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Fachmännisch zerteilt: Am Tag der offenen Tür zeigte das Technische Hilfswerk die ganze Bandbreite seines Könnens. Bei einem simulierten Windbruch entfernten die Einsatzkräfte einen Baum, der auf ein Auto gefallen war.

Vier Sekunden für einen Sandsack

So schnell sind die Helfer vom THW im Notfall

Geretsried – Der Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) zeigte am Tag der offenen Tür seine Vielseitigkeit. Was vor einigen Jahren als kleines Fest für die Familien der Mitglieder begann, hat sich zu einer abwechslungsreichen Großveranstaltung entwickelt.

Optimales Timing bewiesen die THW-Organisatoren am Samstagnachmittag. Bis kurz vor Ende der vierstündigen Leistungsschau lockte das sonnige Wetter noch vor dem Wolkenbruch zahlreiche Schaulustige auf das Areal an der Gustav-Adolf-Straße. „Unsere Helfer sind bei Hochwasser oder anderen Einsätzen ja manchmal im Fernsehen zu sehen. Wir wollen an diesem Tag den Besuchern zeigen, was darüber hinaus noch so alles beim THW passiert“, erklärte Ortsvorsitzender Erich Schöftlmair.

Schon bei der ersten Vorführung sprang im wahrsten Sinne des Wortes der Funke über. Mit einer so genannten Prime-Cut-Thermo-Lanze zerschnitt Franz Stammler binnen weniger Minuten ein massives Metallgerüst. Mithilfe dieses modernen Geräts, das sogar unter Wasser eingesetzt wird, können Helfer schneller zu verschütteten Personen gelangen. Nur wenige Meter weiter wurde die Funktionsweise einer automatischen Sandsackfüllanlage gezeigt. Mithilfe eines Hydraulikaggregats ließ sich dort in nur vier Sekunden ein Sandsack befüllen. Gerade bei Hochwasserkatastrophen leistet dieses Gerät wertvolle Dienste. Noch spektakulärer erschien der „simulierte Windbruch“: Ein Baum wurde auf ein Autowrack fallen gelassen. Die Einsatzkräfte zeigten, dass sie auch solchen Herausforderungen gewachsen sind und schnell zu den verletzten Insassen vordringen können.

Neu war eine Kanonenschussanlage für Kinder, die sich der Geretsrieder Ortsverband bei den Weilheimer Kollegen ausgeliehen hatte. Die Kleinen konnten mit Tennisbällen auf THW-Helme zielen. Andere junge Besucher zog es in den „Kinosaal“, um sich dort einen kurzen Dokumentarfilm über die vielfältigen Aktivitäten der Einsatzkräfte anzusehen. Mit einem lauten Wanddurchbruch endete schließlich ein Tag der offenen Tür, der allen Besuchern gefiel. „Wir waren letztes Jahr schon hier und haben auch heuer wieder viel Spaß gehabt. Schön, dass auch so viele Angebote für Kinder dabei sind“, zeigte sich Veronika Reimchen begeistert. Die junge Mutter war mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern schon am frühen Nachmittag gekommen. Gut möglich, dass sich ihr Nachwuchs in einigen Jahren dem Technischen Hilfswerk anschließt.

THW-Pressesprecher Ludwig Irmer zog am Abend nicht nur deshalb zufrieden Bilanz: „Heute hat alles geklappt. Das war eine runde Sache.“

von Peter Herrmann

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