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Der Schaden, den ein bisher Unbekannter in Geretsried angerichtet hat, dürfte im fünfstelligen Bereich liegen. Jetzt fragen sich die Eigentümer: Wer kommt eigentlich für den Schaden auf?

Reifen an 23 Autos zerstochen

Nach Reifenstechern: Wer bezahlt den Schaden?

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Geretsried - Aufgestochene Autoreifen sind nicht nur ärgerlich, der Ersatz ist auch sehr teuer. Die Vollkasko-Versicherung übernimmt den Schaden nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen.

Aufgestochene Autoreifen sind nicht nur ärgerlich, der Ersatz ist für die Eigentümer auch sehr teuer. Die Kasko-Versicherung kommt in den meisten Fällen nicht für den Schaden auf. „Grundsätzlich muss man zur Bewertung immer einen Blick in die Versicherungsbedingungen werfen“, sagt Jost Kerger, Rechtsexperte beim Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC).

Vandalismusschäden Ja, Autoreifen Nein

Vandalismusschäden am Auto seien grundsätzlich über den Vollkasko-Schutz abgesichert. Aber: Sind ausschließlich die Reifen beschädigt worden, zahlt die Versicherung nicht. Das erklärt stellvertretend die Pressestelle der Allianz auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Versicherungsschutz gelte erst dann, wenn beim Reifenstechen weitere Sachschäden verursacht worden seien. Das könnten zum Beispiel Lackkratzer oder eine beschädigte Felge sein. Festgehalten ist diese so genannte „Reifenklausel“ in den Allgemeinen Kraftfahrtversicherungsbedingungen.

Wie berichtet sind in der Nacht auf den Ersten Weihnachtstag 2015 in Geretsried die Reifen an 23 Autos zerstochen worden. Die Polizei hat die Taten analysiert und ermittelt in alle Richtungen. Ein Schema des Täters können die Beamten nicht erkennen, dafür aber zwei Tat-Schwerpunkte.

Ausnahmeregelung gibt es seit den 1950er-Jahren

Die Gründe für die Ausnahmeregelung der Reifenklausel, die es laut Internet schon seit den 1950er-Jahren gibt, liegen auf der Hand, erklärt ein ADAC-Pressesprecher. Bei abgefahrenen Reifen würde sonst die Möglichkeit bestehen, dass die Pkw-Halter ihre Reifen selbst kaputt machen und das anschließend der Versicherung anzeigen. Das wäre ein strafbarer Versicherungs-Missbrauch. Den Geschädigten bleibt aber noch ein wenig Hoffnung: Nämlich dann, wenn der Reifenstecher gefasst und rechtskräftig verurteilt worden ist. Die Opfer haben laut ADAC-Experte Kerger anschließend die Möglichkeit, zivilrechtliche Ansprüche gegenüber dem Täter geltend zu machen.

dor

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