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S7-Verlängerung am „Sankt-Nimmerleinstag“ - CSU-Abgeordneter tobt - jetzt spricht der Landrat

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Von: Doris Schmid

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Endstation Geretsried: Für dieses Ziel proben Wolfratshausen und Geretsried den Schulterschluss. Foto: archiv
Endstation Geretsried: Wann es soweit sein könnte, ist völlig unklar. © Archiv

Die S7-Verlängerung nach Geretsried verzögert sich. CSU-Abgeordneter Martin Bachhuber ist empört, Landrat Niedermaier versucht „Positives“ herauszustellen.

Update - Mittwoch, 11:23 Uhr

Geretsried- Inzwischen äußerte sich auch der Landrat in einer Stellungnahme zu der aktuellen Entwicklung: Die Bahn hat angekündigt, dass der Baubeginn im Jahr 2024 für die Verlängerung der S7 geplatzt ist. Daraufhin tobte CSU-Abgeordneter Bachhuber (siehe ursprüngliche Meldung unten).

S7-Verlängerung am „Sankt-Nimmerleinstag“ - CSU-Abgeordneter tobt - jetzt spricht der Landrat

„Erfreulich ist diese weitere Verzögerung natürlich nicht“, schreibt Josef Niedermaier. „Man könnte das ja jetzt mit markigen Worten kommentieren. Aber auch dann wird die S-Bahn nicht früher kommen.“ Stattdessen versuche er, „die positiven Sachverhalte“ herauszustellen: „Es gab Gerüchte, dass der Freistaat und auch der Bund nicht mehr zur S-Bahnerweiterung stehen, dem tritt der Minister entschieden entgegen. Gut!“ Es müsse nun nach den neuen NKU-Regeln eine neue Nutzen-Kosten-Bewertung vorgenommen werden. Klarer Termin dafür sei bis Ende des Jahres. „Die neuen Regeln helfen unserem Projekt zu einer voraussichtlich günstigeren Bewertung, dann Planfeststellungsbeschluss. Und dann werden wir über die neuen Kosten reden müssen...“, so Niedermaier. Eines stellt er klar: „Zur S-Bahn-Verlängerung gibt es aber in meinen Augen für die Mobilität in unserer Region keine Alternative.“

Ursprüngliche Meldung von Dienstag, 17:30 Uhr

Geretsried – Mit Empörung und Unverständnis hat der CSU-Stimmkreisabgeordnete Martin Bachhuber auf jüngste Informationen reagiert, dass sich der Baubeginn für die Verlängerung der S7 nach Geretsried auf unbestimmte Zeit verzögert. Auf eine Anfrage Bachhubers hatte der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter nun geantwortet, dass mit einem Baubeginn im Jahr 2024 nicht gerechnet werden könne – ein weiteres Zeitfenster wurde nicht genannt. „Das ist in keinster Weise hinnehmbar, und das werde ich so auch nicht stehen lassen“, teilt Bachhuber mit.

S-Bahn nach Geretsried verzögert sich wieder - „Baubeginn in 2024 kann nicht erwartet werden“

Der Abgeordnete hatte sich nach Monaten des Stillstands im Planfeststellungsverfahren bei Bernreiter nach dem aktuellen Sachstand erkundigt und dabei eine mehr als ernüchternde Antwort erhalten. Im Hinblick auf das im Jahr 2020 gestartete Planfeststellungsverfahren, das nach der für die Tunnellösung nötigen Neuplanung erforderlich ist, heißt es in dem Schreiben des Ministers: „Coronabedingt musste die Durchführung des Anhörungsverfahrens grundlegend anders gestaltet werden, wodurch der ursprünglich vorgesehene Zeitrahmen nicht eingehalten werden konnte.“

Weil wie berichtet inzwischen auch eine aktualisierte Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) vorgelegt werden muss, die Bernreiter bis Ende 2022 erwartet, könne der Planfeststellungsbeschluss frühestens 2023 erfolgen. Ferner müsse die geplante Verlegung der B11 in Geretsried bei den Planungen für die Verlängerung der S7 angepasst werden. Unter Beachtung der aktuellen Rahmenbedingungen komme die Deutsche Bahn (DB) zu der Einschätzung, „dass ein Baubeginn für die S-Bahnverlängerung in 2024 nicht erwartet werden kann“, so Bernreiter weiter.

Martin Bachhuber (CSU) Dem Stimmkreisabgeordneten vergeht langsam das Lachen Ich werde keine Ruhe geben und so aufdringlich werden, bis wir endlich das haben, was alle Menschen in der Region wollen, nämlich dass die erste S-Bahn nach Geretsried rollt. CSU-Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber
Martin Bachhuber (CSU) Dem Stimmkreisabgeordneten vergeht langsam das Lachen „Ich werde keine Ruhe geben und so aufdringlich werden, bis wir endlich das haben, was alle Menschen in der Region wollen, nämlich dass die erste S-Bahn nach Geretsried rollt.“ © Privat/Peter Kornatz

S7-Verlängerung am „Sankt-Nimmerleinstag“ - CSU-Abgeordneter tobt nach Bahn-Aussage

Ein Verschieben der schienenmäßigen Anbindung von Geretsried „auf den Sankt-Nimmerleinstag“ ist für Bachhuber nicht akzeptabel. Eine Brüskierung der Menschen in der Region und eine Missachtung des politischen Willens von den Städten Wolfratshausen und Geretsried über den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen bis hinauf in den Landtag sei es zudem, „dass die Bahn immer nur sagt, was nicht geht, aber nie auch nur ansatzweise eine verlässliche Perspektive bietet“, betont der Abgeordnete. Bachhuber begrüßt deshalb, dass Verkehrsminister Bernreiter die DB bereits nachdrücklich aufgefordert habe, „einen aktuellen Zeit- und Kostenplan für die S7-Verlängerung zu erstellen“. Dies sei unerlässlich, um beim Bund und auf Seiten des Freistaats die finanziellen Voraussetzungen für den Bau zu schaffen sowie die zwischen Freistaat und DB laufenden Verhandlungen zum Bau- und Finanzierungsvertrag weiter voranzutreiben“.

Bachhuber fordert „belastbare und verlässliche Aussagen“ von der Bahn - Verkehrsunternehmen bleibt vage

Für den Bad Heilbrunner ist klar: „Die Bahn muss jetzt endlich belastbare und verlässliche Aussagen liefern, andernfalls ist es um deren ohnehin schon schwer angekratzte Glaubwürdigkeit ganz geschehen.“ Er kündigt an: „Ich werde keine Ruhe geben und so aufdringlich werden, bis wir endlich das haben, was alle Menschen in der Region wollen, nämlich dass die erste S-Bahn nach Geretsried rollt.“

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Die Bahn ihrerseits bestätigt auf Nachfrage, dass der Abschluss des Planfeststellungsverfahren „bedauerlicherweise“ mehr Zeit in Anspruch nimmt als üblich. Pandemiebedingt würden sich Anhörungsprozesse und Bearbeitungszeiträume bei der Anhörungsbehörde und beim Eisenbahn-Bundesamt verzögern, so eine Sprecherin. Da diese Prozesse nicht bei der DB liegen, sei es leider nicht möglich, „eine terminliche Einschätzung dazu vorzunehmen“, bleibt die Bahnmitarbeiterin vage. Im Weiteren müssten Abstimmungen mit dem Straßenbaulastträger im Hinblick auf Schnittstellen zu den anstehenden Planungen für die B11 vorgenommen werden. „Voraussetzungen dafür sind straßenbaufachliche Planungen und Terminpläne.“ Ebenfalls noch aus steht die Vereinbarung für die Finanzierung des Projektes zwischen dem Freistaat und der DB Netz. Zu den Finanzierungsmodalitäten tausche sich der Freistaat aktuell mit dem Bund aus.

Bürgermeister Michael Müller verriet kürzlich: Keine genauen Infos fürs Rathaus

Nähere Informationen liegen auch dem Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller nicht vor. Wie er kürzlich in einem Interview mit der SZ verriet, könne er zum Ablauf und Plan, den die DB auf ihrer Homepage verkündet („Regierung von Oberbayern führt das Anhörungsverfahren durch; ein Abschlussbericht wird Mitte 2022 erwartet. Abstimmungen zum Realisierungs- und Finanzierungsvertrag zwischen DB und Freistaat Bayern“) nichts sagen. „Ich kriege genau die Auskunft, die Sie da auf der Webseite sehen.“

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