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Heute gibt es Zwischenzeugnisse.

Heute gibt es Zeugnisse

Schlechtes Zwischenzeugnis: Wie soll man reagieren?

Geretsried - Es ist wieder soweit: Heute gibt es Zwischenzeugnisse. Wie sollten sich Eltern bei bösen Überraschungen verhalten? Wir haben nachgefragt.

Es gibt wieder Tränen der Freude und der Enttäuschung: Am heutigen Freitag bekommen gut eine Million bayerische Schüler Zwischenzeugnisse. Auch für die Eltern ist das ein aufregender Tag: Manche wissen nicht, mit welchen Noten ihre Kinder nach Hause kommen. Laut der Bayerischen Schulberatung ist jeder zehnte Schüler versetzungsgefährdet. Grund zur Aufregung gibt es aber in keinem Fall, betont Anita Bittner (34). „Bei schlechten Noten ist das Zeugnis Bestrafung genug“, sagt die Beratungslehrerin am Geretsrieder Gymnasium.

Das Zwischenzeugnis zeigt, wo nachgebessert werden muss

Anita Bittner, Beratungslehrerin am Gymnasium Geretsried

Auch wenn die Leistungen nicht den Vorstellungen der Schüler oder Eltern entsprechen: Das Zwischenzeugnis zeigt laut Bittner, in welchen Fächern nachgebessert werden muss. Hilfreich könne die Teilnahme an schulischen Förderkursen oder Nachhilfe sein. Die Staatliche Schulberatungsstelle empfiehlt, bei schlechten Noten zunächst einmal tief durchzuatmen. Täglich eine Stunde Mehrarbeit helfe oft, seine Ergebnisse bis zum Jahresende zu drehen. „Genauso unterschiedlich wie die Noten selbst, sind auch ihre Ursachen“, sagt Bittner. Es gehe um Motivation, Arbeitshaltung und Lernbereitschaft. Auch die häusliche Situation spiele eine Rolle, etwa die Trennung der Eltern.
 
Die Reaktionen auf schlechte Leistungen seien ebenfalls vielschichtig. „Bei der Zeugnisvergabe sieht ja immer die ganze Klasse zu.“ Dadurch würden beliebte Schüler die Zeugnisübergabe besser wegstecken als neue Klassenkameraden oder Außenseiter. „Zumindest oberflächlich.“

Eine kleine Belohnung, zum Beispiel ein Ausflug, ist sinnvoll

Auch freudige Momente kommen am Tag der Zeugnisvergabe bei vielen Schülern nicht zu kurz. „Anerkennung ist das Wichtigste, was Kinder von ihren Eltern erfahren können“, betont Bittner. Eine Belohnung, die nicht viel Geld kosten muss, erhöhe zudem die Motivation. Etwa ein Ausflug mit der ganzen Familie. Doch wie sinnvoll ist es überhaupt noch, Leistungen mithilfe von Zahlen zu bewerten? „Alles andere wäre schlichtweg nicht praktikabel im schulischen Alltag“, sagt Bittner. Zudem seien Noten nur einer von mehreren Bausteinen. Zusätzlich gebe es ausführliche Bemerkungen im Jahreszeugnis. Bedeutend ist laut der Beratungslehrerin auch der Austausch mit den Lehrern: „Unter dem Schuljahr ist es wichtig, dass sich die Schüler nach ihren Noten erkundigen.“

Am Geretsrieder Gymnasium lassen die Pädagogen zudem Schulaufgaben und Kurzarbeiten mit schlechten Ergebnissen von den Eltern unterschreiben. An anderen Schulen sind Noten im Internet abrufbar. Bittner: „Derartige Systeme können aber in keinem Fall den Austausch zwischen Lehrern, Schülern und Eltern ersetzen.“

von Michael Goder

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