Sollen aufgestockt werden: Die neuen Gebäude für die Mittagsbetreuungen an den beiden Grundschulen werden nicht ausreichen, fürchtet der Fachausschuss. des Stadtrats. Das Foto zeigt die Einrichtung am Isardamm.
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Sollen aufgestockt werden: Die neuen Gebäude für die Mittagsbetreuungen an den beiden Grundschulen werden nicht ausreichen, fürchtet der Fachausschuss. des Stadtrats. Das Foto zeigt die Einrichtung am Isardamm.

Gerade erst gebaut

Schon wieder zu klein: Mittagsbetreuungen an den Grundschulen sollen aufgestockt werden

In einer wachsenden Stadt wie Geretsried muss ständig nachgebessert werden. In Sachen Kinderbetreuung und Schulen ist das eine Herausforderung.

Geretsried – „Wir machen was, aber das ist schon wieder zu wenig. Das ist so ein Thema in Geretsried“: Freie-Wähler-Stadträtin Heidi Dodenhöft brachte die Betreuungsproblematik kürzlich in der Stadtratssitzung auf den Punkt. Sie berichtete dort aus dem Arbeitskreis Kinderbetreuung und Schulen.

Jüngstes Beispiel für dieses „Geretsrieder Thema“ ist die Adalbert-Stifter-Mittelschule. Das Schulhaus soll schon lange erweitert und saniert werden. Der zweite Standort im Karl-Lederer-Haus wird nach Abschluss der Baumaßnahme ans Schulzentrum verlegt. Der Stadtrat rechnet angesichts der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung in der größten Stadt des Landkreises damit, dass eine vierzügige Einrichtung nicht ausreichen wird. Wie berichtet beschloss er daher im Februar, nun den Umbau in eine fünfzügige Mittelschule zu planen. „Das ist unumgänglich“, betonte Dodenhöft.

Für den Arbeitskreis (AK), in dem neben Dodenhöft Beate Paulerberg (Grüne), Patrik Kohlert (Geretsrieder Liste), Arthur Wolfseher (SPD), Sabine Lorenz, Robert Meyndt-Schmidt und Christos Saridis (alle CSU) sitzen, steht das Thema Mittelschule ganz oben auf der Liste. „Ziel ist, so schnell wie möglich zu beginnen“, machte die Stadträtin deutlich. Derzeit wird die Vorplanung erstellt.

Der AK, laut Dodenhöft „einer der wichtigsten in der Runde“, hat aber noch weitere Baustellen. Laut Gutachten steigen die Zahlen allein der Grundschüler von aktuell gut 900 auf fast 1500 im Jahr 2036, so die AK-Sprecherin. „Wir brauchen mehr Platz in den Grundschulen“, schlussfolgert Dodenhöft.

Derzeit entstehen Modulgebäude für die Mittagsbetreuungen an beiden Grundschulen, die derzeit Räume in den Schulgebäuden nutzen. Laut Dodenhöft sei es aber noch zu wenig, wenn die Mittagsbetreuungen umziehen, spätestens 2026 werde es schwierig, so die Stadträtin. Der AK empfehle daher, die beiden Modulgebäude aufzustocken. „Ich weiß, es klingt komisch, weil wir sie gerade erst gebaut sind.“ Aber sonst hätte man ein Problem. Mittagsbetreuung sei zwar keine Pflichtaufgabe, Familien sollten sich aber darauf verlassen können, bei Bedarf einen Platz zu finden.

Zusätzlich müsse der Neubau einer dritten Grundschule angestoßen werden, so Dodenhöft. Das sei zwar mit einer schwierigen Standortsuche, der idealerweise in der Mitte der Stadt liegen sollte, und hohen Kosten verbunden. Doch es sei für Sechsjährige nicht vorstellbar, in eine Einrichtung mit über 700 anderen Kindern zu gehen, noch dazu angesichts des hohen Migrationsanteils in Geretsried. „Man könnte dann nicht mehr von Schulfest reden, sondern das wäre dann schon eher ein Volksfest“, so Dodenhöft, selbst von Beruf Schulleiterin in Reichersbeuern. Die beiden Grundschulen seien jetzt schon groß.

Apropos Neubau: Im Bereich der Kinderbetreuung steht der Standort für eine zusätzliche Einrichtung fest. An der Johann-Sebastian-Bach-Straße soll eine neue Tagesstätte für 200 Kinder entstehen. „Das muss jetzt vorangetrieben werden“, sagte Dodenhöft. Künftig müssten aber noch weitere Standorte für kleinere Einrichtungen, besonders in Gartenberg, gefunden werden.

Und was wird aus der Karl-Lederer-Mittelschule, wenn sie irgendwann nach dem Umzug ans Schulzentrum frei wird? „Wir können uns jetzt Visionen hingeben, aber es ist wohl ein Luxusproblem, zu überlegen, was wir mit einem leeren Gebäude machen“, meinte Dodenhöft zu diesem Thema. Doch das sei eh gelaufen, sollte die Mittagsbetreuung von Schülern verpflichtend werden.  sw

Lesen Sie auch: Im Interview mit unserer Zeitung erklärte Bürgermeister Michael Müller vergangenen Sommer, warum die Betreuungsplätze immer wieder zu knapp sind.

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