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Ein Radfahrer belästigte in Geretsried und Wolfratshausen mehrere Frauen. Jetzt hat die Polizei vier Verdächtige ermittelt.

Opfer gibt entscheidenden Hinweis

13 Frauen belästigt: Polizei schnappt den Po-Grabscher

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Geretsried - Der Spuk ist vorbei: Die Polizei hat vier junge Männer ermittelt, die Frauen aufs Gesäß geschlagen haben sollen. Der entscheidende Hinweis kam von einem der Opfer.

Die Polizei hat das Rätsel um die aufdringlichen Radfahrer in Geretsried und Wolfratshausen gelöst. 13 Frauen hatten in den vergangenen Wochen von zunächst unbekannten Männern beim Spazierengehen oder Joggen kräftige Schläge aufs Gesäß bekommen.

Die Vorgehensweise war immer ähnlich: Die Männer radelten von hinten an die Frauen heran, holten aus und schlugen beim Vorbeifahren zu (wir berichteten mehrfach). Damit ist nun Schluss: Die Geretsrieder Polizei hat vier Tatverdächtige ausfindig gemacht. Eine betroffene Frau gab den entscheidenden Hinweis.

Der Hauptverdächtige kommt aus Geretsried

Hauptverdächtiger in dem Fall ist ein 20-jähriger Geretsrieder, berichtet Johann Brandhuber, stellvertretender Leiter der Geretsrieder Polizei. Laut Täterbeschreibung ist der Mann rund 1,80 Meter groß und schlank. Er war bei den Taten aber nie allein unterwegs, sondern hatte mehrere Komplizen. In unterschiedlichen Zusammensetzungen begleiteten ihn ein 17-Jähriger und zwei 14-Jähriger, berichtet die Polizei. Das hat der 20-Jährige im Verhör gestanden. Die Schläge verteilte er meist selbst, dreimal soll der 17-Jährige zugeschlagen haben.

„Sexuelle Motive scheinen nicht vorzuliegen“, sagt Brandhuber in einer ersten Bewertung. Das hatte die Polizei zunächst nicht ausgeschlossen. Stattdessen gehen die Beamten nun von „jugendlichem Übermut“ aus – und von unkonventionellen, deutlich misslungenen Kontaktversuchen zu Frauen. Den ersten Fall eines Po-Grabschers meldete die Polizei Mitte Januar. Aufgrund mehrerer Berichte in unserer Zeitung meldeten sich immer wieder betroffene Frauen, sagt Brandhuber. Viele konnten die Täter recht detailliert beschreiben.

Eines der Opfer erkannte einen Täter wieder

Zum Verhängnis wurde dem 20-jährigen Tatverdächtigen, dass er nicht nur auf den Geretsrieder Geh- und Radwegen sein Unwesen trieb, sondern auch in der Stadt wohnte. „Ein Opfer hat ihn in der Nähe seiner Wohnung wiedererkannt und die Polizei verständigt.“, sagt Brandhuber. Die Beamten rückten an, nahmen den Mann mit aufs Präsidium, erfassten seine Personalien und fotografierten ihn – die so genannte erkennungsdienstliche Behandlung. Die Ermittler legten das Foto anschließend den anderen geschädigten Frauen vor, und zwar zusammen mit Bildern anderer, unbeteiligter Männer. Die Frauen erkannten den Täter in dem Fotostapel wieder – ein eindeutiges Indiz. Diese Methode nennen Kriminalisten Wahllichtbildvorlage.

Der Vorwurf: Beleidigung und Körperverletzung

Weil die Wucht Schläge aufs Gesäß jeweils sehr kräftig waren, ermittelte die Polizei nicht nur wegen Beleidigung, sondern auch wegen Körperverletzung. Laut Brandhuber landen die Erkenntnisse nun auf dem Schreibtisch des Staatsanwalts in München. Der prüft den Fall dann und entscheidet, ob es zu einer Anklage kommt.

Die vier verdächtigen jungen Männer sind derweil auf freiem Fuß. Zu neun Übergriffen kam es in Geretsried, nämlich unter anderem auf dem Radweg im Stadtwald bei der B 11, der Alpenstraße, der Egerlandstraße/Jahnstraße, im Bereich Jeschkenstraße und Böhmerwaldstraße/Blumenstraße. In Wolfratshausen schlugen die Täter viermal zu, und zwar jeweils auf den Radwegen rund um den Ortsteil Waldram.

dor

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