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Musik, Tanz und schöne Worte: Trotz der Hitze herrschte in der Aula des Schulzentrums eine fröhliche und entspannte Stimmung.

Abschlussfeier an der Realschule Geretsried

Raus aus dem Gewächshaus - rein ins Berufsleben

Geretsried - "Euch steht alles offen": Mit einer fröhlichen Feier hat die Realschule Geretsried ihre Absolventen verabschiedet.

„Willkommen in der neuen Sauna Geretsried“, begrüßte Landrat Josef Niedermaier die Gäste in der dampfigen Aula. Rektor Christian Zingler sprach später von einem „Gewächshaus“, in dem die zarten Pflänzchen der fünften Klasse – von den Gärtnern der Realschule liebevoll gehegt und gepflegt – zu kräftigen Bäumchen herangewachsen sind.

Trotz Hitze war die Stimmung unter den fesch gekleideten jungen Frauen und Männern, den stolzen Eltern, den Lehrern und Politikern fröhlich und entspannt. „Eure Freude schwingt heute mit rüber“, sagte Landrat Niedermaier. Er ermunterte die Absolventen, die Begeisterung des Tages mitzunehmen ins Berufsleben, aber auch in die Freizeit und ins Ehrenamt. Auf die großen, an die Wände zu beiden Seiten der Bühne projizierten Strandfotos nahm Bürgermeister Michael Müller Bezug. Die Jugendlichen würden jetzt am Ufer stehen. Sie hätten die Chance, mit dem Boot hinauszufahren und neue Horizonte anzusteuern. Müller bat die Abenteurer aber, in ihre Heimat zurückzukehren, wo sie beruflich und gesellschaftlich gebraucht würden. „Euch steht alles offen. Als ich vor 30 Jahren hier an der Realschule mein Abschlusszeugnis erhielt, kamen auf eine Lehrstelle 120 Bewerber“, erzählte der 46-Jährige.

Der Elternbeiratsvorsitzende Toni Lenhart dankte den Lehrern, dass sie „unsere nicht immer so charmanten Kinder“ zum Abschluss geführt hätten. Diese würden nun vor der schwierigen Entscheidung stehen, wie ihr Lebensweg weitergehen solle. Lenhart riet ihnen: „Nur wenn Ihr liebt, was Ihr tut, ist es das Richtige.“ Rektor Zingler hatte für seine erste Abschlussrede als Schulleiter in Geretsried die Metapher von den Gärtnern und ihren Pflanzen gewählt. Selbstironisch meinte er, die Schüler seien vielleicht manchmal mit zu viel Dünger versorgt worden. Nichtsdestotrotz würden die Jugendlichen nun eine gute Allgemeinbildung besitzen. Auf Klassen- und Austauschfahrten seien ihnen interessante Plätze zum weiteren Gedeihen gezeigt worden: „Anwachsen müsst Ihr dort nun selber. Wir geben unsere Verantwortung als Gärtner ab.“

Die Abschlussschülerin Jeanette Michel verglich die Schulzeit mit der Tour de France. Am Anfang seien die Etappen noch relativ leicht zu meistern gewesen. Am Ende seien sie steiler und steiniger geworden. „Am schönsten war es immer dann, wenn wir nicht ums Gelbe Trikot kämpfen mussten“, sagte Michel – auf Reisen, bei Festen und Projekten. Einige Teilnehmer an solchen freiwilligen Projekten würdigte der Sprecher des Fördervereins, Peter Halke. Er bat die Technik-Crew, die Streitschlichter, die Schülerfirma, die Schülersprecher und die Helfer bei der Offenen Ganztagsbetreuung zu sich auf die Bühne.

Gabi Raus Schulchor und die Schulband unter der Leitung von Markus Kugler umrahmten die Feier musikalisch. Außerdem sangen Katharina Gartner und Vanessa Fink. Die Schülerinnen der sechsten bis achten Klassen tanzten im Schwarzlicht. Konrektorin Christine Venus-Michl lud nach der Zeugnisvergabe zum Buffet von Elternbeirat und Schülern in die Mensa ein, wo bei Sekt, Häppchen und Gesprächen weitergefeiert wurde.

Jahrgangsbesten:

Zu den Besten des Jahrgangs 2015/2016 zählen Luana Kaiser aus Geretsried mit einem Notendurchschnitt von 1,25, Selina Lakis (Geretsried) und Theresa Harrer (Dietramszell) mit jeweils 1,33 sowie Michael Landinger (Königsdorf) mit 1,45.

von Tanja Lühr

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