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Kündet von längst vergangenen Zeiten: Die Litfaßsäule am Karl-Lederer-Platz.

Schön sieht anders aus

An der Litfaßsäule hängen nur Plakatfetzen

Geretsried – Sie steht gleich neben dem Geretsrieder Rathaus und bietet alles andere als einen schönen Anblick: die Litfaßsäule auf dem Karl-Lederer-Platz. 

Unzählige Plakate hängen in Fetzen an dem zylinderförmigen Corpus und künden von längst vergangenen Veranstaltungen: die Sonderausstellung im Museum der Stadt vom 2. Juli bis 20. September, das Geretsrieder Waldfest am 18. Oktober oder die „Swinging Christmas“ am 29. November. Absoluter Oldie unter all den Fragmenten ist ein Aufruf zur Nominierung der Kandidaten für den Jugendrat: Hier konnte man sich bis zum 22. März vergangenen Jahres bewerben.

Ernst Litfaß wäre davon nicht begeistert gewesen: Der Erfinder der gleichnamigen Säule erhielt 1854 vom Berliner Polizeipräsidenten Karl Ludwig von Hinkeldey höchstpersönlich die erste Genehmigung zur Aufstellung einer „Annoncier-Säulen“. Auch damals griff die wilde Plakatierung um sich, und man hoffte, ihr damit Einhalt zu gebieten. Allerdings war mit der Erlaubnis eine Auflage verbunden: Es sollten immer die aktuellsten Nachrichten publiziert werden.

Die Geretsrieder Säule hingegen steht derzeit eher für vergangene Zeiten. Dennoch hat alles seine Richtigkeit, erklärt auf Nachfrage Karsten Ludwig vom Ordnungsamt der Stadt. „Die Vereine und Verbände dürfen hier ihre Veranstaltungshinweise anbringen, indem sie die alten, abgelaufenen überkleben“, sagt Ludwig. Ergo: Weil es derzeit keine aktuellen Termine zu bewerben gibt, werden die alten Plakate auch nicht überklebt.

Ist im Laufe der Zeit die Schicht zu dick geworden, wird der Bauhof tätig und schabt die Plakate ab. „Eine Verpflichtung, nach Terminablauf die Ankündigungen zu entfernen, besteht nämlich nicht“, erklärt Ludwig. Ein Manko räumt er ein: „Früher waren die Litfaßsäulen aus Holz, unsere ist aus Metall.“ Die Folge: Die Plakate blättern durch die Witterungseinflüsse leichter ab. „Da müssen wir eine Lösung finden.“ 

sh

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