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Auf Holz gebaut: 25 Firmen beteiligten sich am Ausbildungstag, darunter die Firma Vorholz Hawran.

Ausbildungstag "Berufswelt hautnah"

Geretsrieder Unternehmen stellen sich Schülern vor

Geretsried - Die „Berufswelt hautnah“ erlebten rund 450 Jugendliche aller Schularten am Montag bei der gleichnamigen Aktion von Stadt und Industriegemeinschaft Geretsried (IGG).

Die Acht- und Neuntklässler schnupperten einen Tag lang in zwei Ausbildungsbetriebe ihrer Wahl. Von den Bauberufen sei der Zimmerer einer der anspruchsvollsten und bestbezahlten. Er biete vielfältige Aufstiegschancen. „Wir können jeden brauchen, den Mittelschüler mit Quali genau wie den Abiturienten“, sagt Tilmann Vorholz. Der Geschäftsführer der Firma Vorholz Hawran hat an diesem Vormittag drei Schüler der Montessori-Schule Dietramszell und vier Gymnasiasten, davon ein Mädchen, zu Gast.

Die Neuntklässler staunen, dass ein Holzhaus des Geltinger Unternehmens schon nach vier bis fünf Monaten stehen kann. Mit einem Film und bei einer Führung zeigt Tilman Vorholz den Weg von der Planung am Computer durch Architekten und Statiker über die Vorfertigung der Holzbauteile am CNC-Fräser im Werk bis hin zum Aufbau des Hauses durch die Zimmerer. Ein Einfamilienhaus etwa wird innerhalb von drei Wochen konstruiert und produziert. Drei Tage dauert die Montage der Außen- und Innenwände sowie des Dachs. Die meiste Zeit nimmt der Innenausbau in Anspruch.

Eine gute Möglichkeit - Für Schüler und Unternehmen. 

Die Schüler stellen viele Fragen wie die nach den Voraussetzungen für eine Zimmererlehre (Mittelschulabschluss), nach den Aufstiegsmöglichkeiten (bis zum Diplomingenieur), nach dem Gehalt (1115 im zweiten und 1400 Euro im dritten Ausbildungsjahr), aber auch nach der Lebensdauer von Gebäuden aus Holz. Vorholz: „In China gibt es 2000 Jahre alte Holztempel.“ Die Geltinger Firma, die vor 16 Jahren von Tilmann Vorholz und seinem Schwager Georg Hawran gegründet wurde, bildet sechs bis acht Lehrlinge gleichzeitig aus. „Der Berufsinformationstag ist für uns eine gute Gelegenheit, uns und unsere Branche zu präsentieren“, sagt Vorholz.

Diese Chance nutzt auch die TuS-Champini-Kindertagesstätte heuer zum zweiten Mal. Kinderpfleger und Erzieher seien vor allem im ländlichen Raum sehr schwer zu finden, sagt die Leiterin Brigitte Friedlein. Sie gewähre deshalb gerne einen Blick hinter die Kulissen. Neele und Leonie Backhaus (15 und 17) aus der neunten Klasse des Gymnasiums sowie Luca Hensel (15) aus der Realschule dürfen eine Turnstunde mit den Kindergartenkindern miterleben. „Ich mag Kinder und Sport“, nennt Luca den Grund dafür, sich für den Besuch in der Sport-Kita angemeldet zu haben. Am Nachmittag schaut er sich noch die Abläufe in der Sparkasse an. In welche Richtung es beruflich einmal gehen soll, sei für ihn noch völlig offen, sagt der Neuntklässler. Immerhin hat er an einem Tag zwei völlig unterschiedliche Branchen kennen gelernt. Neele Backhaus sagt, sie finde den Aktionstag gut: „Wir haben am Gymnasium nur einmal eine Woche ein Betriebspraktikum in der zehnten Klasse. Sonst gibt es kaum Möglichkeiten, in Berufe hineinzuschnuppern.“

In den letzten Jahren meldeten sich viele Schüler für ein Praktikum oder eine Ausbildung an.

Die Wirtschaftsförderin der Stadt, Annette Hilpert, hat die Veranstaltung „Berufswelt hautnah“ heuer zum dritten Mal zusammen mit Jochen Pelz von der Industriegemeinschaft Geretsried (IGG) organisiert. 25 Unternehmen aus dem sozialen, dem handwerklichen, technischen und kaufmännischen Bereich haben sich beteiligt. Es würden sich nach solchen Aktionen immer interessierte Schüler für ein Praktikum anmelden, um dann vielleicht sogar eine Lehre anzufangen, berichtet Tilman Vorholz. Einen Lehrling habe er erst kürzlich bei einem Berufsinformationstag an einer Weilheimer Schule gewinnen können. „Wenn junge Leute aus Geretsried und der Region hier zum Arbeiten bleiben, profitieren alle davon“, sagt der Unternehmer.

Tanja Lühr

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