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Extrem viel los: Die Isar zieht immer mehr Erholungssuchende an. Die Folge: Lärm und Müll.

Immer mehr Bootstouren

Reden wir über die Isar: So geht es in Zukunft weiter

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Bad Tölz-Wolfratshausen – In diesem Sommer ist es deutlich geworden: Die Isar wird als Erholungungsraum beansprucht wie nie zuvor – Stichwort Bootsfahrten. Gleichzeitig ist sie aber ein schützenswerter Lebensraum. Um dieses Spannungsfeld geht es am Wochenende in der Jugendsiedlung Königsdorf.

Zum fünften Mal findet am kommenden Samstag, 8. Oktober, in der Jugendsiedlung Hochland der öffentliche Aktionstag „Uns stinkt’s“ statt. Vier Mal handelte es sich um eine Art Ramadama an den Ufern der Isar, wo sich im Laufe der Sommermonate stets reichlich Müll ansammelt. Allerdings hat das Thema im vergangenen Sommer eine noch größere Brisanz erfahren.

So viel wie noch nie wurde gewandert, gebadet und Boot gefahren. Die Folge: Immer mehr Lärm und Müll. Nicht nur Tiere und Pflanzen leiden darunter, auch die Anwohner. Entsprechend hoch schlugen die Wogen. Es wurden sogar Stimmen laut, das Bootfahren auf der Isar ganz zu verbieten.„Deswegen haben wir den Aktionstag bis auf den Nachmittag ausgedehnt“, erklärt Kerstin Barth, Geschäftsführerin des Kreisjugendrings.

Am Nachmittag wird im Kern über das Thema diskutiert: „Wem gehört eigentlich die Isar?“ Dabei soll es laut Barth nicht darum gehen, so etwas wie eine endgültige Lösung zu präsentieren. „Wir wollen einfach sensibilisieren.“ Diskutieren werden die Vertreter verschiedener Interessensgruppen, etwa Dora Schulze aus dem Wasserwirtschaftsamt, Isarranger Bernhard März, Niko Schöfmann von der Fischereijugend und Wolfgang Reichel von der Kajakschule Oberland.

Damit sich niemand aus Unwissenheit umweltschädlich verhält, informiert der Aktionstag außerdem darüber, wie die negativen Auswirkungen des Freizeitaktivitäten verringert werden können. Die Fotoausstellung „Am Fluss dahoam“ zeigt die Einzigartigkeit des oberen Isartals. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an junge Menschen, spricht aber letztendlich all diejenigen an, die das Isartal lieben, nutzen und erhalten wollen.

Wie wichtig das Thema ist, zeigt die Tatsache, dass sich viele Organisationen zusammengetan haben, um diesen Aktionstag zu veranstalten. Federführend sind WWF (World Wide Fund for Naturre) Deutschland, die Jugendsiedlung Hochland, der Landesbund für Vogelschutz, der Kreisjugendring sowie die Fischerjungend. „Nur gemeinsam lässt sich etwas verändern“, sagt Sigrun Lange von WWF Deutschland.

Der Aktionstag findet im Rahmen des Hotspot-Projekts „Alpenflusslandschaften“ statt. Teil dieser Alpenflusslandschaften ist das obere Isartal. Dort leben gefährdete Tiere und Pflanzen wie der Huchen, der Flussuferläufer oder die Deutsche Tamariske noch in idealen Lebensräumen. Anderseits: Freizeit- und Fachsportler raften, fahren Kanu, Kajak oder Schlauchboot, fischen, wandern auf, an und in der Isar. Die Menge an Erholungsaktivitäten steht nicht immer im Einklang mit dem Erhalt dieses einzigartigen Naturraums. Diskutiert wird nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch unter Experten: Soll man mehr Verbote aussprechen, um die Probleme in den Griff zu bekommen? Einer Antwort wollen sich alle Beteiligten annähern.

Das Programm:

8 bis 12 Uhr: Müllsammelaktion „Uns stinkt’s“: Jeder kann Müll an den Ufern der oberen Isar sammeln und diesen zu bestimmten Sammelpunkten bringen (www.kjr-toel.de);

13 Uhr: Einladung zum Mittagessen in der Jugendsiedlung Hochland;

14 Uhr: Preisverleihung für das skurrilste Fundstück, Diskussion mit den Experten, Führung in den Isarauen. Anmeldung erbeten beim Kreisjugendring Bad Tölz-Wolfratshausen unter info@kjr-toel.de oder unter der Rufnummer 01 79/5 88 62 24.

Ausführliches Programm im Internet unter: www.alpenflusslandschaften.de

vu

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