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Was vom Tage übrig blieb: Dem Abi-Streich am Geretsrieder Gymnasium wurde ein Ende gesetzt.

Alkohol im Spiel 

Schulleitung in Geretsried bläst Abi-Streich ab

Wieder einmal ist ein Abi-Streich am Geretsrieder Gymnasium aus dem Ruder gelaufen. Weil schon frühmorgens Alkohol im Spiel war, bliesen Oberstufenkoordinator Peter Buchmeier und Direktor Dr. Hermann Deger am Mittwoch sämtliche von den Schülern geplanten Aktionen ab. Die Abiturienten verstehen die drastische Reaktion nicht.

Geretsried – Die Q12-Absolventen hatten einigen Aufwand betrieben. Schon am Dienstagabend „dekorierten“ sie die Klassenzimmer für den Abi-Scherz. Sie klebten Fußballfelder auf den Boden, spannten Volleyballnetze und hängten Kletter-Lianen auf. „Witzige Sachen eigentlich. Alle Schüler hätten Spaß haben können“, sagt die Abiturientin Anastasia Belz. Sie hat sich einen Großteil der Aktionen ausgedacht und die Teams eingeteilt, die sie vorbereiteten. Ein Planschbecken vor dem Schulhauseingang sollte für Abkühlung sorgen. Doch noch am selben Abend wurden die Teams von der Schule aufgefordert, alles wieder abzubauen und aufzuräumen, was sie frustriert aber brav taten. Nur der Pool blieb stehen.

Am frühen Morgen trafen sich die Abiturienten wieder vor der Schule und drehten erst mal laut Musik auf. Allerdings nur bis 8 Uhr, weil sie wussten, dass die Realschüler an diesem Tag Abschlussprüfungen schrieben. „Manche von uns haben dann auch das ein oder andere Bier getrunken, aber sicher nichts Hochprozentiges“, versichert Belz. Man habe darauf gewartet, ab 11.30 Uhr, wie mit der Schule vereinbart, eine Show mit Quiz und Spielen in der Aula veranstalten zu dürfen. Doch daraus wurde nichts.

Direktor Dr. Hermann Deger, der im Schulhaus übernachtet hatte, forderte die Schüler auf, die Bierkästen wegzuräumen und auf dem Schulgelände nicht zu trinken. Wie Konrektorin Christine Kolbeck im Gespräch mit unserer Zeitung später sagte, „war nicht nur Bier“ im Spiel.

Oberstufenkoordinator Peter Buchmeier blies den ganzen Abi-Streich schließlich gegen 9.30 Uhr ab. Buchmeier hatte alle rund 130 Q12-Absolventen bereits am Montag in einer Rundmail auf die „Spielregeln“ für den Abischerz hingewiesen. Ausdrücklich hieß es in der Nachricht, Alkohol sei auf dem gesamten Schulgelände bis 13 Uhr tabu. Wenn der Abistreich über die Bühne gegangen und alles aufgeräumt worden sei, könnten die Schüler gerne beim Grillen zusammen mit den Lehrern etwas trinken, hatte er geschrieben.

Die Schulleitung habe sich entschlossen, über die Regelverstöße nicht hinwegzusehen, sondern ein Exempel zu statuieren, erklärt Kolbeck. Sie bedauere dies, da man ansonsten ein gutes Verhältnis zu dem diesjährigen Abiturjahrgang gehabt habe. Kolbeck erinnert an die Vorfälle vor zwei Jahren, als Absolventen in der Nacht vor dem eigentlichen Abistreich schon Etliches im Schulhaus zerstört hatten und sich ein jüngerer Schüler sogar verletzt hatte, als er auf dem nassen Gang ausgerutscht war. Im Vorjahr galten für den Abistreich bereits erhebliche Auflagen. Dass die Sause heuer abgeblasen wurde, solle künftigen Jahrgängen zur „Abschreckung“ dienen, so Kolbeck.

Abiturientin Belz zeigt sich „enttäuscht“ über die ihrer Meinung nach überzogene Reaktion. „Ich hätte mir einen Kompromiss gewünscht. Schließlich haben wir viel Mühe und Zeit in den Streich gesteckt.“ Weil die Q11 traditionell eine Grillfeier für die Q12 vorbereitet hatte und diese nicht wie geplant auf dem Pausenhof stattfinden konnte, verlegten die Abiturienten sie am Nachmittag in den Hinterhalt. Auch die Lehrer wurden dazu eingeladen.

Tanja Lühr

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