie Christian Müller vom Geretsrieder Stadtbauamt auf Nachfrage mitteilt, könnte der 2004 fertiggestellte, rot vertäfelte zweistöckige Erweiterungsbau an der Johann-Sebastian-Bach-Straße um ein Geschoss aufgestockt werden. Der Bau sei seinerzeit so konzipiert worden, dass dies möglich sei. Wie berichtet hat der Finanzausschuss am Dienstagabend beschlossen, für die Erweiterung der Karl-Lederer-Grundschule 1,85 Millionen Euro im Haushalt einzuplanen. Bürgermeister Michael Müller sagte in der Sitzung: „Auch die Isardamm-Grundschule wird kommen. Machen wir uns nichts vor.“

Akut ist der Raumbedarf dort nach Auskunft von Schulleiterin Monika Bauer im Moment noch nicht. Die Schule ist heuer vierzügig. Es gebe zwar einige neue Schüler aus dem östlichen europäischen Ausland sowie zwei bis drei Asylbewerber an der Schule – doch dieser Umstand verursache keine Raumprobleme. „Schön wäre aber, wenn wir mehr Platz für die Mittagsbetreuung hätten“, sagt Bauer. Sollte die Stadt wie geplant künftig mehr Wohnraum schaffen, würden die Schülerzahlen sicher steigen – und dann müsse man wohl anbauen.

Laut Werner Rampfel, bei der Stadtverwaltung zuständig für die Schulen, sind für Anfang Februar Gespräche mit den Grundschul- und den Kindertagesstättenleitern geplant. „Dann haben wir die genauen Schülerzahlen auf dem Tisch und können planen.“

von Tanja Lühr

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