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Stark sanierungsbedürftig: Das Geretsrieder Schulzentrum muss erneuert werden. Der stolze Preis: 47 Millionen Euro

Kosten steigen auf 47 Millionen Euro

Schulzentrum: Generalsanierung wird deutlich teurer

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Geretsried - Die Generalsanierung des Schulzentrums wird deutlich teurer als gedacht. Die Planer rechnen nun mit Gesamtkosten von fast 47 Millionen Euro. Das kann sich der Kreis laut Kämmerer nicht leisten.

Die Aussage von Kämmerer Ralf Zimmermann hatten die Kreisräte schon befürchtet. „Die Maßnahme wird man so nicht schultern können“, sagte er am Montag zur Generalsanierung des Geretsrieder Schulzentrums. Denn: Das Mammutprojekt kommt deutlich teurer als erwartet. Das ist das Ergebnis der Kostenschätzung, die Hauptamtsleiter René Beysel und Dieter Kubina vom gleichnamigen Planungsbüro im Schul- und Bauausschuss des Kreises vorstellten. Zusammengerechnet belaufen sich die Kosten auf 46,6 Millionen Euro – Stand heute, ohne der jährlichen Preissteigerung von etwa zwei Prozent.

Ein kompletter Neubau würde 104 Millionen Euro kosten

In dem Betrag enthalten sind fünf Projekte: die Sanierung des 45 Jahre alten Bestands inklusive neuer Lüftungsanlage (36,9 Millionen Euro), das Interimsgebäude zum Auslagern der Klassenzimmer während der Bauphase (3,5 Millionen Euro), eine neue Heizungsanlage (3,2 Millionen Euro), die Sanierung von Pausenhof und Parkplätzen (eine Million Euro) sowie die Generalsanierung der Dreifach-Halle (2,1 Millionen Euro). Im vorigen Jahr war noch von 32 Millionen Euro für die Generalsanierung die Rede gewesen. Ein kompletter Neubau würde laut Beysel mit 104 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Es handelt sich um keine Kostensteigerung

Kubina betonte, dass es sich um keine Kostensteigerung handle. Vielmehr hätte man neue Maßnahmen in die konkrete Berechnung mit einbezogen. So sollte der Musenbau zunächst nicht angetastet werden. Jetzt sollen so genannte Lerninseln realisiert werden (wir berichteten). Zudem habe sich herausgestellt, dass Leitungen im Außenbereich marode sind. Neue gesetzliche Vorgaben würden zudem die Elektrotechnik verteuern. Durch ene neue Raumaufteilung gewinne man 650 Quadratmeter Nutzfläche im Bestand. Die fehle momentan – und hätte sonst durch eine Erweiterung geschaffen werden müssen, sagte Beysel.

Der Planer sieht nur wenig Einsparpotenzial

Vize-Landrat und Sitzungsleiter Thomas Holz sprach von einem Dilemma. „Wenn wir nicht zustimmen, ist die ganze Maßnahme gefährdet. Aber wir sitzen vor einer Summe, wo man überlegen muss.“ Robert Lug (Freie Wähler) pochte auf Details zu den Kosten. „Ich kann unmöglich so zustimmen“, sagte er. „Ich will wissen, wo das Geld steckt.“ Zur Finanzierung gibt es laut Kämmerer Zimmermann drei Möglichkeiten: neue Schulden, das Streichen anderer Schulbaumaßnahmen oder eine zeitliche Dehnung der Sanierung. Das würde den Kreishaushalt in jedem einzelnen Jahr entlasten. Planer Kubina sah kaum Einsparpotenzial. Genau das, so lautete der nach zwei Stunden gefasste einstimmige Beschluss, sollen die Planer bis zur nächsten Sitzung herausarbeiten. Grundsätzlich halte man an der Sanierung fest. Die Summe dafür wollten die Ausschussmitglieder aber nicht in den Beschluss schreiben.

dor

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