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Bürgermeister Michael Müller (2. v. re.) und Feuerwehr-Kommandant Erik Machowski (re.) bringen Gewicht auf den Schneelastwächter. Bautechniker Sebastian Irmler (re.) und Roofguards-Geschäftsführer Tom Roßhuber kontrollieren die Alarm-Meldung auf dem Diensthandy. 

Nach dem Katastrophenfall im vergangenen Winter

Schneelasten: Stadt installiert Frühwarnsystem auf Geretsrieder Dächern 

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Es ist eine Lehre aus dem vergangenen Winter: Die Stadt Geretsried hat auf vier Dächern im Stadtgebiet so genannte Schneelastwächter installieren lassen. 

Geretsried – Der erste Alarm geht bei Spätsommerwetter ein. Mangels Schnee hat sich kurzerhand Bürgermeister Michael Müller in die Waagschale auf dem Flachdach der Feuerwache Nord gesetzt. So demonstriert der Rathauschef, wie der neue Schneelastwächter funktioniert. Misst das Gerät über 80 beziehungsweise 100 Kilogramm, geht eine E-Mail an fünf Bauamtsmitarbeiter. Dann wissen sie: Das Gewicht auf dem Dach wird langsam kritisch.

Der Schneelastwächter auf der Feuerwache Nord ist einer von vier, den Tom Roßhuber und seine Firma Roofguards im Geretsrieder Stadtgebiet installiert haben. Die anderen befinden sich jeweils auf den Turnhallen-Dächern in Geltinger, der Adalbert-Stifter-Mittelschule sowie der Karl-Lederer-Grundschule und auf dem Dach des Jugendzentrums Ein-Stein. Knapp 60 000 Euro hat sich die Stadt Geretsried das kosten lassen.

Anlass für die Anschaffung, die das Bauamt vorschlug und der Bauausschuss des Stadtrats bewilligte, war der Katastrophenfall im vergangenen Winter. „So viel Schnee in so kurzer Zeit haben wir noch nie vorher gehabt“, erinnerte Müller während eines Pressegesprächs über den Dächern Gartenbergs. Weil die Flachdächer von über 40 städtischen Liegenschaften nur einer gewissen Belastung standhalten, mussten die Mitarbeiter des Bauamts zusammen mit einem Statiker die Schneelast händisch messen. „Wir sind tagelang bei hüfthohem Schnee mit der Leiter auf die Dächer rauf, haben Proben mit einem Stahlrohr genommen und den Schnee gewogen“, berichtete Sebastian Irmler, städtischer Bautechniker.

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In den folgenden Wintern sollen die Schneelastwächter für Arbeitserleichterung und somit auch mehr Sicherheit für die Rathausmitarbeiter sorgen. Händisches Messen werde laut Müller zwar weiterhin notwendig sein, die Schneelastwächter sollen aber für einen Überblick sorgen. In einem weißen, einen halben Quadratmeter großen Dreieck mit Löchern, das etwas an ein Stück Käse erinnert, befinden sich drei Messzellen. Im Winter sammelt der Korb so viel Schnee, wie auf das umliegende Dach fällt. „Eine Heizschleife sorgt dafür, dass er frei schwingt“, erklärte Roofguards-Geschäftsführer Roßhuber. Wird der Schnee im Korb zu schwer, schlägt das Gerät Alarm.

„Der Schneelastwächter wird den Katastrophenfall nicht vermeiden, aber er hilft uns, dass wir die Mengen an Schnee frühzeitig erkennen“, sagte Feuerwehr-Kommandant Erik Machowski. Er sei stolz darauf, dass eins der Messgeräte auf dem Dach der Wache stehen dürfe. Mehr als dieses eine gibt es, weil Gewicht und Schnee zwischen Gelting und Stein unterschiedlich sein können. Müller: „Und wenn es nur Nuancen sind.“

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