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Kopfüber am Trapez: Mit dem Projektcircus Mabema Versaje studieren alle 400 Kinder der Karl-Lederer-Grundschule seit Montag Akrobatik-, Dressur- und Clownnummern ein. Bei der Generalprobe klappte alles perfekt.

Karl-Lederer-Grundschule

Manege frei: 400 Kinder machen Zirkus

Geretsried - An der Karl-Lederer-Grundschule läuft ein großes Zirkusprojekt. Alle 400 Kinder machen mit. Wir waren bei der Generalprobe dabei.

Zwei Mädchen hängen kopfüber an Trapezen und schwingen zwei Meter über dem Boden durch die Manege. Es gibt kein Netz, nur die Füße sind gut an den Stangen befestigt. Andere Kinder tragen zu dramatischer Musik eine riesige Python durchs Zelt. Was sich mancher Erwachsene nicht trauen würde, präsentieren die Kinder der Karl-Lederer-Grundschule derzeit in einer Reihe von Zirkusvorstellungen. Die gesamte Schule mit ihren 400 Schülern nimmt teil am Projektcircus Mabema Versaje.

Der exotisch klingende Name setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen der Familie Hein, erklärt Jeffrey Hein. Mit seinen Eltern und Geschwistern bietet der junge Mann seit acht Jahren Mitmachzirkus für Schulen an. Die an der staatlichen Artistenschule in Berlin ausgebildeten Familienmitglieder treten zwar auch auf. In erster Linie aber vermitteln sie Schülern die Freude an Akrobatik, Tierdressur und Unterhaltung.

Vorstellungen: An diesem Freitag, 7. Oktober, heißt es um 15 Uhr und um 18 Uhr jeweils „Manege frei“. Nächste Woche ist die zweite Gruppe an der Reihe. Die Vorstellungen sind am Mittwoch, 12. Oktober, um 18 Uhr sowie am Donnerstag, 13. Oktober, um 15 Uhr und um 18 Uhr.

Die Generalprobe am Donnerstagvormittag, bei der unsere Zeitung dabei sein darf, klappt perfekt. Jeffrey hat mit den Mädchen und Buben die Clownnummern einstudiert. Am Ende bekommt der Profi von ihnen ganz schön eins ausgewischt. Auch die Tauben machen, was die Kinder ihnen befehlen. Eine nach der anderen wird auf ein drehendes Rad gesetzt, was am Ende ein hübsches Bild ergibt. Nicht nur Seiltanz- und Trapez-Übungen erfordern Mut und Disziplin. Gerade beim Umgang mit Tieren – Ziegen gehören ebenfalls zum Projektcircus – müsse man sehr genau arbeiten, sagt Jeffrey. Erschrickt so eine Taube, weil man den Arm, auf dem sie sitzt, zu schnell bewegt, fliegt sie auf. Dass die Python brav ist, dafür legt der Juniorchef seine Hand ins Feuer: „Wir haben sie, seit sie aus dem Ei geschlüpft ist. Seitdem hatte sie täglich Kontakt mit Kindern.“ Die Würgeschlange habe noch nie jemandem etwas getan.

Natürlich war die Woche des Probens für die Schüler sehr spannend. Die sieben Mitarbeiter des Projektcircus verstanden es, ihnen innerhalb dieser kurzen Zeit ganz beachtliche Jonglierkünste beizubringen und ihnen Tricks zu zeigen, wie man barfuß in einen Haufen Glasscherben tritt, ohne sich zu verletzen. Die Schüler haben in der Woche aber auch Tugenden wie Geduld, Teamgeist und Rücksichtnahme gelernt. „Das sind ganz wichtige Werte, für die im Unterricht oft zu wenig Zeit bleibt“, sagt Konrektorin Heidi Dodenhöft. Nicht zuletzt steige das Selbstbewusstsein der Kinder enorm.

Die Schule hatte schon seit längerem ein Zirkusprojekt geplant. Mabema Versaje sei ein echter Glücksfall, sagt Dodenhöft. Die Truppe rückt nämlich mit einem original Zirkuszelt und allem, was dazugehört, an: frische, duftende Sägespäne in der Manege, Logenplätze, eine fantasievolle Beleuchtung und eine gewaltige Tonanlage. Jedes Kind bekommt ein aufwändiges Kostüm und wird vor dem Auftritt professionell geschminkt.

Der Kostenbeitrag hält sich mit 7,50 Euro pro Kind und Woche in Grenzen. Durch das Eintrittsgeld, den Verkauf von Popcorn, Fotos und DVDs sowie im Fall der Karl-Lederer-Schule einem Zuschuss aus einem Förderprogramm finanziert sich die Familie Hein.

Tanja Lühr

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